Die Kirchen in Deutschland tragen die angekündigten Corona-Einschränkungen mit, gehen aber selbstbewusster als noch im Frühjahr damit um. Ein Überblick.

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Der Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) empfiehlt, den Regelungen der Bundesländer und örtlichen Gesundheitsämtern zu folgen. Gottesdienste vor Ort seien demzufolge unter Auflagen möglich. Wo der Platz nicht ausreiche, seien Gottesdienste in Schichten bzw. „Hybrid-Gottesdienste“ mit Online-Übertragung gangbare Wege. Auch Hausgottesdienste innerhalb der Familie werden empfohlen.

Für die Erstellung und bzw. Anpassung von Hygiene- und Lüftungskonzepten bietet der Bund Vorlagen an.

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Bund FeG: Konzept für Gesundheits- und Infektionsschutz

Auf der Homepage des Bundes evangelisch-freikirchlicher Gemeinden (BEFG) heißt es: „BEFG-Gemeinden sind angehalten, gemäß dem Schutzkonzept des Bundes und den jeweils gültigen Landesverordnungen ihre Gottesdienste unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln durchzuführen. Während der Gottesdienste sollte ein Mund-Nase-Schutz getragen werden, und auf das Singen sollte verzichtet werden.“

Auch der BEFG bietet Vorlagen zum Download an und listet darüber hinaus die Maßnahmen der einzelnen Bundesländer gesondert auf.

BEFG: Schwerpunkt Corona

Die evangelische Landeskirche Hannovers teilt auf ihrer Homepage mit: „Es werden weiter Gottesdienste, auch Kasualgottesdienste und Andachten, gefeiert.“ Die Hygienemaßnahmen seien gegebenenfalls noch einmal zu verstärken. „Gottesdienste müssen und sollten nicht abgesagt werden.“ Die Kirchen sollen auch im November geöffnet bleiben.

„Mit zusätzlichen kurzen Andachtsformen und Gebetszeiten ist die Kirche für die Menschen da, die in diesen Zeiten Trost und Halt suchen.“Die Kirche wolle sich auch dafür einsetzen, dass Seelsorgerinnen und Seelsorger weiter Zugang haben zu einsamen, älteren, kranken und sterbenden Menschen hätten. Dies sei vor Ort mit den Krankenhäusern und Heimen konkret zu verabreden

Kirche Hannovers: Umgang mit dem Corona-Virus im kirchlichen Leben

Selbstgemachte Coronamaske
Markus Faymonville / E+ / via Getty Images

Die Evangelische Kirche in Mecklenburg-Vorpommern hat ihre Handlungsempfehlungen ebenfalls aktualisiert. Gottesdienste seien vom Veranstaltungsverbot ausgenommen. „Für diese gelten weiterhin die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln.“ Bei allen Zusammenkünften solle ein Mund-Nase-Schutz getragen werden. Die Landeskirche empfiehlt außerdem, Sitzungen digital durchzuführen oder zu verschieben.

Hygienekonzepte sind für alle Veranstaltungen obligatorisch, Vorlagen bietet die Landeskirche zum Download an.

Ev. Kirche in Mecklenburg-Vorpommern: Corona-Virus: Empfehlungen, Maßnahmen, Aktuelles

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat ein gemeinsames Statement mit der Lippischen Landeskirche und der Evangelischen Kirche im Rheinland veröffentlicht. Darin heißt es: „Uns liegt am Herzen und wir sehen uns in der Pflicht, unserem seelsorglichen Auftrag – wie schon im Frühjahr – unter veränderten Rahmenbedingungen weiter mit ganzer Kraft nachzukommen.“ DFaher lade man weiter zu Präsenzgottesdiensten ein, allerdings unter „strengen Schutzmaßnahmen“. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger der Landeskirche seien ansprechbar. Kirchliche Beratungsstellen würden weiter Hilfe und Unterstützung anbieten. Grundsetzlich gelte: „Maßgeblich für alles Handeln vor Ort ist die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW“.

