In christlichen Gemeinden gibt es oft feste Rollenzuweisungen für Männer und Frauen. Veronika Schmidt plädiert dafür, dass Männer und Frauen auch in diesem Umfeld endlich gleichgestellt werden – weil Gott es sich so gedacht hat.

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Veronika, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist dir ein Herzensanliegen. Was ist dir daran besonders wichtig?

Veronika Schmidt: Meine Idealvorstellung ist, dass nicht mehr das Geschlecht eine Rolle spielt – ob ich Frau oder Mann bin –, sondern dass man seinen Gaben entsprechend das tun kann, was man gern tun möchte. Und dass einem von außen keine Vorurteile und Hindernisse in den Weg gelegt werden. Wenn diese Freiheit nicht da ist, liegt viel Potenzial brach. Dann verzichten wir als Gesellschaft, Kirche oder Familie auf zu viel, wenn nicht jeder das tun kann, was in seinen Möglichkeiten liegt.

Wie sieht es mit der Gleichberechtigung im christlichen Umfeld aus?

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Es gibt hier ein breites Spektrum. Es gibt Gemeinden, in denen ist die Mitarbeit den Gaben gemäß und unabhängig vom Geschlecht problemlos möglich, in anderen aber nicht. Wir sind nicht da, wo ich denke, dass Gott sich das so gedacht hat. Schwierig finde ich dieses „Ja, aber“, das selbst in den fortschrittlichsten Gemeinden immer noch in der Luft schwebt. Das hat etwas damit zu tun, wie lange wir dieses Thema schon mit uns herumtragen. Es gibt keinen Verband, keine Kirche, die sich hinstellt und öffentlich sagt: „Wir haben uns geirrt, es gibt kein ‚Aber‘ mehr. Frauen und Männer sind gleichberechtigt.“ Das würde einen Unterschied machen, weil wir damit gezwungen wären, unser Denken, unsere Haltung zu ändern und dement sprechend auch die Strukturen. Ich glaube nicht, dass sich in der Kirche etwas grundlegend ändert, wenn diese klaren Statements nicht kommen. Klar, Frauen werden Schritt für Schritt ein bisschen mehr geduldet. Das ist kein Statement, keine offizielle Entscheidung in vielen Gemeinden. Deshalb bleibt immer dieses „Aber“ in der Luft hängen.

Als die Kirche institutionalisiert wurde, wurden die Frauen wieder untergeordnet.

Du hast gerade gesagt, es entspricht nicht dem, wie Gott sich das gedacht hat. Was meinst du denn, wie Gott es sich gedacht hat?

Ich habe zur Recherche für mein Buch „Endlich gleich“ und auch nachträglich sehr viel zu diesem Thema gelesen. Ich meine, theologisch verstanden zu haben, dass Gott keinen Unterschied macht zwischen Mann und Frau. Er gibt ihnen den Auftrag, die Welt zu verwalten und zu bebauen. Dieser Auftrag geht an beide. Paulus muss oft hinhalten für die Unterdrückung der Frau. Aber wenn wir genau auf sein Verhalten und seinen Umgang mit Frauen schauen, sehen wir, dass er das weitergeführt hat, was Jesus gelebt hat: den Frauen auf Augenhöhe zu begegnen und mit ihnen unterwegs zu sein. Als die Kirche institutionalisiert wurde, wurden die Frauen wieder untergeordnet. Das ist eine gesellschaftliche, machtpolitische Richtung, die nicht mit dem, was Jesus und Paulus gelehrt und gelebt haben, zu vereinbaren ist.

In christlichen Kreisen wird oft das Konzept formuliert: „Frauen und Männer sind gleichwertig, aber nicht gleichartig. Es gibt bestimmte Gaben und Aufgaben, die für Männer und solche, die für Frauen gedacht sind.“ Was sagst du dazu?

Das ist eine Ausrede, mit der Frauen vertröstet und ruhiggestellt werden. Natürlich sind wir gleichwertig, das ist gar nicht die Diskussion. Und wir sind nicht gleichartig, das ist auch nicht die Diskussion. Die Diskussion ist: Sind wir gleichberechtigt? Haben wir die gleichen Möglichkeiten? Kann die Frau an denselben Dingen teilhaben wie der Mann, und stehen ihr alle Türen offen? Gibt es keine Grenzen nur aufgrund des Geschlechts? Das ist die wichtigste Diskussion. Es gibt das Konzept der Komplementarität, dass Mann und Frau sich ergänzen. Und es gibt das Konzept der Egalität. Das heißt nicht, wir sind gleich gestrickt oder wir sind biologisch gleich, sondern es beruht auf der Annahme, dass Gott keinen Unterschied macht und deshalb die Gemeinde auch keinen Unterschied machen sollte, damit das volle Potenzial der Kirche zum Tragen kommt.

Es gibt aber auch diese Bibelstellen, dass Frauen in der Gemeinde schweigen oder sich dem Mann unterordnen sollen. Wie verstehst du sie?

Es sind nicht mal eine Handvoll an Bibelstellen, aufgrund derer die Frauen jahrhundertelang zurückgestellt wurden. Das ist, würde ich sagen, eine Frage des Bibelverständnisses und der Auslegung. Es gibt inzwischen zahlreiche Auslegungen, die belegen, dass damit nicht das gemeint ist, was wir daraus gemacht haben, sondern dass da die einzelne Frau gemeint ist oder die vorlaute Frau, die im Überschwang über das Ziel hinausschießt. Damit ist auch die konkrete Situation damals gemeint und nicht eine generelle Aussage, weil eben diese generellen Aussagen dem, was Paulus sonst sagt und dem, was Jesus und Paulus gelebt haben, widersprechen.

Das Problem ist nicht, dass die Frauen sich emanzipieren, sondern dass Männer parallel dazu keine eigene Entwicklung, keine eigene Emanzipation in ein neues Männerbild gemacht haben.

Ich beobachte, dass junge Frauen und Männer in christlichen Gemeinden in Bezug auf Rollenbilder teilweise wieder konservativer werden als ihre Elterngeneration. Woher kommt das?

