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Woher stammt die christliche Fastentradition? In der Alten Kirche bereiteten sich die Katechumenen so auf ihre Taufe vor, erklärt Professor Andreas Müller. Festgelegt wurde es schließlich durch das Ökumenische Konzil von Nizäa (325 n. Chr.). Die Reformatoren wiederum waren gegen den Fastenzwang. Ein Überblick.

LinkFasten in der Alten Kirche (EKD)

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Im Hinblick auf Heil kennt die Bibel ein qualitatives und ein quantitatives Fasten, eines, das der Unterscheidung des Heiligen dient, und eines, das auf die Begegnung mit dem Heiligen vorbereitet. Eine dritte Weise des Fastens begegnet uns in Jesu vierzigtägigem Wüstenaufenthalt, es hat mitinspirierende Bedeutung für das Fasten von Christen.
    Die erste Fastenempfehlung empfängt der Mensch von Gott. Sie bezieht sich auf ein qualitatives Fasten: auf das Nichtessen der Frucht vom „Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen“; dieser Baum symbolisiert die Grenze zwischen Schöpfer und Geschöpf. – „Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, an dem du von ihm ißt, mußt du des Todes sterben“ Gen 2,16. – „Gut und Böse erkennen“ ist eine altorientalische Chiffre für alles wissen und alles machen können.
    Dafür muß der Mensch als wachsendes Wesen erst reifen. Den Kairos für die Schenkung dieser Frucht behält sich darum der Schöpfer vor. Daß der Mensch diese Ordnung respektiert, gehört zu seinem gotteskindlichen Reifungsprozeß: er übt sich ein in die Wahrheit, daß er seine Existenz seinem Schöpfer verdankt, daß die Schöpfung nicht etwa vorhanden und beliebig manipulierbar, sondern ihm anvertraut ist.
    Quelle Vortrag von Heinrich Speamann Überlingen

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