Jeden Winter führen Christen zwischen Halloween und Fastnacht die gleichen Diskussionen: Darf man säkulare Festbräuche fröhlich feiern, wie sie fallen? Oder muss man andere, um des Glaubens willen, davor warnen?

Von Thorsten Dietz

Am 31. Oktober tun manche Christen nicht nur kund, dass sie den Reformationstag begehen, sondern auch, dass sie Halloween ausdrücklich nicht feiern. Weihnachten betonen sie, dass der Weihnachtsmann von Coca-Cola oder wem auch immer erfunden sei, aber nichts mit dem Fest zu tun habe. Ähnlich ist es in der Faschingszeit. Hier möge es zwar Bezüge zur christlichen Botschaft geben. aber: Das Ganze sei eine krude Mischung aus heidnischem Aberglaube, Kommerz und Enthemmung, von der man sich bitte schön fernhalte.

Wer Orientierung geben möchte, sollte die Wirklichkeit nicht verzeichnen. Wie und unter welchen Umständen Feste und Gebräuche sich durchsetzen, ist eine sehr komplexe Frage. Hier einfach auf den „Kommerz“, die „Medien“ oder den allgemeinen „Glaubensverlust“ zu verweisen, ist zu einfach. Gebräuche setzen sich durch, wo sich die Faszination eines Themas, rituell-symbolische Griffigkeit und menschliche Grundbedürfnisse verbinden. In dieser Hinsicht waren und sind viele christliche Gebräuche ungeheuer erfolgreich. Es stimmt schlicht nicht, dass die westliche Welt heute von lauter heidnischen Bräuchen überschwemmt wird. Man übersieht leicht, wie stark christliche Traditionen nicht nur bewahrt, sondern auch neu gestiftet werden. Adventskränze kommen beispielsweise im 19. Jahrhundert auf und auch die St.-Martins-Umzüge sind eine Erfindung des 20. Jahrhunderts.

Unterscheidung zwischen Fakten und Fiktion

Wer vor Gefahren warnen möchte, sollte sich klarmachen: Jeder Fehlalarm vermindert die eigene Glaubwürdigkeit. Vor allem manch christliche Warnungen vor Halloween verbreiten überflüssige Ängste. Die Beliebtheit dieses Fests hat bei fast allen Kindern und Jugendlichen nichts damit zu tun, dass sie Kontakt zu übernatürlichen Mächten suchen. Figuren wie Dracula, Frankenstein und Co. sind popkulturelle Medienstars. Unzählige Film- und Serienformate haben Horror zum Mainstream für alle Altersgruppen gemacht: Hotel Transsylvanien für die Kleinen, The Walking Dead für die Großen und Harry Potter für alle dazwischen. Kaum ein Kinderzimmer kommt heute ohne Utensilien der Grusellust aus. Ich kenne keinerlei tragfähige wissenschaftliche Erkenntnis, dass diese popkulturelle Welle Menschen für okkulte Phänomene öffnet. Den meisten Kindern gelingt die Unterscheidung von Fakten und Fiktion dagegen sehr gut. Gerade durch das Verkleiden zu Halloween oder Fastnacht lernen Kinder, dass Zombies und Vampire keine realen Figuren dieser Welt sind. Insofern ist Halloween noch harmloser – als der „Glaube“ an die Zahnfee.

Ja, für manche sind diese Themen nicht nur Spaß, sondern Ernst, verzweifelter oder böser Ernst. Hier braucht es Christen, die mutig und beherzt ihren Glauben bezeugen. Denn die Gruselgestalten werfen wichtige Fragen auf, zu denen gläubige Menschen gesprächsfähig sein sollten: Was geschieht nach dem Tod? Wie gewinnt das Böse in der Welt Gestalt? Was hilft gegen unheimliche Bedrohungsgefühle? Wer an den lebendigen Jesus Christus glaubt, hat auf solche Fragen viel zu gute Antworten, um sich durch den erhobenen Zeigerfinger einmal mehr als Spaßbremse vom Dienst zu entlarven.

Thorsten Dietz ist Professor für Systematische Theologie an der Evangelischen Hochschule Tabor und ist Privatdozent an der Universität Marburg.