Diese Frauen haben die Emanzipation, weil Generationen vor ihnen dafür gekämpft haben. Aber Emanzipation ist anstrengend. Denn als emanzipiertes Paar muss man immer wieder Dinge verhandeln. Es gibt diese traditionelle Rückbewegung auch in der Gesellschaft, die sogenannten „Tradwives“. Das hängt damit zusammen, dass die Männer keine Emanzipationsbewegung ihrerseits in die Wege geleitet haben. Dann kehrt man irgendwann zurück zum Ist-Zustand. Es gibt Aussagen, dass Männer unter der Emanzipation der Frauen leiden oder dass Männer heute keine Männer mehr, sondern verweiblicht seien. Die Ursache wird aber an der falschen Stelle gesucht. Das Problem ist nicht, dass die Frauen sich emanzipieren, sondern dass Männer parallel dazu keine eigene Entwicklung, keine eigene Emanzipation in ein neues Männerbild gemacht haben. Die Bilder sitzen so tief in uns, dass es wirklich sein kann, dass ich in der Tradition mehr Halt finde und damit glücklicher bin, als in einer gewissen Unzufriedenheit zu sein. Aber nur der unzufriedene Mensch entwickelt sich. Ein gleichgestelltes Paar muss bereit sein, sich miteinander immer wieder zu entwickeln. Es geht nicht darum, dass Männer wie Frauen werden. Das ist definitiv der falsche Weg.

Wie kommen wir dann zu einem gleichberechtigten Miteinander?

Wenn Frauen die gerechte Verteilung der Aufgaben und der Verantwortung nicht einfordern, wird nichts geschehen. Gleichstellung oder Gleichberechtigung muss im Kleinen gelebt werden. Und das ist erst mal für die Frau und den Mann anstrengend. Sie müssen sich überlegen, wie sie leben wollen. Wir Frauen sind herausgefordert, Gleichberechtigung überhaupt zu wollen und dann auch einzufordern.

Wir müssen uns den Männern zumuten und sie aus ihrer Komfortzone herausholen.

Und die Männer können sich zurücklehnen und sagen: „Ich lass mal die Frauen kämpfen“?

Nein. Wir müssen zusammen mit unseren Männern kämpfen. Wir müssen uns den Männern zumuten und sie aus ihrer Komfortzone herausholen. Für meinen Mann zum Beispiel war es kein Problem, anzuerkennen, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind. Trotzdem wäre er auf ganz viele Dinge nicht gekommen, wenn ich sie ihm nicht erklärt hätte, wenn ich ihn nicht ein Stück weit gezwungen hätte, sich damit auseinanderzusetzen. Denn Männer haben eigentlich keinen Veränderungsbedarf. Wenn es bleibt, wie es ist, dann haben sie ihre Vorteile davon. Sie kommen oft gar nicht auf die Idee, etwas zu ändern. Die Me-too-Bewegung hat Männer gezwungen, hinzuschauen, was sie oft unhinterfragt tun: zum Beispiel diese Herablassung Frauen gegenüber, die einem auch in der christlichen Lebenswelt begegnet. Sich lustig zu machen über die Emotionalität der Frau bis hin zu Bemerkungen, wie Frauen aussehen. Diese Bewegung zwingt Männer, über ihre Rollenvorstellungen und über ihr Mann-Sein nachzudenken. Und übertragen auf die Situation in den Kirchen: Wenn wir die Männer nicht zwingen, werden sie es nicht überdenken. Aber wir werden immer Männer finden, die problemlos dazu bereit sind, sich solidarisch zu diesem Anliegen zu stellen. Natürlich gibt es auch die, die dies nicht tun oder nicht wollen und die dagegen kämpfen.

Hast du denn die Hoffnung, dass sich in den nächsten zehn Jahren die Situation grundlegend ändert?

Ich bin da ein bisschen zwiegespalten. Für einzelne Menschen hat sich schon viel geändert und wird sich auch weiter etwas ändern. Die Kirche konnte und kann sich den gesellschaftlichen Entwicklungen letztlich nicht entziehen. Wir stehen in den Gemeinden nicht mehr da, wo wir vor 30 Jahren standen. Ich sehe aber auch, dass jede Frauengeneration, jede Paargeneration sich das wieder erkämpfen muss. Ja, wir stehen auf den Schultern der Generationen vor uns und haben ihnen vieles zu verdanken, aber wir werden es nicht halten können, wenn wir uns nicht selbst dafür einsetzen. Frauen haben oft die Tendenz, sich zurückzunehmen, wenn es anstrengend und schwierig und unangenehm wird. Und ich glaube, dass wir deshalb ein bisschen vorkämpfen müssen. Wir sollten den nachfolgenden Frauengenerationen Beispiele geben, damit sie sich an Frauen orientieren können, die für die Gleichberechtigung einstehen und diese auch leben.

Danke für das Gespräch.

Die Fragen stellte Bettina Wendland.

Veronika Schmidt ist systemische Beraterin, klinische Sexologin, Autorin und Sprecherin.


Dieses Interview ist zuerst in der Zeitschrift Family (Ausgabe 03/21) erschienen. Family wird vom SCM Bundes-Verlag herausgegeben, zu dem auch Jesus.de gehört.

 

 

 

 

 

38 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Frauen sollen fordern, Männer sollen gezwungen werden…

    Allein diese Wortwahl zeigt schon, dass hier nicht im Geist des Evangelium agiert wird. Hier propagiert eine Sexologin aggressiven Feminismus. Wenn Frauen und Männer gerne ein konservatives Rollenbild leben möchten, warum sollen sie das dann nicht dürfen? Es gibt nämlich auch Frauen, die genug vom radikalen Feminismus und von Gleichstellung um jeden Preis haben.

    Und es bleibt dabei: Frauen und Männer sind natürlich gleichwertig, aber nicht gleichartig. Das zeigen sowohl die Bibel als auch die Lebensrealität.

    • Ich lese in diesem Interview etwas völlig anderes. Und in Deiner Antwort das typisch aggressive Verhalten, wenn wir Männer dazu aufgefordert werden, unser Frauen-, ja sogar unse Menschenbild anhand der Bibel zu überprüfen. mit „aggresivenm Feminismus“ einer „Sexologin“ hat das jedenfalls nicht das Geringste zu tun! Wohl aber mit unserem männlichen Ego und unserer „Komfortzone“

      • Sie ist nun mal Sexologin und „fordern“ und „gezwungen werden“ finde ich schon radikal. Das in Frage zu stellen ist mit Nichten aggressives Verhalten…

