Ekkehart Vetter als Allianz-Vorsitzender eingesegnet

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Ekkehart Vetter (epd-bild / Stefan Arend)
In einem Festgottesdienst ist Ekkehart Vetter (60) am Dienstag in Schwäbisch Gmünd als Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz eingesegnet worden. Vertreter von Landes- und Freikirchen gratulierten dem Präses des Mülheimer Verbandes zu seinem neuen Amt. Sein Vorgänger Michael Diener wurde mit Dank verabschiedet.

Unter den Gratulanten war auch die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer. Sie bot der Allianz „offene, fruchtbare Gespräche“ an. Die EKD brauche die Perspektive der theologisch konservativen Evangelikalen, betonte Schwaetzer in einem Grußwort. Gleichzeitig forderte sie einen respektvollen Umgang miteinander.

Der Vorsitzende der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Ansgar Hörsting (Witten), sagte in einem Grußwort, sein Verband schätze das evangelikale Profil der Allianz. Er freue sich auch, dass mit Vetter ein Freikirchler neuer Vorsitzender geworden sei.

Ekkehart Vetter hatte das Amt bereits zu Jahresbeginn angetreten und wurde nun offiziell eingeführt. In seiner Predigt sagte der Pfarrer aus Mülheim an der Ruhr, Einheit unter Christen entstehe nicht durch Kompromisse, Diplomatie oder die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Christen müssten sich gemeinsam auf Jesus Christus fokussieren. „Wo er groß wird, werden unsere Probleme miteinander kleiner“, sagte Vetter.

Vetter leitet als Präses den Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden, zu dem 43 Gemeinden mit rund 4.700 Gemeindemitgliedern gehören. Vetter ist der erste Allianz-Vorsitzende mit pfingstkirchlich-charismatischem Hintergrund. Er hat das Ehrenamt für sechs Jahre übernommen.

Werth: „Die Zeit mit Michael Diener hat der Allianz gutgetan“

Michael Diener hatte seinen Rückzug als Allianz-Vorsitzender ein Jahr vor dem Ende der Amtszeit mit seiner Wahl in den EKD-Rat im Jahr 2015 und der dadurch gestiegenen Arbeitsbelastung begründet. Sein Vorgänger als Allianz-Vorsitzender, Jürgen Werth, sagte bei der Verabschiedung, Diener habe gesagt, was er denke und sich dafür bisweilen „eine blutige Nase geholt“ sowie manche schlimme Kritik ertragen müssen. Doch die Zeit mit Diener habe der Allianz gutgetan. Er sei ein Vorsitzender mit Ecken und Kanten gewesen, nicht so sehr ein Moderator.

Zum neuen zweiten Vorsitzenden der Allianz wurde mit großer Mehrheit der Pastor der Evangelischen Gemeinschaft München, Siegfried Winkler, gewählt. Der 52-Jährige ist Vorsitzender der Evangelischen Allianz in München.