Als Kitepastor verbindet Erik Neumann Glauben mit dem Wassersport. Auf den Wogen des Meeres fühlt er sich Gott besonders nahe.

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Kurz für Nicht-Eingeweihte erklärt: Was ist Kitesurfen?

Man hängt sich an einen Drachen und lässt sich übers Wasser ziehen.

Das klingt abenteuerlich.
Es ist nicht mehr der Extremsport wie früher. Kites sind mittlerweile so gut gebaut, dass man sie gut lenken kann. Es macht unheimlich Spaß, die Kräfte der Natur zu spüren: die Sonne, die Gischt, das Fliegen. Das Meer ist ein unglaublicher Spielplatz.

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Als Kitepastor hast du eine Viertelstelle?
Genau. Das bedeutet, dass wir zahlreiche Kitecamps besonders für Männer anbieten, zu Kitesurf Masters und auf Messen fahren, wie die „Seaside“ in Husum oder die Internationale Sportartikelmesse in München. Da stehen wir dann zum Beispiel bei den Longboardern und verteilen Sportlerbibeln. Oder wir bringen Drogenabhängigen Kitesurfen bei.

Das Ganze ist aus einem schweren Verlust entstanden …
Ja, 2017 starb plötzlich meine Frau. Die Regionalbischöfin hat mich besucht und unter anderem gefragt: „Was ist Ihnen besonders wichtig bei der Arbeit?“ Da habe ich ihr von den Männerkitecamps erzählt. Sie sagte: „Das klingt interessant, davon brauchen wir mehr. Dass Kirche zu den Sportlern geht.“ Deshalb hat sie daraus eine Stelle entwickelt.

„Die ganze Welt ist voller Spuren Gottes.“

Was ist an einem Kite-Pfarrer geistlich?
Wir machen das, was Jesus sagte. Er sagte, wir sollen zu den Menschen gehen. Und das machen wir. Außerdem ist die ganze Welt voller Spuren Gottes. Es fällt nicht schwer, Gott zu loben, wenn man auf dem Wasser ist.

Du kitest nicht nur mit den Teilnehmern der Camps, sondern besprichst auch Glaubensthemen – nicht wahr?
Ich frage die Leute vorher: Welche Themen interessieren euch? Das können Glaubensthemen sein, Lebensthemen oder gesellschaftliche Themen. Ich bereite diese Themen dann vor. Oft sind sie mit einem Bibeltext verbunden, wenn es denn passt. Wir lesen dann am Strand einen Abschnitt aus der Bibel. Die anschließenden Gespräche sind oft sehr persönlich, offen und vertrauensvoll. Ich komme da manchmal gar nicht richtig dazwischen. Das ist eine coole Erfahrung, die ich als Gemeindepastor mit Männern so sonst kaum mal habe.

Was war bisher dein schönstes Erlebnis auf den Camps?
Ein besonderes Erlebnis war, als wir mal den „Verlorenen Sohn“ gelesen haben. Thema war auch, dass wir uns Dinge einreden wie „Du bist nichts wert“ oder „Du tust nur so, als ob du arbeitest“. Irgendwelche Sachen, die uns das Leben madig machen. Danach haben wir ein Anspiel gespielt. Ich habe mich auf einen Stuhl gesetzt und gesagt: „Ihr klagt mich jetzt an. Aber stellt euch vor, hinter mir steht Gott und wehrt die Angriffe ab.“ Der, der Gott spielte, hat die Angriffe dermaßen gut abgewehrt, dass wir alle eine Gänsehaut bekamen, weil wir merkten: Ja, so stärkt der himmlische Vater uns den Rücken!

Danke für das Gespräch!

Die Fragen stellte Nathanael Ullmann.

Noch viel mehr rund um die christliche Kiteszene gibt’s auf www.ewigkite.de. Dort erzählt Erik Neumann ausführlich seine Geschichte.


Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift MOVO erschienen, die wie Jesus.de zum SCM Bundes-Verlag gehört.

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