    • DIe Autorin zweifelt ja gar nicht daran, dass Frauen und Männer gleichwertig, aber nicht gleichartig sind. Und darum geht es hier auch gar nicht. Von radikalem oder aggressivem Feminismus kann ich hier nichts erkennen. Wenn ich in die Bibel schaue und frage, wie Jesus gelebt hat, sehe ich ganz klar, dass er Frauen und Männer in ihrer Bedeutung gleichgestellt hat. Das hat Auswirkungen, zum Beispiel auf die Rolle der Frau in den ersten Gemeinden, wie man in den Briefen und der Apostelgeschichte unschwer erkennen kann. Ich glaube, wir müssen immer wieder genau differenzieren zwischen grundsätzlichen Aussagen der Bibel und Aussagen, die sich auf die damalige Zeit beziehen und dort ihren guten Grund hatten, heute aber nicht mehr ungefragt übernommen oder gelebt werden können. Dass es in Gemeinden noch ein undiskutiertes konservatives Frauen- und Männerbild gibt, liegt vielleicht genau daran.
      Natürlich kann jedes Paar selbst entscheiden, ob es ein konservatives Rollenbild leben möchte. Wobei die Frage ist, was konservativ beinhaltet und ob bzw. welche Auswirkungen das auf die Gleichstellung von Mann und Frau hat.
      Ich finde den Artikel sehr hilfreich und die Diskussion überfällig.

      • Jesus war der frauenfreundlichste Mensch seiner Zeit. Niemand ist Frauen mit so viel Respekt und Wertschätzung begegnet. Trotzdem hat er sich zwölf Männer als Apostel gewählt, obwohl es in der damaligen Zeit des Pax Romana sogar Priesterinnen gab. Hat also nichts mit Zeit und Kultur zu tun. Jesus hat Männer und Frauen eben nicht gleichgestellt…

        • Bei den Juden, was Jesus nun mal war, hab es meines Wissens keine Priesterinnen.

          Das war ein rein patriarchalisches Umfeld.

          Ob er sie gleichgestellt hat, wissen wir nicht. Die Bibel selbst, also diejenigen, die sie über 100 Jahre später geschrieben haben und diejenigen, die bis zu 400 Jahre später entschieden haben, welche der ca. 80 Evangelien in den Kanon aufgenommen werden, haben jedenfalls nichts entsprechendes geschrieben.

          Die Bedeutung mancher Frauen in der christlichen Bibel kann man jedenfalls nicht leugnen. Frauen werden oft als besonders heraus gestellt. Und waren sicher auch unter der weiteren Jüngerschaft.
          Und waren es nicht auch Frauen, die zum Leichnam gegangen sind, als sich die Männer versteckt hatten?

        • Wenn man sich einmal genauer mit den Evangelien befasst so findet man durchaus Frauen in Jesu engstem Jüngerkreis, Dan Voss. Hinzu kommen Schriften, die es nicht in den Kanon des Neuen Testaments schafften, die aber in de „Urkirche“ allgemein akzeptiert waren. So war beispielsweise in der nordafrikanischen Kirche, die nachweislich um Einiges älter ist als die römische, Maria Magdalena allgemein als Apostelin akzeptiert. Und auch in Byzanz genoss sie neben anderen Frauen hohes Ansehen. In Rom knüpfte Hyppolit etwa um das Jahr 200 daran an, indem er sie als „Apostelin der Apostel“ bezeichnete.

          Der Pax Romana war zuerst einmal eine rein weltliche (und nicht wirklich zutreffende) Beschreibung der innenpolitischen Verhältnisse in Rom und hat mit der Entstehung der christlichen Gemeinde nicht das Geringste zu tun.

          So etwa ab dem vierten Jahrhundert begann die römische Kirche damit, jeden Hinweis auf Frauen in Führungspositionen in ihrer „Tradition“ – und sogar in der Bibel! – auszumerzen: Maria Magdalena wurde zur „Prostituierten“, um sie zu diskreditieren (offiziell geschah dies sogar erst 591 durch Papst Gregor d.Gr.), weibliche Älteste wurden „vermännlicht“ oder gar aus der Bibel entfernt, wie Schriften aus dieser Zeit sehr gut belegen. Das Archiv der Universität von Cambridge z.B. ist in dieser Hinsicht eine sehr ergiebige Quelle. Dorthin haben es auch jüdische Schriften geschafft, die im Mittelalter vor der römischen Zensur und Bücherverbrennung gerettet wurden.

          Etwa zur gleichen Zeit (Ende des 3. Jh) begann auch die kultische Überhöhung von „Heiligen“ und die gottgleiche Verehrung von Maria, quasi als eine Art Ausgleich, weil das „einfache Volk“ (diese Bezeichnung begegnet mir in der Römischen Kirche auch heute immer wieder) nach einer weiblichen Gottesfigur verlangte. Nicht grundlos haben die frühen Mariendarstellungen eine auffallende Ählichkeit mit der ägyptischen Isis und auch die frühen „Mariengebete“ sind fast wörtlich dem Isiskult entnommen.

          Priester sind im Pax Romana durchwegs heidnisch. Genau genommen hat ja auch Jesus das Berufspriestertum aufgehoben weil Er selbst Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks ist (vgl. z.B. Hebr. 5) und somit über allen levitischen Hohenpriestern steht (Hebr. 7). Mehr noch: durch Jesu Tod wurde der Zugang zum Allerheiligsten für Alle, Männer wie Frauen, frei (z.B. Hebr. 9) wodurch auch ausnahmslos jeder Nachfolger Jesu zum Priester und Gottes Hausgenosse wurde.

          Am Leib Christi sind alle, Männer und Frauen, gleich gestellt:
          „Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“ (Gal 3,28)

  2. Die Frau soll sich dem Mann unterordnen, wie der Mann sich Jesus unterordnet. (Eph.-brief 5, 22-33).

    Das heitß um Umkehrschluß, wenn sich der Mann nicht Jesus unterordnet, muß sich die Frau nicht ihrem ungehorsamen Mann unterordnen. Für die Frau gilt schließlich, daß Jesus/Gott immer an der ersten Stelle stehen muß (Mark. 12, 30+31)., ohne den Gegenüber zu verachten.

    Natürlich macht Gott einen Unterschied zwischen Mann + Frau. ER hat sie bewußt unterschiedlich begabt, damit sie sich gegenseitig ergänzen und gemeinsam vollkommen sind.

    Zu dem allen lässt sich natürlich wesentlich mehr sagen, aber die obige Aussage ist die Grundlage- und Ausrichtung.

  3. Wir müssen uns den Männern zumuten und sie aus ihrer Komfortzone herausholen? Oder die Frauen?

    Sehr gerne, ich bin auf das nächste Pfarrfest gespannt, wenn es darum geht die Bierbänke und -tische zu schleppen und und und …

    Oder macht es doch Sinn den Unterschied zwischen Männer und Frauen anzuerkennen und nicht zwangsweise Gleichstellung, sondern GleichbeRECHTigung umzusetzen?

