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Die katholische Kirche dominiert nach einer Untersuchung des Schweizer Instituts Media Tenor das Medienbild des Christentums. Das positive Image von Papst Franziskus biete der Kirche eine große Chance, eher mit der Osterbotschaft wahrgenommen zu werden, teilten die Medienforscher am Mittwoch mit.

Das Institut in Rapperswil hat nach eigenen Angaben internationale Fernsehnachrichten aus den Jahren 2012 bis 2014 analysiert. Vertreter der katholischen Kirche sähen in den Medien eher einen Feind als einen Partner, sagte der Medienforscher Christian Kolmer. Doch die Forschungen seines Instituts zeigten, «dass nur die katholische Kirche überhaupt eine Chance hat, in der Nachrichtenflut wahrgenommen zu werden». Mehr als 90 Prozent der Berichte in Nachrichtensendungen über kirchliche Themen hätten der katholischen Kirche oder Papst Franziskus gegolten. Nur neun Prozent hätten sich mit den protestantischen Kirchen befasst. Auch in Großbritannien und den USA habe der Schwerpunkt der Berichterstattung klar auf der katholischen Kirche gelegen.

 Das deutsche Fernsehen zeichnete nach Angaben des Instituts ein kritischeres Bild als Medien in anderen Ländern. ARD und ZDF hätten in ihren Nachrichtensendungen ausführlich über den Skandal um den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst berichtet. Der Vorwurf des Kindesmissbrauchs, Unterschlagungen und der Streit um die Bischofsweihe homosexueller Geistlicher in der anglikanischen Kirche hätten auch den Protestanten negative Berichterstattung gebracht.

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 Das Institut wertete nach eigenen Angaben 24 Fernsehnachrichten-Sendungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Südafrika, Spanien und der Schweiz aus. Dabei seien 547.000 Berichte untersucht wurden. In Deutschland wurden nur Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ausgewertet.

(Quelle: epd)