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27 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Danke, danke, danke, Thorsten Dietz! Du schreibst in klugen Worten das, was ich mir schon seit Jahren denke, aber leider nicht so gelassen und eloquent gegenüber einigen besorgten bis hysterischen Menschen aus dem christlichen Umfeld ausdrücken kann…

  2. Die Auswirkungen dass Horro usw. zum Mainstream gemacht wird, sehen wir massiv in unserer Teensarbeit die genau durch solche Sachen immer weiter dorthinein gezogen werden. Ein weiters Fest (und sogar Theologen) zu haben die das verharmlosen wird finde ich mehr als problematisch… Solche Aussagen „ist doch kein Problem, ist doch nur popkultur, es gibt keine Wissenschaftlichen Beweise…“ . Ich sehe die Auswirkungen in unserem Teenkreis und die sie definitv nicht schön.. Teens die sich bewusst in die Szenen (gothic dark usw) hinenbegeben und dadurch massiv an Identität verlieren, Ängste bei anderen Teens schüren und verbreiten, „Entführungen mit Ermordung“ aus Spaß nachstellen usw usw.. vielleicht nicht messbar oder erst in Jahren als reale Auswirkungen sichtbar, dann aber äußerst schwer, wissenschaftlich auf entsprechende „Verharmlosung“ zurück zu führen… Gerade als Kirche sollten wir hier unsern Auftrag war nehmen und eben nicht verharmlosen sondern klare Kante zeigen.

    Wir bieten da seit Jahren eine erfolgreich eine Christliche und bewusst grußelfreie Alternative an. HalloWas ein Mittelalterfest bei dem es um die Reformation geht… Wir als Christen sollten Alternativen aufzeigen, die weiter gehen als „eh ist doch alles harmlos“.

    • meines Wissens sind Szenen wie dark gothic für Jugendliche die absolute Ausnahme. Wenn Ihr da ein gemeindliches Problem habt, solltet Ihr die Ursache vielleicht nicht unbedingt beim Halloween suchen.

      • Wir gehen ganz bewusst zu den Menschen hin, die Jesus noch nicht kennen bzw. eben nicht christlich sozialisiert sind. Und es ist nicht nur ein „Problem“ mit der dark und gothic Szene sondern wir sehen, wie diese Verharmlosung von okkulten Sachen und Horror, wie sie z.B. an Halloween passieren, ganz klar negative Auswirkungen in den Leben der Teens hat. Ich denke jedem ist klar, dass man die Ursachen für Lebensveränderung nicht nur bei einer Sache suchen darf / kann. Aber die negativen Auswirkungen eben vieler solcher Verharmlosungen sind einfach zu offensichtlich bei uns. Gern lasse ich mich da aber von den positiven Effekten von Verniedlichung und Verharmlosung von solchen Dingen überzeugen, wenn sie mir das entsprechend plausibel erklären werden. Das hat der Autor des Artikel mit seinen Vermutungen aber hier nicht getan… zumal seine Aussagen diametral entgegengesetzt zu unseren Erfahrungen stehen.

        • Ich will die negativen Auswirkungen mancher okkulten Verirrungen nicht abstreiten (wobei ich Homöopathie u.ä. als deutlich gravierender erachte),

          Aber Halloween? Da Verkleiden sich Kinder und Jugendliche, feiern ein bisschen und gehen Süßigkeiten schnorren. In meiner Jugend war es das Rummelpottlaufen, was sehr ähnlich ist und was wir u.a. mit kirchlichen Jugendgruppen gemacht haben.

          Und was ist mit Fasching? Auch verurteilen? (Nun gut, da könnte ich als Norddeutscher schon eher Verständnis aufbringen 😉 )

          Zumal der Ursprung von Halloween ja sogar christlich ist: All Hallows‘ Eve, der Vorabend von Allerheiligen. Ein altes katholisches Brauchtum, allerdings ursprünglich ein eher besinnlicher ruhiger Tag. Der in Irland mit einer Volkssage um Jack O’Lantern seinen Gruselcharakter bekam (aber auch nichts anderes als in anderen Gegenden durch die Brüder Grimm geschah).

          Der heutige Brauch ist durch nach den USA ausgewanderte Iren entstanden, die aus Jacks Rübe einen Kürbis machten.