    Das ist das einzig Sinnvolle! Deshalb finde ich es nicht falsch wenn Pfarrer und Bischöfe Männer sind, während die Macht aber sehr wohl weltlich geteilt werden muss. Liturgie und Macht muss getrennt werden und kann getrennt werden.

    • Das mit den Biertischen versteh ich jetzt nicht ganz. Ich trage ganz selbstverständlich auch Bierbänke, wenn es welche zu stellen gibt. So schwer sind die ja nun auch wieder nicht. Mir fällt auch bei längerem Nachdenken kein Bereich in der Gemeinde ein, in dem wir nach Männern und Frauen sortieren.

  4. Was mir immer wieder auffällt ist, dass Paulus sich in seinen Anweisungen zum Verhalten der Frauen in der Gemeindeleben weniger auf Gottes Wort als auf seine persönliche Meinung oder die „guten Sitten“ beruft. („Urteilt selbst…“ – 11.Kor. 11) Hatte er vielleicht manchmal nicht einfach nur die Befürchtung, dass die Gemeinde durch die (Wieder-)Entdeckung von Gottes natürlicher Schöpfungsordnung überfordert sei?

    Die Bibel beginnt mit der Mitteilung, dass der Mensch ALS MANN UND FRAU (w. männlich und weiblich) „zum Bilde Gottes“ geschaffen wurde (1. Mose 1,27). Erst mit dem Sündenfall begann die Herrschaft des Mannes. Jesus rückte dies wieder zurecht: Er behandelte Jüngerinnen als den Männern ebenbürtig. Es wird also Zeit dass wir dies in allen Bereichen unseres Gemeindelebens auch tun!

    • Ich denke, diese Vorstellung der Über-Unterordnung geht aus den 2. Schöpfungsbericht Buch Genesis 2; 18 ff zurück.
      Dort steht, dass die Frau dem Mann zur Hilfe geschaffen wurde. Und das war vor dem Sündenfall.

      • Hier handelt es sich um ein Verständnisproblem des Textes, Joerg. „Hilfe“ bedeutet nicht „Dienerin“ sondern „Gefährtin“. Das Wort, welches in 1. Mose 2,18 verwendet wird beschreibt sonst fast im gesamten Alten Testament die Hilfe Gottes für den Menschen Und dabei kann man ja wohl kaum davon ausgehen, dass der Schöpfer des Universums sich als unser Untergebener bezeichnet.

        • Du meinst, Gott hat mit Adam zunächst das Tierreich nach einer geeigneten ‚Gefährtin‘ (!) abgesucht? (siehe Bibeltext)

          • Das habe ich nirgends behauptet., Joerg: im Gegenteil: Gott gibt der Frau eine besondere Stellung, indem Er sie mit demselben Titel („Hilfe“) versieht, mit dem Er selbst benannt wird! Die Frau ist niemals untergeben, sondern absolut ebenbürtig! Daher ist sie ja auch als Teil des Menschen erschaffen. Die Symbolik der einzelnen Körperteile im altjüdischen Glauben ist jedoch ein weites Feld und würde diesen Rahmen hier sprengen!

            • Ironie ist schwierig in diesem Portal. 🙂
              Also: ich denke, der Text des 2. Schöpfungsberichts macht in seiner Gesamtschau durchaus klar, dass Eva Adam untergeordnet war.

              Diese Unterordnung der Frauen zieht sich -mit Ausnahmen wie Deborah- durch den Tenach und das christliche Testament (stärker bei Paulus, weniger stark in den Evangelien).

              So war eben die patriarchalisches Gesellschaftsstruktur damals. Und natürlich spiegelt diese sich auch in den entsprechenden Schriften wieder. Dieses einfach umzudeuten hilft hier nicht weiter.

              Die Frage ist: Gilt sie auch heute noch in unserer Gesellschaft? Eben weil sie in der Bibel als damalige Form steht?

              Konsequent hieße das eben, auch grausame Diktaturen und Besatzer (wie damals die Römer) als gegeben anzuerkennen, die Sklaverei nicht zu verurteilen, usw.

              Meines Erachtens kann man das als Glaubensgemeinschaft durchaus machen. Dadurch entfernt man sich allerdings so weit von der Gesellschaft, dass man eine Parallelgesellschaft bildet und irgendwann verschwinden wird. Zum Glück, kann ich nur sagen.

              Mir stellen sich hier durchaus die Nackenhaare auf, wenn ich lese, wie einige hier die untergeordnete Rolle der Frauen als gottgegeben sehen. Man fragt sich, in welchem Land sie leben.

          • Ironie ist immer dann schwierig, wenn eine Gruppe Menschen zusammen kommt, die jeweils unterschiedliche Vorstellungen davon haben, Joerg. 😉

            Doch, um nochmals auf den zweiten Schöpfungsbericht zu kommen, so ist es sinnvoll, sich mit dem Textverständnis im Althebräischen zu befassen: Der Mensch (hebr. Adam) bekommt eine Menschin (Adama) zur Seite gestellt. Dieses Wortspiel, welches Luther damals zeitgemäß mit „Männin“ wiedergab, war ein deutlicher Hinweis darauf dass Mann und Frau absolut gleichwertig sind. Auch Vers 23 macht deutlich: „Dies endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch…“ (Elb)

            Betrachten wir das Alte Testament, so finden wir immer wieder deutliche Hinweise darauf, dass die Rangordnung unter Männern und Frauen ein Resultat der heidnischen Umwelt war. Immer wieder zeigen einzelne Begebenheten und Andeutungen, dass dies nicht der göttlichen Schöpfungsordnung entspricht sondern lediglich eine Art Kompromiss für den gesellschaftlichen Umgang mit den heidnischen Völkern darstellt.

            Jesus selbst lehrte alles Andere als eine Unterordnung der Frauen. Paulus betonte mehrmals, dass er sich auf seine Privatmeinung oder die allgemeinen Sitten berief und nahm niemals die Schrift als Grundlage für sein Frauenbild. Dabei handelt es sich um keine moderne Umdeutung der Schrift sondern um eine Wiedergabe der biblischen Fakten.

