Der Bundesverband Lebensrecht ruft für diesen Samstag in Berlin zum 16. „Marsch für das Leben“ auf. Die Veranstalter fordern den Schutz des Lebensrechts „von der Zeugung bis zum natürlichen Tod“. Die deutsche Bischofskonferenz schickte ein Grußwort.

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Erstmalig wird die Eröffnungskundgebung (13 Uhr) direkt vor dem Brandenburger Tor auf dem Platz des 18. März stattfinden. Anschließend beginnt der Marsch durch Berlin. Den ökumenischen Abschlussgottesdienst leiten Erzbischof Heiner Koch (Berlin) und der koptische Bischof Anba Damian. Musikalisch begleitet werden Kundgebung und Gottesdienst von der Outbreakband. Der katholische Fernsehsender EWTN überträgt live. Die Vorberichterstattung beginnt um 12:30 Uhr. Auch einen Livestream über YouTube bietet der Sender an.

„Keine Anti-Corona-Veranstaltung“

Die Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht, Alexandra Lindner, widersprach im Vorfeld der Behauptung, beim Marsch für das Leben würde es sich um eine „Anti-Corona-Veranstaltung“ handeln. „Der Marsch für das Leben war und ist eine reine Pro-Life-Demonstration“, so Lindner. „Dies umfasst alle Menschen von der Zeugung bis zum Tod, ihr Lebensrecht und ihren Lebensschutz.“ Daher beachte man selbstverständlich die behördlichen Auflagen in Berlin, die als Hygienekonzept eine Mund-Nasen-Bedeckung und einen Mindestabstand erfordern. Zudem hielten die Veranstalter vor Ort zusätzlich einen Vorrat an Pro-Life-Schlauchschals.

Im Vorfeld hatten die Veranstalter mit Blick auf Corona regionalen Organisatoren einen Zuschuss angeboten, wenn diese wegen der Mindestabstände bei der Anreise der Teilnehmer im Bus ein weiteres Fahrzeug benötigten. Im Vorjahr hatten nach Veranstalterangaben rund 8.000 Personen am „Marsch für das Leben“ teilgenommen.

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Außerdem distanzierte sich Lindner von einem angeblichen Schulterschluss mit rechten Gruppierungen: „Beim Marsch für das Leben sind wie immer ausschließlich Materialien des Bundesverband Lebensrecht und seiner Mitgliedsvereine zugelassen. Jegliche Behauptung, die unsere Demonstration mit gesellschaftlichen Gruppierungen oder Strömungen mit anderem Schwerpunkt in Verbindung bringt, ist unwahr.“ Vereinzelte Vorfälle in dieser Richtung ließen sich leider ebensowenig vollkommen ausschließen wie „die regelmäßigen aggressiven Störungen durch extremistische, intolerante Gruppierungen, die Kindern ihr Lebensrecht absprechen und Mütter im Schwangerschaftskonflikt zugunsten einer frauenfeindlichen Ideologie im Stich lassen.“

Katholische Bischofskonferenz sendet Grußwort

Auf der Homepage des Marschs haben die Veranstalter mehrere Grußworte veröffentlicht. „Das Recht auf Selbstbestimmung hört dort auf, wo der Wert des Lebens verletzt wird“, schreiben der evangelische Landesbischof von Sachsen, Tobias Bilz, und der Dresdener Bischof Heinrich Timmerevers in einem ökumenischen Gruß. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, schrieb: „Durch ihren Einsatz kann uns bewusster werden, dass das Leben ein Geschenk Gottes ist, das nie seinen Wert verliert und um das es sich zu kämpfen lohnt.“

Weitere Grußworte stammen unter anderem von Ekkehart Vetter (Vorsitzender Evangelische Allianz), Marie Elisabeth Hohenberg (Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ja zum Leben), Christoph Stiba (Generalsekretär Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden), Ansgar Hörsting (Präses Bund FeG), dem Verleger David Neufeld (Cuxhaven), Bischof Hans-Jörg Voigt (Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche), Karl-Heinz Wiesemann (Bischof von Speyer) und Ludwig Schick (Erzbischof von Bamberg).

Kritiker warnen vor „Stigmatisierung ungewollt Schwangerer“

Gegner des Marschs haben für Samstag auf dem Pariser Platz in Berlin zu einem „Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung“ aufgerufen. Das Motto der Kundgebung:
„Leben-Lieben-Selbstbestimmt“. Sie werfen den christlichen Lebensschützern eine „menschenverachtende Ideologie“ vor, fordern die Abschaffung des Paragrafen 218 und warnen vor der Stigmatisierung ungewollt schwangerer Frauen. Es sei „eine Schande, dass Menschen in Deutschland bereits seit 150 Jahren gegen die
Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen kämpfen müssen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Link: Bundesverband Lebensrecht

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich freue mich auch in diesem Jahr am Marsch für das Leben teilzunehmen. Es braucht keine Entschuldigung der Veranstalter, wenn der §218 nach wie vor Anwendung findet. Im Grunde genommen geht er nicht weit genug. Auch die inzwischen legalisierte Sterbehilfe in Deutschland zeigt den massiven Abfall der Menschen von Gott. Jede/r will sein eigener „Gott“ sein. Mit diesem Marsch für das Leben, wollen wir versuchen wachzuruetteln und auf die Liebe des Schöpfers zu seinen Geschöpfen hinweisen.

