Die diesjährige Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor stellt wie im Vorjahr die Folgen des Klimawandels für die Armen in den Mittelpunkt.

«Der Klimawandel ist bereits Realität, viele Menschen leiden darunter», sagte Misereor-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer am Donnerstag in Münster. Für die Industrieländer scheine der Klimawandel dagegen nur etwas Theoretisches zu sein.

 

Sayer zeigte sich entsetzt über den gescheiterten Weltklimagipfel in Kopenhagen. «Es ist katastrophal, was da vor sich gegangen ist.» Es gehe um das Überleben der Menschheitsfamilie, dafür müsse ein Bewusstsein geschaffen werden. Besonders die Kirchen seien dabei gefragt, da Gott den Menschen seine Schöpfung treuhänderisch anvertraut habe, unterstrich der Misereor-Geschäftsführer. Daher laute das Misereor-Motto für 2010: «Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können».

 

In den Köpfen und Herzen der Menschen müsse sich etwas ändern, forderte Münsters Bischof Felix Genn. «Das Fasten hat nur einen Sinn, wenn es eine soziale Rolle bekommt.» Umweltschutz sei nicht nur etwas für Ökofreaks, sondern auch für Christen. Der haitianische Pfarrer Père Wilnes Tilus ergänzte, dass das Erbeben in seiner Heimat gezeigt habe, «dass wir die Erde behüten und bewahren müssen».

 

Das 1958 gegründete Hilfswerk hat nach eigenen Angaben seit Bestehen mit 5,8 Milliarden Euro über 97.000 Projekte weltweit gefördert. Im vergangenen Jahr kamen über 51,1 Millionen Euro an Spenden zusammen, das sind rund sechs Millionen Euro weniger als im Vorjahr. «Das ist ein Rückgang der uns Sorgen macht», sagte Sayer. Er hoffe aber, dass der Abwärtstrend 2010 gestoppt werden könne.

(Quelle: epd)