Martin Luther King (Foto: Library of Congress, Washington, D.C. / http://hdl.loc.gov/loc.pnp/pp.print)
Unter dem Motto „Miteinander für die Freiheit aufstehen“ hat die evangelische Kirche am Montag in Berlin an den 50. Todestag des US-Bürgerrechtlers Martin Luther King erinnert. Der farbige Baptistenpastor, Friedensnobelpreisträger und Stratege des gewaltlosen Widerstands war vor 50 Jahren, am 4. April 1968, in Memphis im US-Staat Tennessee von einem Rassisten ermordet worden.

Die Kirche könne bis heute viel von King lernen, sagte der Erfurter Sozialethiker und Theologieprofessor Michael Haspel laut Redemanuskript in einem Festvortrag in der Berliner Sophienkirche. Er habe seine theologische Perspektive immer mit einer grundlegenden Gesellschaftsanalyse verbunden. „Das politische Handeln Kings hatte eine theologische Grundlegung, eine von ihm erarbeitete Theologie, die persönliche Konversion mit gesellschaftlicher Transformation verband, in der die Kirche eine wichtige Rolle spielte“, sagte Haspel.

King habe immer wieder um den richtigen Weg gerungen. Er habe das Ziel gekannt und sei bereit gewesen, auch einen steinigen Weg zu gehen. „Aber er musste immer wieder neu in komplexen Situationen Orientierung gewinnen“, erklärte der Theologe. Das könne man nicht einfach übertragen. „Wir müssen heute vielmehr fragen: Was würden wir dazu sagen? Wie können wir verantwortlich urteilen und handeln?“, sagte Haspel. „Von Altenburg bis Augsburg, von Bautzen bis Berlin, von Cottbus bis Köln. Das können wir von King lernen, aber das kann er uns auch nicht abnehmen.“

Weitere Gäste der Gedenkveranstaltung waren unter anderen die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, und der Historiker und Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, Paul Nolte. Den Abschluss bildete ein Abendgebet unter anderen mit Pfarrerin Rosalind Gnatt von der United Church of Christ und Reverend Robert Moore von der Evangelical Lutheran Church in America.

King kämpfte zeitlebens gegen die Rassentrennung und Diskriminierung der Schwarzen in den USA. Weltberühmt wurde seine Rede in Washington 1963 mit der wiederkehrenden Zeile „I have a dream“. Bei einem Besuch in Ost-Berlin im September 1964 hielt der US-Bürgerrechtler einen Vortrag in der Marienkirche am Alexanderplatz. Weil nicht alle Zuhörer Platz fanden, wiederholte King spontan den Vortrag noch einmal in der nahe gelegenen Sophienkirche.

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Die Kirche kann lernen .. vor allem die „Oberen“ und jeder von uns.
    Altes und Neues Testament gehören zusammen – so wie Israel, die Wurzel uns trägt … etc.
    Bitte betet viel für Israel um Schutz im eigenen Land.
    Etwa 70 nach Christus bekannten die Römer das Land Palästina. Es war immer jüdisches Land (in der „Weihnachtsgeschichte“ wird davon auch immer gelesen)
    Immer wieder mal andere Besatzer, dann endlich frei und unter britischem Mandat. P wurde geteilt vom Völkerbund in 2/3 Palästina, wurde Jordanien, 1/3 1948 Israel. Leider wurde I. einen Tag nach Staatsgründung von 6 arabischen Armeen zum Teil 19 Jahre besetzt. Der 6-Tage-Krieg wurde gewonnen und Israel bekam sein Land wieder. Und nun hat I. auch viele Gebiete den Arabern als AutonieGebiet gegeben. Bitte BETEN !

    • > P wurde geteilt vom Völkerbund in
      > 2/3 Palästina, wurde Jordanien, 1/3 1948 Israel.
      >
      Nö, die Teilung fand statt, bevor das Mandatsgebiet Palästina errichtet wurde. Das geplante Mandatsgebiet wurde in 2/3 Tranjordanien und 1/3 Palästina geteilt. Nachdem dann 1948 Jordanien die „Westbank“ illegal annektiert hatte, nannte es sich in Jordanien um.

      Inzwischen hat Jordanien auf die „Westbank“ verzichtet und sie den Palästinensern zurückgegeben. Was u.a. auch damit zusammenhängt, dass sie seit 1976 von Israel besetzt ist. Es gab das Projekt der Zwei-Staaten-Lösung, als Vorbereitung darauf gab es Autonomiegebiete – aber nach dem Mord an Rabin, der Intifada etc. ist das Projekt ins Stocken geraten.

      Auch der radikalste Palästinenser will nichts (mehr) von Jordanien, sie wollen alle nur Palästina (Hamas & Co. ganz Palästina und nichts für die Juden).

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