Die Evangelische Kirche im Rheinland ermahnt auf ihrer Homepage dazu, die geltenden behördlichen Regelungen „in jedem Fall“ einzuhalten. Diese könnten lokal noch über die Maßnahmen hinausgehen, die im November bundesweit gelten. „Als Kirche werden wir tun, was nicht nur in diesen schwierigen Zeiten unsere Aufgabe ist und was wir bereits mit großem Engagement Tag für Tag in der Corona-Pandemie tun: mit der guten Botschaft nah bei den Menschen zu sein und ihnen in Verkündigung, Seelsorge, Beratung und diakonischem Handeln beizustehen.“

Westfälische Kirche: Informationen und Hinweise zum Umgang mit der COVID-19-Pandemie

Rheinische Kirche: Coronavirus – aktualisierte Empfehlungen

Die Nordkirche weist darauf hin, dass Gottesdienste weiter stattfinden dürfen und sollen – mit dem „bewährtem Hygienekonzept“. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt schrieb auf Twitter:

Die Handlungsempfehlungen der Nordkirche für kirchliche Veranstaltungen werden aufgrund der jünsgsten politischen Beschlüsse aktuell überarbeitet und dann hier veröffentlicht. Dort stellt die Landeskirche auch umfangreiches Informationsmaterial sowie Vorlagen zur Verfügung.

UPDATE: Aktualisierte Handlungsempfehlungen der Nordkirche (4.11.)

Die Evangelische Landeskirche Württemberg hat umfangreiche Informationen zum kirchlichen Leben in Corona-Zeiten veröffentlicht. Neue Handlungsempfehlungen gibt es allerdings noch nicht. „Wir beobachten die Entwicklung sehr genau und informieren, sobald die neuen Regelungen bekannt und analysiert sind“, heißt es auf der Homepage.

Württembergische Kirche: Aktuelles rund um das Corona-Virus

Die Evangelisch-lutherische Kirche in Bayern stellt online umfangreiche Empfehlungen und Material zum Corona-Virus bereit. Diese wurden allerdings zuletzt am 19. Oktober aktualisiert und berücksichtigen noch nicht die jüngsten Entwicklungen.

Bayerische Landeskirche: Aktuelle Empfehlungen für Gemeinden

Die Evangelisch-reformierte Kirche empfiehlt ihren Gemeinden nach den Beschlüssen der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, weiterhin Gottesdienste zu feiern. „Wir sind sehr froh darüber, dass wir dem Bedürfnis vieler Menschen entgegenkommen können, gerade in dieser Zeit in der Kirche als einem Trostraum zusammenzukommen“, sagte Kirchenpräsident Martin Heimbucher. Man sei sich der „hohen Verantwortung“ bewusst, das Risiko von Infektionen mit dem Corona-Virus so weit wie möglich zu minimieren. In den Gemeinden würden die dafür notwendigen Hygieneregeln „mit Sachverstand, Umsicht und Routine umgesetzt.“

Reformierte Kirche: Gottesdienste weiter feiern

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, begrüßte, dass Gottesdienste im November unter Einhaltung der geltenden Hygieneauflagen weiter stattfinden können. Er sprach von „notwendigen Maßnahmen“ und rief dazu auf, sich angesichts der Pandemie vorsichtig zu verhalten und das neue Regelwerk auch in kirchlichen Zusammenhängen einzuhalten.

Die oldenburgische Kirche hat bislang noch keine neuen Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Es gelten die bestehenden Sicherheitskonzepte. An den geplanten Gottesdiensten zum Reformationsfest wolle man „weitgehend festhalten“, sagte ein Sprecher gegenüber evangelisch.de. Die Zahl der Teilnehmenden sei streng limitiert, heißt es auf der Homepage der Kirche.