          Richtig ausgeufert ist es allerdings vor einigen Jahrzehnten aus kommerziellen Gründen, da die Unterhaltungsindustrie in den USA einen 3. Geschenketag (nach Weihnachten und inzwischen auch Ostern) im Herbst legen wollte (und auch geschafft hat). Das kann man sicher satanisch-geschäftlich nennen, ich nenne es eher eine der Verirrungen der modernen Instrustrienationen. Und da gibt es wirklich schlimmeres.

          Also lass doch den Kindern ihren Spaß.

          Zumal ich Luther mit seiner Kirchenspaltung und seinem Antisemitismus um einiges gruseliger finde als Halloween. Weshalb ich den Tag auch bewusst als Halloween bezeichne und nicht als Reformationstag.

          • Hallo Jörg, leider ist der Halloween Brauch viel Älter und auch Grausamer, ich habe es unten in einem Beitrag geschrieben.

            Die Informationen habe ich von einem englischen Geschichtsprofesor der sich mit Okultismus, alten Bräuchen und deren Ursprung befasst:
            Diese irische Volkssage von Jack O’Lantern ist eine Sage um, den ursprünglichen Charakter des Festes zu verschleiern.

            • Du findest, wenn Du weit zurück gehst, bei nahezu jedem christlichen Fest ein nichtchristliches Fest, was vorher auf diesem Tag lag. Das liegt nicht an der Gemeinheit der Heiden sondern daran, dass christliche Feste oft bewusst auf solche Tage gelegt wurden, um die alten Bräuche zu überlagern und abzuschaffen.

              Halloween geht nun mal auf die Iren und die Legende um Jack zurück. Das es nach der Erntezeit viele nichtchristliche Feste gab, auch bei den Kelten und anderen, tut da nichts zur Sache.

              Allerdings gibt es eine christliche Szene, die hier mit viel Fantasie kräftig was dazu dichtet. So taucht auch immer wieder gern ein keltischer Totengott Samhain auf, dem angeblich geopfert wurde. Nur das es diesen Totengott bei den Kelten gar nicht gab.

              Aber derartige Geschichten werden dann so oft gegenseitig zitiert und wiederholt, dass manche das dann tatsächlich glauben.

  3. Die Kinder haben Spaß daran sich zu verkleiden und in eine andere Rolle zu schlüpfen. Das Gruselige übt zudem eine eigene Faszination aus, solange man sich als Kind (oder auch Erwachsener) sicher fühlt und weiß, dass diese Maskierung mit der eigenen Person nichts zu tun hat. Dass es tatsächlich unheimliche Mächte und Phänomene gibt, sollte man schutzbedürftigen Kindern nicht sagen, um sie nicht zu ängstigen. Die Erwachsenen machen bei Halloween nur mit, weil es alle tun. Am besten ist es, den Kindern ihren Spaß nicht madig zu machen und ansonsten Halloween keine besondere Beachtung zu schenken.

  4. Es wird Zeit das wir „Christen“ aufwachen ,bin zur Zeit in einer Notlage finanziell un
    au Seelisch dran sind zum größten Teil meine Kinder Schuld, bin 84Jahre alt von
    meinen Kinder allein gelassen, zu meinem Geburtstag erhielt ich Hausverbot ein
    besonderes Geschenk
    Hilfe suchte ich in der Evangelischen Kirche , in der Katholischen Kirche in Freikirchlichen Gemeinden, wandte mich an Bibel TV, nirgends war Hilfe zu bekommen staune über eine Fahradausleihe in Freiberg dort erhielt ich von dem
    Cheffe der Ausleihe ein Fahrrad kostenlos geliehen Er hatte wohl gespürt in was
    für einer Lage ich bin.
    In der Bibel steht doch? Wer sich des Armen erbarmt leiht Gott “ Darum geht es will nichts geschenkt nur einen Vorschuss, zahle dann alles schnellstens zurück und
    würde gern auch noch eine oder mehrere Spenden draufzahlen, Bibel TV wird ja
    Von Spenden finanziert, wie könnte ich mir nur erlauben dort um Hilfe zu bitten.
    Grüße Egon Pfeiffer

  5. Ein typischer Kommentar, der an der Realität klar vorbeigeht. Man sollte mit ehemaligen Hexen usw. reden und nicht mit Menschen, die keine Erkenntnis des Geistlichen besitzen. Außerdem, was hat das Christentum mit dem Heidentum zu tun? Wir sollen uns lt. Bibel nicht der Welt anpassen, auch nicht der katholisch geprägten.