            Galater 3 behandelt gleich zwei umstrittene Themen in einem Vers: Das Verhältnis von Sklaven und Freien sowie von Frau und Mann. (V. 28) Nirgends außer bei Paulus wird NT die Unterordnung der Frau gefordert, der Hebräerbrief weist sogar mehrfach auf die Gleichstellung hin. Alles andere ist „christliche“ Kultur des Mittelalters oder Einfluss der heidnischen Umwelt. Wobei die mittelalterliche Kirche selbst sich ummer mehr den griechischen Philosophen zuwandte. Die Unterdrückung der Frau ist heidnische Kultur und genau wie die Sklavenhaltung ein Merkmal der gefallenen Schöpfung.

            Dabei zeigte der Herr schon immer außerordentliche Geduld und Langmut mit Seinen Kindern, wenn es um das Ablegen alter, falscher Gewohnheiten ging.

            • Das Christentum geht aus dem Judentum hervor. ich hoffe, Du siehst auch nicht die Juden als Heiden an.

              Im Judentum der damaligen Zeit ist die Rolle der Frau keine gleichberechtigte.

              Ich sehe den Schöpfungsbericht weiter anders als Du. Aber nehmen wir die Zeit nach dem Paradies:

              1 Gen. 3: Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.

              Sicherlich haben andere Kulturen auf das Christentum, auch was die Rolle von Mann und Frau angeht, Einfluss genommen. Die gesamte heutige christliche Lehre ist stark von nichtjüdischen und damit nichturchristlichen Einflüssen geprägt. Nahezu alle christlichen Feiertage haben z.B. heidnischen Ursprung oder zumindest heidnische Elemente.

              Aber die Gleichheit von Mann und Frau gehörte (bisher) nie zur DNA des Christentums.

  5. Warum stellen sich Frauen immer als Opfer dar? Ich kenne viele gläubige Frauen, nicht selten mit Hochschulabschluss, die sich aus freien Stücken für die Erziehung der Kinder, Haushalt und Teilzeit oder auch für eine Phase als Vollzeitmutter entscheiden. Sie werden dadurch weder automatisch von ihren Männern gegängelt noch in „veraltete“ Rollenbilder gedrängt. In der Familie nicht, und auch nicht in der Gemeinde. Die Gleichung: ‚Frau am Herd = unterdrückte Frau‘ ist intolerant, abwertend und wird den Frauen vom aktuellen Genderhype und dem Zeitgeist nahegelegt. Wie eine Frau Glück und Erfüllung findet, entscheidet sie selbst, ob als CEO oder als Familienfrau.

    Vor allem zeigt die Diskussion, dass Feministinnen nur solange mit ihren Geschlechtsgenossinnen solidarisch sind, wie sie deren feministische Positionen übernehmen. Tun sie das nicht, werden sie sofort als Feindinnen begriffen. Solidarität unter Frauen ist ein Mythos, das zeigt die Erfahrung.

    Andere Aspekte, wie die Benachteiligung von Jungen im Bildungs- und Erziehungswesen kommen dagegen – aus ideologischen Gründen – nicht auf die Tagesordnung. Es hat z. Bsp. Jahre gedauert, bis es nach der Einführung des Girls Day endlich auch einen Boys Day gab. Das thematisiert keiner. Und obwohl diese Veranstaltungen dazu anregen sollen, dass Mädchen klassische Männerberufe ergreifen, und Jungen entsprechend umgekehrt, bleibt die Studien- und Berufswahl der beiden Geschlechter immer noch erstaunlich traditionell. Und möglicherweise ist daran nicht nur die Bezahlung schuld.

    • > als Vollzeitmutter entscheiden

      Das „entscheiden“ ist der Punkt. Damit dürften die wenigen ein Problem haben, dass ein Paar sich entscheidet, dass einer von beiden (kann ja auch der Mann sein) sich vor allem um die Kindererziehung und Haushalt kümmert.

      Wenn Du aber liest, worum es hier, insbesondere in den Kommentaren, geht, ist, dass der Frau auf Grund der Bibel eine untergeordnete Rolle zugewiesen (!) wird. Sie soll gottgewollt sein.

      Dazu schreibst du leider nichts.

  6. Der erste Satz widerspricht der Überschrift schonmal: „Weil Gott es sich so gedacht hat“ – „Meine Idealvorstellung ist…“ Wie hat sich Gott das denn gedacht? Frau Schmidt argumentiert auf den ersten Blick ziemlich gut, untermauert aber nichts mit Bibelstellen. Der größte Knick in ihrer Darlegung ist die Aussage, dass Männer kein eigene Emanzipation durchlaufen hätten und sich daher die junge Generation konservativer aufstellt. Das hat andere Ursachen. Die emanzipierten Eltern, die sich oft haben scheiden lassen, haben eine traumatisierte Generation von Scheidungskindern hervorgebracht, welche die Früchte der weiblichen Emanzipation ernten mussten: Das Trauma, dass die Familie zerbricht, dass Mama und Papa sich hassen, einander verklagen und die Kinder für sich einzunehmen versuchen. Daraus entstanden tiefsitzende Verletzungen, die sie den eigenen Kindern nicht antun wollen. Also machen sie es so wie Oma und Opa, die es 40, 50 und noch mehr Jahre miteinander ausgehalten haben. DAS scheint mir das derzeit erstrebenswertere Ideal, als eine Gleichberechtigung zu erstreiten, die es nie gab und die es nie geben kann, weil Gott es sich eben nicht so gedacht hat. Ich wüsste jedenfalls nicht, aus welcher Bibelstelle dies herleitbar wäre. Man darf mich gern korrigieren.

  7. Ja!! Und Gott weiß genau, warum. ER macht keine Fehler. Da müssen wir Menschen auch nicht groß nachfragen, sondern die Bibel lesen (eine unverfälschte) und glauben, was wir lesen, und nicht lesen, was wir glauben. Epheser 5. 22-33 z.B.und 1.Mose 1-3.

  8. „Veronika Schmidt plädiert dafür, dass Männer und Frauen auch in diesem Umfeld endlich gleichgestellt werden – weil Gott es sich so gedacht hat.“ Auch wenn diese Aussage dem Zeitgeist entspricht – Gott hat es sich nicht so gedacht. Gottes Wort gilt auch heute noch und ist unwandelbar. 1.Mose2,18 „Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.“ Paulus ist hier auch sehr deutlich: „Ich will euch aber wissen lassen, dass Christus das Haupt eines jeglichen Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi“ (1.Kor.11,3). Vorausgesetzt dass es sich um Jünger Jesu handelt, wo Jesus das Lebenssteuer lenkt, ist diese Reihenfolge für alle Beteiligten der größte Segen. Humanistische und feministische Sichtweisen passen jedoch mit dieser biblisch/göttlichen Weisheit nicht zusammen.
    Lieber Gruß, Martin Dobat

    • Lieber Martin Dobat,

      ich will es mal nicht begründen und hier nur fragen, ob das (theologisch) wirklich so gemeint ist. Ich gehöre nicht zu der Zunft der Gottesgelehrten. Die Frau als Gehilfe des Mannes ? Jetzt muss ich erst mal ne Tasse Tee trinken wegen meiner Nerven.