 

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich bin froh, dass Kirchen trotz Lockdown geöffnet sind. Ich bin Mitglied einer großen freikirchlichen Gemeinde. Wegen Corona haben wir ein striktes Hygienekonzept. Außerdem sind alle Gottesdienstbesucher auf einer Liste registriert. Mir ist noch kein einziger Coronafall bekannt! Warum klappt das nicht auch woanders in der Öffentlichkeit? Ich finde, es ist ein absolutes Armutszeugnis, einfach alles zu schließen, wo Menschen zusammenkommen, z.B. Restaurants, wo ebenfalls ein striktes Hygienekonzept nachweisbar ist! Sogar als Stammkunde in „meinem“ Lokal muss ich mich jedes Mal registrieren lassen! Bisher (dreiviertel Jahr) kein Corona! Es gibt verantwortungsvolle Wirte, für die das AUS wie ein Todesstoß ist!

    • Dreiviertel der Coronaansteckungen unbekannt

      Dreiviertel der Coronaansteckungen sind unbekannt. Sie können überall herkommen, u. a. leider auch durch Gottesdienste.
      Ich bin davon überzeugt, dass die Massnahmen unserer und anderer Regierungen den Schutz menschlichen Lebens und damit seiner Würde ausdrückt. Immerhin zeichnet die Coronakrise in Europa doch ein anderes Bild als jenes vom ewigen Zank, einem nicht Weiterkommen bei Lösungen und Entscheidungen sowie beim Versagen in der Flüchtlingskrise. Wenn die staatlichen Organe alles tun, die Pandemie nicht in einem Fiasko enden zu lassen, muss man dafür dankbar sein und gegebenenfalls eher Orden verleihen. Es gibt zugegeben eine Sperrminorität von Menschen, welche die weltweite Pandemie mehr oder weniger leugnen oder wenigstens verhamlosen – so ähnlich wie bei der Klimakatastrophe. Jedenfalls ist es gut, dass wir aufeinander aufpassen und uns helfen unbesehen davon, was unsere Mitbürger im einzelnen glauben oder auch nicht. Wenn der Gottesdienst nicht eine Show, sondern (unter anderem) ein Dienst an Gott ist, dann kann dieser Dienst auch darin bestehen, dann auf den Gottesdienst in Realpräsenz notfalls zu verzichten oder ihn unter Coronabedingungen durchzuführen. Alle Wahrheit des christlichen Glaubens lässt sich zusammenfassen in dem Vers: „Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst“!. Im übrigen: Wir dürfen auch uns lieben und uns schützen: Es gibt nämlich nichts schlimmeres als auf der Intensivstation zu liegen und keine Luft mehr zu bekommen. Wer es erlebt hat, wird mir zustimmen.

  2. Die Kirchen tragen die staatlichen Maßnahmen mit, finden innovative Wege um Gottesdienste zu feiern, gestalten Gottesdienste in Schichten, auch „Hybridgottesdienste“ u.v.a.! Der evangelische Ratsvorsitzende Bedford-Strohm, behauptet, dass der allmächtige Gott nichts mit diesem Virus zu tun hat. So wetteifern die Kirchen und Gemeinden um die tragfähigsten Methoden, auch in Coronazeiten Gottesdienste feiern zu können. Wenn wir die hebräische Sprache zur Hilfe nehmen, können wir feststellen, dass die Pandemie ein „Schlag Gottes“ ist, um die Menschen darauf hinzuweisen, dass sie die göttlichen Ordnungen und Gebote verlassen haben. Als das Volk Gottes gegen Gott und Mose rebellierte, sandte Gott giftige Schlangen, sodaß viele Menschen starben. Da kamen die Israeliten zu Mose und sagten, wir haben gegen Gott und Dich gesündigt. Dieser kleine Satz: wir haben gesündigt! – scheint aus dem Wortschatz der Menschen und auch Christen unserer Zeit abhanden gekommen zu sein. So tanzen die Kirchen um das Coronavirus, wie die Baalspriester und es geschieht überhaupt nichts. So bin ich überzeugt davon, dass unser Herr, sehr darauf wartet, dass die Menschen Buße tun und bereit werden, wieder in den göttlichen Ordnungen und seinen Geboten zu leben. Damit Heilung kommen kann.
    Nachdenkliche Grüße, Martin Dobat

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