GASTKOMMENTAR

Die Stiftung Christliche Medien (SCM) und die EKD haben in Berlin gemeinsam ein Symposium zum Thema „Mission“ veranstaltet. Bei allen theologischen Unterschieden sieht unser Gastkommentator Ulrich Mang vor allem die gemeinsame Berufung.

Heiter und voll gesammelter Eindrücke fahre ich nach Hause. Hinter mir liegt ein vollgepackter Tag mit wertvollen Impulsen, Akzenten und Begegnungen. Eingeladen hatten die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Stiftung Christliche Medien (SCM). Veranstaltungsort war die beindruckende Location der ICF in Berlin Tempelhof. Das Thema war polarisierend: „Mission Zukunft – Gemeinsame Aufgabe oder Streitfall“. Jedoch wurde „Mission“ nicht nur „durchstritten“ und theoretisch bedacht! Vielmehr wurden seine verschiedenen Facetten und Ausprägungen dargestellt und dadurch die grundlegende Motivation deutlich: Nämlich eine Kirche, die sich und die „Mission“ von der „Missio Dei“ her versteht.

Selbst wenn unterschiedliche theologische Aufassungen deutlich wurden – ob Mission absichtlos geschehen kann, wie das richtige Verhältnis von Gesetz und Evangelium ist, ob es überhaupt sinnvoll ist, über Mission zu streiten -, wurde deutlich, dass „Mission“ eine Aufgabe aller Christinnen und Christen ist und auf verschiedene Weise geschehen kann. Denn Mission geschieht tagtäglich: vor Ort, im Alltag aller Christenmenschen. Sie kann nicht nur über Strukturen und einen Einheitsbrei gedacht werden.

Mission ist vielfältig

Der oft gescholltene Begriff der „Vielfalt“ ist hier nicht vermeidbar, den Mission geschieht in der Nachbarschaft und darüber hinaus in meinem direkten Umfeld. Wenn ich Menschen in Freundlichkeit begegne, die womöglich von anderen gemieden werden. Sie geschieht aber auch dort, wo ich mich Kranken zuwende, freundlich nach dem Wohlbefinden frage oder den dringend nötigen Einkauf übernehme. Mission ist, wenn ich die Nachbarsfamilie mit ihren kleinen Kindern zum Krabbelgottesdienst einlade – oder den Vater zum nächsten Männerkreis. Zugleich ist es auch das richtige Wort zur richtigen Zeit, das Scheitern nicht verurteilt, sondern Trost, Halt und Hoffnung spendet. Mission ohne Trost und Hoffnung ist undenkbar! Mission ist aber auch die Umgebung wahrzunehmen und zu schauen sowie das, was sich durch mein Tun in der Nachfolge Christi ausdrückt! Gerade deshalb ist Mission auf alle Christinnen und Christen bezogen auch so vielfältig. – Mission ist einfach der „Lifestyle“ aller Christinnen und Christen!

Das Symposium war kein Schlusspunkt, sondern ein „Doppelpunkt“: Es gilt, das Durchdachte vom Kopf ins Herz wandern zu lassen und den Blick zu weiten. Dabei stellen sich zahlreiche Fragen:

  • Wie sieht Mission unter Jugendlichen aus, die sich nicht einfach etwas von außen überstülpen lassen? Wie kann Mission geschehen, die Jugend einen Raum zum Experimentieren eröffnet und zur Nachfolge befähigt? Die Jugend – eine Binsenweisheit – ist auch Kirche. Und zudem deren Zukunft!
  • Wie sind Mission, soziales Handeln und Diakonie noch stärker zusammenzudenken? Besonders mit Blick auf Armut und Not in Städten und Dörfern? Wo lässt sich eine missionarische Kirche vom Leid der Menschen berühren und bewegen?
  • Was bedeutet Mission in Ostdeutschland? Wie gilt es hier das „Evangelium zu kommunizieren“ und das auf andere, vielleicht auch innovative Weise?
  • Und wie ist Mission im „transkulturellen“ Kontext zu denken? Was bedeutet Mission mit Blick auf Flucht und Migration?

Der Mineralölkonzern „Esso“ warb einmal mit dem Slogan: „Es gibt viel zu tun. Packen wir´s an!“ Gleiches gilt auch für die Mission der Kirche: Mission ist ein „Miteinander (aller Christenmenschen) an einer Baustelle.“ Daher ist es entscheidend, sich nicht über den Bau zu zerfleischen, sondern Jesus zu folgen und gemeinsam an dieser Aufgabe zu arbeiten.

Also: „Packen wir´s an!“

Ulrich Mang ist Redaktionsmitglied des Kirchenmagazins 3Eund arbeitet als Autor und Lektor. Er lebt mit seiner Familie in Halle/Saale.

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