  9. Gleichberechtigung von Frau und Mann ist selbstverständlich

    Gleichberechtigung von Frau und Mann ist eigentlich selbstverständlich. Von daher kann ich Veronika Schmidt vollkommen zustimmen. Allerdings gilt in meiner Ev. Kirche diese Auffassung uneingeschränkt. Dass überall dort, wo es stärkere Hierarchien gibt, dennoch Frauen benachteiligt werden ist dem Umstand geschuldet, dass wir immer noch Verbesserungen an unserem menschlichen Miteinander durchführen können. Wenn Jesus seinerzeit Jüngerinnen hatte, wenn auch nicht im seinem Kernteam, so war dies für die damalige Zeit schon fast revolutionär. Im allgemeinen erfahren Frauen bereits auch im Alten Testament in den biblischen Berichten eine hohe Wertschätzung, die sie wahrscheinlich in der Realität nicht gehabt haben. Denn diese Texte beschreiben zwar auch und oft Realität, sie bescheinigen nicht dass es Mord, Totschlag, Orgien, Kriege, Betrug und vieles nicht gab – aber sie sind zugleich wie eine Predigt – also Verkündigung – und beschreiben dann eine für die damalige Zeit vielleicht überschätzte Stellung von Frauen. Im Bibelmuseum in Frankfurt kann man erfahren, wie schwer die Arbeit der meist mehreren Frauen eines Mannes (also auch von Abraham) war. Eine wirkliche Gleichberechtigung kann es in einer antiken patriarchalischen Gesellschaft nicht gegeben haben. Aber wir leben heute, es gibt so etwas wie eine menschheitliche Lebenserfahrung und wenn Jesus heute käme, würde er die Benachteiligung von Frauen, auch jene der angeblich unbeabsichtigten Art, sicherlich kritisieren. Legt man die Ethik der Bergpredigt zugrunde, so ist da nicht von Emanzipation die Rede, aber von gewünschten Grundtugenden, die wir pflegen sollten. Und da es uns endlich heute auch bewusst ist, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, sind auch alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung gleich wertvoll und müssen auch in der Kath. Kirche im Prinzip alle Ämter bekleiden dürfen. Bis zu einer Päpstin dürfte es dort viel länger dauern als bis zur ersten Priesterin. Als Rentner werde ich beides leider nicht mehr erleben.

    Bei uns Evangelen kenne ich zwei Pfarrerinnen, die miteinander in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft sind, Dienst in einer Landgemeinde versahen und viele neue Impuls im Gemeindealltag einbrachten. Sie wurden von der Gemeinde geliebt.
    Niemand warf dort die Fensterscheiben des Pfarrhauses ein, es fiel auch kein Feuer vom Himmel und zuletzt freuten sie sich über ihren neuen Erdenbürger. Es wird in hundert Jahren, wenn es uns dann noch gibt, viele merkwürdige Dinge im Alltag geben. Aber auch wenn dann alle Geschlechter gleichgestellt sind, wird es doch keine vollkommene Welt geben. Das wirkliche Paradies kommt erst auf einer anderen Existenzebene. Allerdings sollten wir heute nicht nur das berühmte lutherische Apfelbäumchen pflanzen, sondern uns als Christ*innen auch bemühen, mehr Liebe in die Welt zu bringen. Mehr Liebe bedeutet mehr auf Augenhöhe miteinander umgehen. Dann löst sich so manches andere Defizit.

  10. Frau Schmidt macht meines Erachtens einen theologischen Fehler, der ihre Position sehr angreifbar macht:

    „Es sind nicht mal eine Handvoll an Bibelstellen, aufgrund derer die Frauen jahrhundertelang zurückgestellt wurden. Das ist, würde ich sagen, eine Frage des Bibelverständnisses und der Auslegung. Es gibt inzwischen zahlreiche Auslegungen, die belegen, dass damit nicht das gemeint ist, was wir daraus gemacht haben, sondern dass da die einzelne Frau gemeint ist oder die vorlaute Frau, die im Überschwang über das Ziel hinausschießt. Damit ist auch die konkrete Situation damals gemeint und nicht eine generelle Aussage, “

    Auslegungen können nicht belegen. Auslegungen sind eine Meinung, eine Ansicht, kein Beweis.

    Und weil die Frau von einen Gemeindemitglied geschwätzt hat, schreibt man diesen Satz in die zentrale Schrift der Christenheit? Wohl kaum.

    Das ist für mich hindrehen der Bibel und ein passend machen am Wort vorbei. Es steht einfach nicht drin und war sicher auch nicht so gemeint.

    Denn die damalige Gesellschaft war patriarchalisch. Und insofern sind es auch die biblischen Schriften aus dieser Zeit. Genauso wie die Sklaverei nicht verurteilt wird in der Bibel.

    Also entweder man sagt, dass das zeithistorisch so war und heute nicht mehr gelten kann, weil das unsere Gesellschaft heute nicht mehr widerspiegelt, sprich das die Bibel in diesen Stellen heute so nicht mehr gilt oder

    man hält genau an dieser Vorstellung entgegen unserer gesellschaftlichen Ordnung fest, eben weil es dort so drin steht (dann sollte man das aber auch konsequent machen und beispielsweise auch die Sklaverei befürworten; wie es viele Jahrhunderte des Christentums auch tat).

    Irgendwie da beiden gerecht werden zu wollen macht das ganze nur unglaubwürdig.

  11. Frau und Mann sind vor Gott gleich! Gott hat sie aber unterschiedlich erschaffen und verschiedene Aufgaben zugewiesen. Dazu gehört eindeutig, dass der Mann die Führungsposition inne hat, da er das Haupt der Frau ist und somit eine viel Größere Verantwortung vor Gott hat. Dies wertet die Stellung einer Frau aber nicht herab.
    Aber es ist eindeutig Gottes Willen, das Männer in der Gemeinde Predigen und nicht Frauen, auch wenn die Gesellschaft es anders sehen mag! Wir müssen Gott gehorchen und nicht dem Zeitgeist nachäffen! Das ist auch nicht kulturell bedingt, wie manche meinen, sondern eine ewige Ordnung, so lange der Mensch auf dieser Erde lebt und ist nicht aufzulösen!