  6. Die theologische Problematik dieses Artikels ergibt sich erst, wenn man weiß, dass Herr Dietz bei Worthaus Referent ist.
    Ja, eine Hysterie gegenüber dem Okultem ist nicht von Gott. Eine Verharmlosung aber auch nicht. Christen sollten Licht und Salz sein, und das fängt bei der Ablehnung von bösem Spaß an.
    Worthaus will die Frommen nun auch zur Bibelkritik verführen, damit die Einheitsreligion kommen kann (meine Beurteilung). Die Bibel wird dem Urteil der Menschen unterstellt, nicht umgekehrt. Eine Maxime ist: wir glauben nicht der Bibel, sondern Jesus. Damit kann aber jeder glauben, was er will. Wenn jemand ernsthaft nach Gott fragt, kann er trotzdem seine eigene Stimme für Gottes Stimme halten. Nein, Gott hat uns als Richtschnur sein Wort gegeben, welches in Ewigkeit gültig ist.

    • Und wie erklärst Du dir, dass alle die Christen, die sich als bibeltreu bezeichnen, dennoch theologisch so oft nicht einer Meinung sind?

      Oder oft genau dann zu Interpretieren anfangen, wenn Ihnen das Wort selbst nicht Kram passt? (So z.B. beim Thema Abtreibung, die laut Bibel ganz klar kein Mord ist)

      Ist ein Zugrundelegen der Bibel ohne Interpretation überhaupt möglich?
      Ist es nicht eher ein Bibelbastelbogen, wenn man sich aus dem Zusammenhang gerissene Bibelverse um die Ohren haut und den Kontext nicht beachtet?

      Und sobald man den Kontext beachtet, stellt sich sofort die Frage, wie weit der geht, sprich man interpretiert.

      • Woher haben sie, dass Abtreibung “laut Bibel ganz klar kein Mord ist“?
        Jetzt bin ich auf eine klare theologische Auslegung, ohne aus dem Zusammenhang gerissene Verse, gespannt.

        • Dazu muss ich nichts aus dem Zusammenhang reißen.

          2. Mose 21:

          die Strafe für Mord wird in Vers 12 definiert:
          Wer einen Menschen schlägt, dass er stirbt, der soll des Todes sterben.

          Vers 22, Tötung eines Fötus:
          Wenn Männer miteinander streiten und stoßen dabei eine schwangere Frau, sodass ihr die Frucht abgeht, ihr aber sonst kein Schaden widerfährt, so soll man ihn um Geld strafen, wie viel ihr Ehemann ihm auferlegt, und er soll’s geben durch die Hand der Richter.

          Jetzt bin ich mal gespannt, ob das Wort der Bibel hier was zählt oder doch mehr die eigene Überzeugung.

          • Wo steht in diesen Versen, dass Abtreibungen in Ordnung gehen? Eine Auslegung ihrerseits fehlt.

            Vers 22 sagt nur aus, wie damit umgegangen werden soll, wenn Männer sich so streiten, dass eine unbeteiligte Schwangere unabsichtlich so getroffen wird, dass sie eine Fehlgeburt erleidet. Das wird dann nicht als Mord gerichtet, sondern als Unfall, sonst müsste es ja auch hierfür die Todesstrafe geben.

            Dieser Vers sagt nichts über einen absichtlichen Mord eines ungeborenen Kindes, sprich Abtreibung, aus.

            Oder zählt hier ihre Überzeugung mehr als das Wort der Bibel?

            • Der Satz sagt aus, das die unabsichtliche Tötung eines Menschen und eines Fötus unterschiedlich gesehen werden. Beim Fötus wird rein der Schaden für die Eltern gesehen. Mithin ist ein Fötus noch kein Mensch und eine Abtreibung kein Mord.

