Kirstine Fratz: Das Buch vom Zeitgeist – und wie er uns vorantreibt

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„Wir sind alle Kinder unserer Zeit“, heißt es oft, um bestimme Verhaltensweisen zu rechtfertigen. Aber was bestimmt unsere Zeit eigentlich? Wie ticken wir? Und wie beeinflusst uns der Zeitgeist? Alles Fragen, die die Trendforscherin Kirstine Fratz in ihrem Buch eingehend erläutert und ihre Auswirkungen auf unseren Alltag deutlich macht.

Ob Partnerwahl, der Besitz eines Smartphones oder die ständige Selbstoptimierung – mit scharfem, analytischem Blick geht die Autorin diesen Phänomenen auf die Spur. Dabei beleuchtet sich auch, welche Trends in verschiedenen Ären des Zeitgeistes jeweils vorherrschend waren. Mit ihrem Buch schärft Kirstine Fratz den Blick für das Leben um uns herum: „Zeitgeist-Forschung ist letzten Endes eine Wahrnehmungs-Schule, eine Achtsamkeits-Übung.“ Berührt hat mich, wie die Autorin von jungen Frauen berichtet, die versuchen, einem bestimmten Körperideal zu entsprechen (schlanker, fitter, schöner) und selbst diejenigen, die praktisch „ideal“ aussahen, hatten Scham- und Schuldgefühle. Daran werden auch die Gefahren des Zeitgeistes deutlich und diese Schattenseiten verschweigt das Buch nicht.

Hilfreich ist auch das Glossar am Ende des Buches, das Mode-Begriffe wie „Generation Y“, „Hipster“ oder „New Economy“ erklärt, um in aktuellen Diskussionen up-to-date zu sein. Da das Buch im christlichen Fontis-Verlag erscheint, wären allerdings deutlichere Bezüge, was der Zeitgeist für den christlichen Glauben und seinen Lebensvollzug bedeutet, eine willkommene Ergänzung gewesen.

Von Andreas Schmierer

Verlag: fontis - Brunnen Basel
ISBN: 978-3-03848-127-0
Seitenzahl: 256
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Wertung

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Ich habe mir auf Youtube gerade ein Interview angesehen. Der Anrufer erzählte, er glaube an die flache Erde. (man solte nicht lachen, sondern sich die Argumente ansehen)

    Der Moderator hörte geduldig zu, sagte dann aber: ich weiß, daß ich in einer Matrix lebe, daß ich indoktriniert werde und nichts ist, wie es scheint. Aber ich bin ein glücklicher Sklave, ich will nichts ändern.

    Die glücklichen Sklaven sind die Feinde der Freiheit.

    Die Industrie treibt uns voran. Europa, das ist Faschismus. Und Faschismus, so die Definition von Mussolini, ist die Verschmelzung von Großkapital und Staat.

    Beweise? Man suche nach: „Richtlinie 2005/56/EG über die Verschmelzung von Kapitalgesellschaften aus verschiedenen Mitgliedstaaten“

    Und dann überlege man, wieso wir alle in dem Industrieprodukt, dem Netz, herum hängen. Selbst der Personalausweis ist der Netzwirklichkeit angepaßt. Das Netz wird nicht nachgefragt, sondern uns aufgezwungen. Das nennt man Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik.

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