    Einge Bibesltellen:
    Mann das Haupt der Frau: 1.Kor.1,13; Eph.5,21-, Ti.2,5, 1.Ptr.3,1+5; Kol.3,18
    Schweige und Lehrverbot in der Gemeinde: 1.Kor.14,13-, 1.Tim.2,11

    Leider leben wir einer völlig säkularen Welt, die bis in die Evangelikalen Kreise eindringt. Die Bibel gibt ganz eindeutige Aussagen zur Rolle der Frau und der Rolle des Mannes. Leider wollen dies viele nicht mehr für wahr haben und versuchen es sich so hinzubiegen, wie es ihnen passt, als es so anzunehmen wie es Gottes Wille ist!

    • Hallo Daniel,

      ich lasse die Theologie mal außen vor, stelle einfach ein paar Fragen:

      „Dazu gehört eindeutig, dass der Mann die Führungsposition inne […]“

      In der Gemeinde gilt also „Männer first“. Aber dass eine Frau Bundeskanzlerin ist oder womöglich künftig Präsidentin der USA – kein Problem? Wie soll das zusammenpassen? Oder lehnst du Frauen in Führungspositionen prinzipiell ab? Falls nein, wie soll das passen? zwischen geistlicher und weltlicher Führung zu unterscheiden, wäre für mich ein sehr seltsames Konstrukt.

      “ […] hat, da er das Haupt der Frau ist und somit eine viel Größere Verantwortung vor Gott hat. Dies wertet die Stellung einer Frau aber nicht herab.“

      Mir ist unbegreiflich, wie das keine Abwertung sein soll.

      „Wir müssen Gott gehorchen und nicht dem Zeitgeist nachäffen! “

      Der böse „Zeitgeist“ hat z.B. zur Abschaffung der Sklaverei geführt, die zu biblischen Zeiten legitim wart. Daran waren pikanterweise Christen wie W. Wilberforce beteiligt, die erkannt hatten, dass es manchmal die richtige Entscheidung ist, sich über die biblischen Gepflogenheiten hinwegzusetzen. Was „gut“ oder „böse“ ist, ist dem Zeitgeist unterworfen. Und Vielehe und Sklaverei gelten heute eben – zum Glück – in den meisten Ländern als indiskutabel. In biblischen Zeiten galt das noch nicht. ich finde es gut, dass die Menschheit da einen großen Schritt weiter ist.

      Ich finde die pauschale Verdammung des „Zeitgeists“ unglücklich bis falsch. Er wird verdammt, um manche biblischen Lehren zu unterstützen. Dabei werden aber andere Beispiele (s.o.) ignoriert.

      • Hallo Mark,

        Antworten:
        zu Frage 1:
        In erster Linie beziehe ich mich nicht auf weltliche Führungspositionen, sondern auf die Gemeinde. Und da hat Gott, eindeutig ein Hierarchie festgelegt! Gott hat ausschließlich Männer dazu bestimmt, in geistigen Führungspositionen in der Gemeinde zu dienen. Nicht, weil Männer bessere Lehrer wären, oder weil Frauen weniger wert oder weniger intelligent wären. Es ist einfach die Art und Weise, wie Gott sich die Abläufe in einer Gemeinde vorgestellt hat. Auch die Schöpfungsordnung und das war vor dem Sündenfall, bestätigt diese Hierarchie auf dieser Erde.
        Zu den weltlichen Führungspositionen, fände ich es auch besser, wenn Männer die Führung übernehmen, weil dies Gottes Schöpfungsordnung entspricht.

        Zur Frage 2:
        Nur weil Frauen keine Führungsrolle übernehmen sollen, werte ich sie doch damit nicht ab! Eine Frau hat Eigenschaften, die sie besser können als Männer. Sie hat Talente von Gott bekommen, die Männer nicht so auszeichnen und in diesen kann sie Gott dienen!
        Frauen werden ebenso wie Männer dazu berufen, anderen zu dienen um die Frucht des Heiligen Geistes in ihrem Leben zu zeigen (Galater 5, 22-23) und die gute Nachricht den Verlorenen mitzuteilen (Matthäus 28,18-20; Apostelgeschichte 1,8; 1.Petrus 3,15), lediglich die geistige Autorität über Männer ist ihnen untersagt.

        Zu Frage 3:
        Gott bleibt gleich. Seine Meinung ist keinem Wandel unterworfen! Was er vor 2000 Jahren gesagt hat, gilt auch heute noch! Zur Sklaverei möchte ich sagen, das ich es gut finde, das sie abgeschafft ist. Die Sklaverei in biblischer Zeit, war aber eine ganz andere als die Sklaverei vor ein paar Jahrhunderten und ist deswegen auch nicht vergleichbar.
        Menschen wurden nicht aufgrund ihrer Nationalität oder ihrer Hautfarbe versklavt. Menschen ließen sich in die Sklaverei verkaufen, wenn sie ihre Schulden nicht zurückzahlen oder sich nicht um ihre Familien kümmern konnten. Manche wählten die Sklaverei deswegen, weil sie auf diese Art und Weise ihre Bedürfnisse durch ihre Herren gedeckt sahen.
        Außerdem, war die Vielehe nie Gottes Wille, auch wenn es viele praktiziert haben! Ich bin ebenfalls froh, dass sie in vielen Ländern als Indiskutabel gilt!

        • „Gott bleibt gleich. Seine Meinung ist keinem Wandel unterworfen!“

          Ist diese Aussage nicht sehr antropomorph? Sie macht Gott klein, verfügbar. Ich habe ihn „in der Tasche“, kenne seine Gedanken. Hiob erkannte, sich nicht mit Gott vergleichen und mit ihm rechten zu können. Das ist mir persönlich sympathischer und weniger anmaßend.