              Übrigens habe ich nie geschrieben, dass Abtreibung in Ordnung ist. Bitte mir nichts falsches unterstellen (Stichwort: Falsch Zeugnis reden und so). Ich habe geschrieben, dass sie kein Mord ist. Die Stelle bei Mose zeigt ja, dass ein Fötus durchaus schützenswert ist. Nur eben (noch) kein Mensch.

              Wenn Du eine Bibelstelle kennst, die Abtreibung als Mord einordnest, werde ich meine Meinung ändern. Kannst Du es nicht, ist diese Bibelstelle hier maßgeblich und deine Ansicht unbiblisch.

            • Du hast allerdings in einem Recht: Ich hätte hier auch Vers 13 berücksichtigen müssen, damit der Fall vergleichbar ist, da es sich in beiden Fällen um Fahrlässigkeit (allerdings keinen Unfall wie Du meinst)

              12 Wer einen Menschen schlägt, dass er stirbt, der soll des Todes sterben. 13 Hat er ihm aber nicht nachgestellt, sondern hat Gott es seiner Hand widerfahren lassen, so will ich dir einen Ort bestimmen, wohin er fliehen kann.
              siehe auch: http://www.web-fortbildung.de/bibel/index.php/Menschliche_Rechtsprechung#Fahrl.C3.A4ssige_T.C3.B6tung

              Bei einem Menschen folgt also nicht Tod sondern Verbannung, bei einem Fötus wird mit Geld der Schaden der Eltern beglichen. Vergleicht man das mit anderen Gesetzen, so wird es gesehen und bestraft wie eine Körperverletzung der Mutter (auch der Link nennt daher den Tod des Fötus eine Körperverletzung).

              Also nichts mit Mord und nichts damit, das ein Fötus ein Mensch ist.

              • “Also nichts mit Mord und nichts damit, das ein Fötus ein Mensch ist.“

                Genau, und von daher kann diese Bibelstelle nicht im Bezug auf Abtreibungen genommen werden, da diese immer eine bewusste, absichtlich herbeigeführte Tat sind.

                Ist nun ein Fötus knapp vor der Geburt weniger Mensch, als ein beispielsweise in der 25. Woche Frühgeborenes?
                Wer definiert, ab wann ein Fötus schützenswert ist und bis wann er abgetrieben werden darf? Oder beginnt das Leben erst mit der Geburt?

                Wer die Maßstäbe Gottes an das Leben nicht anerkennt, muss zwangsläufig eigene Wertvorstellungen ansetzen, und diese stehen fast immer im Gegensatz zu Gottes Wort (damit meine ich nicht Sie, sondern unsere aktuelle politische Landschaft)

                • Ich habe mir schon gedacht, dass du das auf diese Schiente ‚Vorsatz‘ schiebst.

                  Nur ging es darum gar nicht sondern um die Frage, ob ein Fötus ein Mensch ist. Und da zeigt diese Bibelstelle: Nein. In der Tat wird biblisch ein Fötus erst durch die Geburt ein Mensch. Aus humanistischen Gründen haben wir heute eine andere Definition, biblisch wäre sie nicht (ich halte sie allerdings für richtig, aber es geht hier ja um die biblischen Aussagen)

                  Das hat zur Folge, dass die Vorsatzfrage sich gar nicht stellt, da es danach eben gar nicht das vorsätzliche Töten eines Menschen (also Mord) ist, da es eben kein Mensch ist.

                  Insofern kann man sogar sagen, dass der feministische Spruch ‚mein Bauch gehört mir‘ absolut biblisch ist. Das mag für manche bitter sein, aber das ändert nichts an der Bibel.

    • „Glauben Sie mir, als Voodoo-Priester war Halloween ein spirituelles Highlight und ich war voll mit dabei. Aber lassen Sie mich etwas zu den dämonischen Ursprüngen des Festes erzählen. Die Kelten glaubten, dass in der Nacht vom 31. Oktober die Verstorbenen zurückkehren, um sich für ein Jahr den Körper eines Lebenden auszusuchen. “

      Das ist, gelinde gesagt, völliger Unsinn, der aber in bestimmten christlichen Kreisen immer noch kursiert und das macht für mich diesen ehemaligen angeblichen Voodoo-Priester völlig unglaubwürdig.

