Auf die Bedeutung des Internets für die Kirchen hat der Medienbischof der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Gebhard Fürst, hingewiesen. „Wenn wir dort als Kirche nicht präsent sind, laufen wir Gefahr, viele Menschen einfach nicht zu erreichen, weil wir in ihrem Leben schlicht nicht mehr vorkommen.“

Die Kirche werde an ihrem Auftrag, den Menschen das Evangelium zu verkünden, scheitern, wenn sie in sozialen Netzen nicht am Dialog teilnehme, unterstrich Fürst, der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist, bei der „Online zu Gott?!“ Es sei unbestritten, dass die Kirche die Aufgabe habe, auf die digitalen „Marktplätze“ zu gehen. Sie müsse mit einem breiten pastoralen Angebot in den Sozialen Netzwerken vertreten sein, so der Bischof.

Eine Herausforderung sieht der Theologe darin, von der traditionellen Textorientierung kirchlicher Verlautbarungen hin zu bildlicher Kommunikation zu kommen, wie sie sich im Netz zunehmend durchsetze. Er selbst erreiche durch seinen Twitter-Auftritt auch viele Journalisten, weshalb einzelne Tweets zu Interviewanfragen geführt hätten, so Fürst. Grundsätzlich halte er Glaubensgespräche von Angesicht zu Angesicht aber für wirksamer als das Gespräch über eine technische Plattform.

Der Journalist Alexander von Schönburg, Mitglied der „Bild“-Chefredaktion, empfahl der katholischen Kirche den Mut, auch im Netz „anders zu sein“. Sie sollte sich nicht anbiedern, sondern mit ihren Glaubensinhalten ein „Stolperstein“ für die Öffentlichkeit bleiben. „Nichts ist unattraktiver als ein Priester, der versucht, allen hinterherzulaufen“, so von Schönburg.

Der katholische YouTube-Priester und „Popkaplan“ Christian Olding warnte die Kirche davor, sich in der Öffentlichkeit auf ethische Fragen reduzieren zu lassen. Im Netz müsse sie die Frage beantworten, welchen Mehrwert es habe, sich auf den christlichen Glauben einzulassen.

Link: Online zu Gott?

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