          Zu Frage 3:
          Sklaverei hatte und hat unterschiedliche Ursachen, ja. Aber die Unfreiheit ist allen Varianten gleich. Und wenn man sich die Gesetze im 2. Buch Mose anschaut, ist Sklaverei definitiv legitim – und damit, wenn ich Ihrer Argumentation folge, göttlich legitimiert. Auch Paulus unterstützt – indirekt – die Sklaverei. Für das Christentum war Sklaverei lange kein „Problem“.
          Wie kann ich damit umgehen? Die Bibelstellen wörtlich nehmen und Sklaverei heute noch gutheißen? Oder feststellen, dass es wohl doch eher zeitbedingtes Menschenwort war, das – zum Glück – einem Wandel in der Erkenntnis unterworfen ist. Oder dem Zeitgeist 😉

          • „Ist diese Aussage nicht sehr antropomorph? Sie macht Gott klein, verfügbar.“
            Sicher nicht, Wir können nur soviel von Gott wissen, wie er uns in seinen Wort offenbart hat und nicht mehr. Deswegen ist unser Wissen nur sehr beschränkt und begrenzt um die Größe Gottes in seinem ganzen Umfang zu erfassen. Beim Menschen, ist es möglich das er im laufe seines Lebens seinen Meinungen ändert, bei Gott ist dies aber nicht der Fall. Warum weiß ich das? Ganz einfach weil es Gott gesagt hat: Bsp.: Mal.3,6 „Denn ich, der Herr, verändere mich nicht;“

            Zur Sklaverei:
            Ich wüsste keine Stelle, wo Paulus Sklaverei gut geheißen hätte!
            Die Bibel im Allgemeinen sagt nicht viel über Sklaverei. Aber wie ich schon sagte kann man die Sklaverei vor einigen Jahrhunderten nicht mit der Sklaverei der Bibel gleichsetzten.
            Sklaven wurden in den vorherigen Jahrhunderten von den Menschen mit Zwang versklavt. Die Bibel verbietet dies: 2.Mo.2,21,16 „Wer einen Menschen raubt, sei es, dass er ihn verkauft oder dass man ihn noch in seiner Hand findet, der soll unbedingt sterben.“
            Das war in den letzten Jahrhunderten der Fall. Menschenraub zu dieser Form der Sklaverei sagt die Bibel eindeutig: „Nein“.
            Das AT beschreibt die andere Form der Sklaverei, wie ich oben schon geschrieben hatte!

            Auch heute gibt es Sklaverei. Denn jeder Mensch ist unter der Sünde versklavt. Nur durch Jesus Christus bekommen wir wahre Freiheit, der uns frei macht von der Sklaverei der Sünde!

            • Die Bibel einschließlich Paulus Schriften sagt einiges über die Sklaverei.

              Insbesondere wird unterschieden zwischen versklavten Israeliten und Nichtisraeliten. Man muss bei den Textstellen immer sehr darauf achten, um welche dieser beiden Gruppen es geht. Israelitische Sklaven waren viel besser vom Gesetz geschützt als Nichtisraeliten.

            • Was wollen sie damit sagen Jörg? Die Bibel verbietet eindeutig Sklaverei, wie wir sie heute verstehen! Sklaverei, wie es im AT beschrieben wird ist eher eine Art Insolvenzgesetz, wie ich schon gesagt habe! Es ist keine Sklaverei indem Sinn wie sie Sklaverei verstehen würden! Auch der Nichtisraelit hatte Rechte! Immer den Kontext betrachten lieber Jörg!

            • Zunächst einmal: Die Urchristen hatten Sklaven und dieses wurde in der Bibel gutgeheißen. Im 1. Tim 6,2 werden diese sogar dazu angehalten, ihren (christlichen) Herren noch eifriger zu dienen.

              In 2. Mose 21 wird die Besonderheit hebräischer Sklaven bei hebräischen Herren beschrieben. In der Tat war das ein Schulddienst, der auf 6 Jahre befristet war. Für nichthebräische Sklaven galt das hingegen nicht.

              Ja, Sklaven hatten ein paar Rechte. Wie das Leben dieser aussah, zeigt aber diese Stelle:
              Wer seinen Sklaven oder seine Sklavin schlägt mit einem Stock, dass sie unter seinen Händen sterben, der soll dafür bestraft werden. 21Bleiben sie aber einen oder zwei Tage am Leben, so soll er nicht dafür bestraft werden; denn es ist sein Geld.

              Es war folglich erlaubt, seinen Sklaven halbtot zu schlagen.

              Ich weiß ja nicht, wie Du so was nennst, die nenne das auch heute noch Sklaverei.

  12. Ich befürchte wir haben einen etwas schwächelnden Gott, der über tausende Jahre Menschheitsgeschichte seine Agenda nicht wirklich durchsetzen konnte. Eva ist ihm entglitten, Abraham ließ sich als Glaubensheld feiern, wo doch Sara den erwählten Sohn gebar (eigentlich hätte es eine Tochter werden sollen). Jakob hatte sich irrtümlicherweise die Söhne als Stammväter ausgesucht. Myriam hätte den Job von Mose bestimmt besser gemacht, eine eindeutig falsche Personalentscheidung. Fatal auch seine Auswahl bei den Königen von Israel, wieder war keine Frau darunter, dummerweise waren es dann auch Männer die als Propheten zum Sprachrohr Gottes wurden. Selbst Jesus der Sohn Gottes muss einen Augenblick unkonzentriert gewesen sein und schon hatte er 12 Jungs an der Backe und zu Aposteln gemacht. Sorry, bei allem Respekt, aber irgendwie scheint unser Gott sich kulturellen und anthropologischen Erkenntnissen zu entziehen, weiß er denn nicht, dass wir Gleichberechtigung leben?
    Paulus erwähne ich gar nicht, es wird vermutet das helle Licht auf dem Weg nach Damaskus hat ihn für immer blind gemacht für die Anliegen der Frauen.
    Gott sei Dank sind Wissenschaft und moderne Theologie diesen geschichtlichen Fehlleistungen auf die Spur gekommen.
    Jetzt endlich bricht die Zeit der Frauen an !

  13. „22 Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn; 3 denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; und er ist der Retter des Leibes.“ – Die Männer sind von Gott berufen, die Leitung zu übernehmen, nicht die Frauen. Wer etwas Anderes sagt, widerspricht der Bibel, also der absoluten Wahrheit und versündigt sich.

    • Ich frage mich, wieso Gott eine Deborah berufen hat in ihr Amt. Sie hatte sowohl die weltliche wie die geitstliche Leitung über ein großes Volk! Es kann also nicht stimmen, dass eine Frau nicht leiten darf, wenn sogar Gott selbst in dieses Amt einsetzt.
      Es sei gewarnt davor, Aussagen/Meinungen durch eine einzige oder wenige Bibelstelle zu begründen. Bitte immer den Kontex der Bibel anschauen.
      Maria

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