      Ich denke, gerade als Christ sollte man bei der Wahrheit bleiben, auch wenn die Fiktion so schön ins Weltbild passt.

  7. Wir feiern Halloween aus nicht-christlichen Gründen nicht.
    Zum Einen sind es eben NICHT die Kinder, die das Verlangen haben, sich als Gruselmonster zu verkleiden, Harry-Potter zu lesen oder Dracula anzuschauen. Das sind immer die Eltern, die die Vorauswahl treffen. Und die Eltern, die Halloween als Fest einführen. Und die Kinder machen das mit, wie sie eben alles mitmachen und konsumieren, was ihnen die Eltern, Freunde, KindergartenerzieherInnen vorgeben.
    Zweitens finden wir es persönlich einfach unästhetisch, wenn sich Menschen, insbesondere Kinder so verkleiden und schminken.
    Drittens ist Halloween (zumindest in unserer Gegend) kein gewachsener Brauch, sondern es ist eine rein kommerzialisierte und säkularisierte Variante eines Brauchs, der zB in Irland oder Amerika eine lange Tradition hat. Uns fehlt also der kulturelle Bezug und auf uns wirkt das hier sehr aufgesetzt, wenn am Abend mal 2-3 Eltern verloren durch die Straßen tappen, ihre 4-Jährigen im Schlepptau, die von nichts eine Ahnung haben, und sie dann animieren „Süßes oder Saures“ zu sagen.
    Viertens sehen wir anlässlich der Diskussionen über übergewichtige Kinder, Diabetes Typ II bei Kindern und zu viel Zucker in der Ernährung, während über den Globus verteilt alle 10 Sekunden ein Kind verhungert, absolut keinen Grund, ein Fest zu unterstützen, an dem vor allem die Zuckerindustrie verdient und bei dem Kinder, die Süßigkeiten immer in Griffnähe haben, sich die Taschen noch mehr voller Süßigkeiten stopfen.
    Fünftens finden wir es pädagogisch nicht wertvoll, dass ein „Brauch“ darin besteht, andere Menschen unter Androhung von „Strafe“ um Süßigkeiten zu erpressen – und leider animieren Eltern ja auch ihre Kinder dazu, Menschen, die keine Süßigkeiten haben oder geben wollen, übel mitzuspielen. Soviel zum Thema „Wertevermittlung“…

    Schade, dass Menschen wie wir nun sogar von einem sehr intellektuellen Menschen wie Thorsten Dietz einfach platt als „Spaßbremsen“ abgestempelt werden.

    • Alle Deine Argumente kann ich sehr gut nachvollziehen.

      Aber ich kann es genau so gut nachvollziehen, wenn Eltern meinen: Lass doch den Kindern ihren Spaß, denn es ist zumindest in meinem Umfeld nicht so, dass die Kinder da von den Eltern besonders motiviert werden müssen.

      Ich denke, man sollte das Thema nicht so hoch hängen als satanistische Umtriebe o.ä. (was Du ja nicht tust) sondern es einfach -und da bin ich im Grundsatz völlig bei dir- unter erzieherischen-pädagogischen Gesichtspunkten. Und da kann man eben zu beiden Ergebnissen kommen.

  8. Lieber Thorsten Dietz,

    ich glaube auch, dass von den Mitbürgern, die Helloween begehen, vermutlich die wenigsten das Übersinnliche suchen oder durch Helloween mit dämonischen Mächten in Berührung kommen.

    Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass verschiedene Christen im Heiligen Geist in der gleichen Frage zu verschiedenen Ergebnissen kommen können, und dabei beide Entscheidungen richtig sind. Helloween ist sicherlich eine solche Frage, bei der die einen Christen im Heiligen Geist fröhlich mitmachen, während die anderen im Heiligen Geist zur Überzeugung kommen, dass es für sie falsch ist, mitzumachen. Dieser Aspekt kommt mir in Deinem Kommentar ein bisschen zu kurz.