  2. Katze gegen den Strich bürsten

    Wir Christinnen und Christen müssen bisweilen die „Katze gegen den Strich bürsten“, oder gegen den Strom schwimmen. Der Marsch für das Leben soll sicherlich vorallem verdeutlichen, daß Leben von Anfang an ein Geschenk Gottes ist. Wir sind Geist von Gottes Geist: Also wertvoll, egal ob Ungeborenes, Baby, mittelalterlicher Mensch oder Senior/innen. Etwa bei genetischen Möglichkeiten bis hin zu der Horrorvorstellung eines Menschen aus dem Katalog, mit gewünschten speziellen Eigenschaften, betreten wir bald zusätzliches ethisches Neuland. Dann geht es insgesamt darum, das Leben nach eigenem Gutdünken und individuellen Vorlieben zu bestellen, oder es – man verzeihe mir diesen Ausdruck – in einem Mülleinmer zu entsorgen. Allerdings hilft es ungewollt Schwangeren nicht, sie zu stigmatisieren. Die Haltung Jesu zu der Ehebrecherin, sie nicht zu verurteilen, hat ganz allgemein damit zu tun, dass wir alle unsere Abgründe haben oder gar Leichen im Keller. Niemand hat vor Gott eine weisse Weste. Auch die Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung im staatlichen System ist sinnvoll, da hier über nicht unerhebliche Hilfen für Familien und Kind informiert wird. Die Tötung eines werdenden menschlichen Lebens bereits im Mutterleib ist einerseits eine ganz schlimme Angelegenheit. Aber andererseits ein soziales Übel, in dem Opfer auch zu Tätern werden. Die ganz einfache menschliche Unterstützung, Wertschätzung und vorallem Nächstenliebe, oft unbewusst nur noch an Institutionen deligiert und damit aus unserem Gesichtskreis, schafft auch das Gefühl durch die Maschen des sozialen Netzes zu fallen. Der allgemeine Materialismus führt wie bei bestimmten Formen der Sexualität auch zur Verdinglichung des Lebens. Nach dem Motto „mein Bauch gehört mir“, wird das Wunder des Lebens zu einem Gegenstand, dessen man sich entledigen kann. Kein Wunder, denn auch das milliardenfache Kückenschreddern lässt bei manchen Menschen ein Gefühl entstehen, daß das Leben auch ganz allgemein nicht mehr heilig und dann unserer Willkür unterworfen wird. Aber Hass auf Menschen die abtreiben ist wie immer kein guter Ratgeber. Wer hasst wird auch gehasst. Dabei kommt soetwas raus wie das Motto „Leben-Lieben-Selbstbestimmt“. Ungeborenes Leben nicht zu lieben kann mit Selbstbestimmung nicht zu tun haben, weil das Leben ansich keine Ware in meinem Besitz ist (auch nicht in meinem Bauch) und im übrigen es sich um potentiell (später) selbstbestimmtes Leben handelt. Man verzeihe mir, dass ich dies als Mann schreibe, da ich ja keine Kinder bekommen kann. Aber Väter sind an der Fortpflanzung auch beteiligt und halten sich meist vornehm zurück. Seltsam ist schon, daß die Väter als Erzeuger überhaupt nicht in den Fokus einer möglichen Kritik kommen, als seien sie in keiner Weise in Entscheidungsprozesse einbezogen. Eltern haben immer eine gemeinsame Verantwortung. Die hier von den Abtreibungsbefürwortern formulierte Selbstbestimmung der Partnerin ist dagegen auch eine Selbstbestimmung bei eigenständiger alleiniger ethischer Entscheidung: Für das Leben, weil Leben kein Besitz ist und nicht wie ein Gegenstand benutzbar ist. Weil ein kleines Kind gute menschliche Gefühle weckt, kommt Gott nicht als Herrscher, mit Gewalt und Getöse in diese Welt, sondern als ganz kleiner Mensch. Gottes Besuch bei uns als Baby scheint mir (fast) zu beweisen, daß Gott seine Liebe zu allen Menschen auch in Humor kleidet. Denn niemand würde unter normalen Umständen ein Neugeborenes hassen. Und schon gar nicht verhindern.

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