Die hannoversche Landeskirche sorgt sich um die Annahme von Geld aus dem Klingelbeutel bei Banken. Landauf landab nähmen viele Banken Münzgeld nur noch gegen Gebühr an, sagte Pressesprecher Johannes Neukirch am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das könne in einigen Fällen auch Kollektengelder aus dem Klingelbeutel oder Sammelbüchsen treffen.
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Im Einzelfall müssten die Pfarrer vor Ort eine Regelung mit den jeweiligen Banken aushandeln. Die hannoversche Landeskirche ist mit mehr als 1.250 Gemeinden zwischen Göttingen und der Nordsee die größte evangelische Landeskirche in Deutschland.

Ausnahmeregelungen für Spenden und Kollekten?

Kirchengemeinden sind verpflichtet, Kollektengelder umgehend zu Bank zu bringen und dem vorgesehenen Spendenzweck zuzuführen. Die Landeskirche suche nach Wegen, wie das auch künftig auf unkomplizierte und flexible Weise geschehen könne, sagte Neukirch. Die Kirche hoffe auf Ausnahmeregelungen für Spenden und Kollekten wie etwa bei der Sparkasse Hannover. In einigen Fällen müssten sich die Gemeinden jedoch möglicherweise damit abfinden, Gebühren für Münzen aus dem Klingelbeutel zu zahlen.

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Hintergrund ist die „Bargeldprüfungsverordnung der Europäischen Union“. Danach müssen Banken seit Anfang 2015 prüfen, ob Hartgeld echt und unbeschädigt ist. Dafür müssen sie besondere Geräte anschaffen. Die Sparda-Bank Hannover hatte in dieser Woche erklärt, als erste deutsche Bank in 23 von 25 Filialen überhaupt kein Münzgeld mehr anzunehmen oder auszugeben.

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Was muss „noch geschehen“, um gesammelte Spendengelder (Sammelbüchsen, Klingelbeutel…) madig zu machen. Die EU entpuppt sich immer mehr als „Bremser“ in unserer Gesellschaft

  2. In meiner Gemeinde gibt es keinen Klingelbeutel. Das fand ich gerade als junger Christ höchst angenehm! Oftmals fühlt man sich doch innerlich gedrängt, es „klimpern“ zu lassen. Reife Gemeinden erkennen das.

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