    Was Helloween betrifft, gehöre ich persönlich zu den Letztgenannten und das sind meine Gründe:
    • Ich sehe keinerlei Grund oder Veranlassung, mich an Helloween zu beteiligen.
    • Helloween ermutigt Kinder zum Vandalismus und zur Anarchie – keine guten Werte. Ein ähnliches „Fest“ – die „Freinacht“ – lehne ich aus gleichem Grund ab. Für christliche Feste sind solche Gebräuche atypisch. Im Gegenteil, Luther schreibt über das Eigentum des Nächsten: „sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen, bessern und behüten.“
    • Für den, an dessen Tür geklingelt wird, ist Helloween oft übergriffig: Macht man nicht mit, d.h. hat keine Süßigkeiten parat, wird man nach dem Motto „Süßes oder saures“ als Spaßbremse beschimpft oder gar bedroht. Wenn etwas nicht freiwillig ist, habe ich zumindest schon dreimal keine Lust, mitzumachen.
    Man stelle sich vor, die Sternsinger würden dem, der nichts spenden will, Schuhcreme auf die Türklinke schmieren – das gäbe einen schönen Skandal.
    • Ich hab generell nichts übrig für Aberglaube, Horoskope, Glückskekse, oder Bleigießen – und auch nichts für Helloween. Das ist alles nicht meine Welt als Christ.
    • Den Tod und das Gruseln feiern, Kindern Angst machen – sehe ich kritisch.

    Schade auch, dass Du mit Mitchristen so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ich habe mich in meiner Zeit in Tabor ja auch noch an mancher Erfahrung abgearbeitet. Inzwischen ist aber mein Eindruck, dass die Generation der „Warner“ – oder meinetwegen auch „Spaßbremsen“ – schon seit mindestens 10 Jahren beim HERRN ist oder in den Gemeinden keine Rolle mehr spielt. Die allermeisten Christen, denen ich begegne, sind fröhliche, freundliche und wohlwollende Menschen – ob sie jetzt bei Helloween mitmachen oder nicht.

    Viele Grüße von Deinem alten Schüler
    Johannes Bauer, Unterschleißheim bei München.

  9. Hallo Comunity,
    ich lehne Halloween ab da es sich um ein altes keltisches Opferritual handelt und keinesfalls, wie uns die Werbung weißmachen möchte ein Happening, eine Gruselparty ist.
    Viele kennen den Ursprung des Halloween gar nicht, einfach mal so für diejenigen die es interessiert:
    Halloween Oder Haal Wen ist ein keltisches Opferfest zur Zeitenwende ( Winter – Sommer), dort wird ein kleines Kind, ein Erstgeborenes den Göttern geopfert, das heißt das Kind wird bestialisch getötet.

    Wessen Neugeborenes vom Stamm, Clan, geopfert wird entscheidet ein Druide, dieser stellt einen ausgehölten Kürbis mit einem Licht vor die Hütte der Familie dessen Kind geopfert werden soll, danach wird das Kind ein einer grausamen Zeremonie umgebracht.

    Dieses Fest kommt in Irland und Teilen von Schottland noch im Mittelalter statt, erst durch die Christianiesierung wurde es verpönt, fand aber immer noch im geheimen statt. Nur wurde dann kein Kind mehr geopfert sondern es wurde um Süßigkeiten und Essen von Kindern gebettelt.

    Ausgewanderte Iren und Schotten brachten dann das „Fest“ nach Amerika, wo es zuerst nur unter den Iren und Schotten gefeiert wurde bis es findige Werbestrategen es zu einem Event gemacht haben, wie wir es in der heutigen Zeit kennen.

    Durch US Militär und Werbeunternehmen fand es den Weg zu uns .

    Also, alles in Allem kein „LUSTIGES EVENT sondern ein MORDSSPEKTAKEL“

    • > Halloween Oder Haal Wen ist ein keltisches Opferfest

      Bitte belege das mal mit einem seriösen Link (also möglichst einem völkerkundlichen und nicht irgendwelche Facebookseiten).

      Ich habe das gerade mal versucht zu recherieren und könnte diesbezüglich nicht mal unseriöse Seiten finden.

      Hall oder Haal steht in Ortsnamen für Salz. Mehr konnte ich nicht finden.

      Ich bin mir ja absolut sicher, dass Halloween von All Hallows‘ Eve, also Vorabend von Allerheilgen, kommt. Was ja auch Sinn machen würde.

      Aber Du wirst ja sicher Quellen für deine Behauptung haben. Und ich lerne immer gern was dazu.

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