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Die Kirchen in Deutschland sollen sich nach Ansicht eines internationalen Expertenteams für Menschenrechtsfragen stärker im Kampf gegen Rassismus engagieren.

 Dabei sollte Rassismus nicht mit Rechtsextremismus gleichgesetzt werden, wie es die Tendenz sei, heißt es in einem Abschlussbericht nach einer Informationstour durch deutsche Städte, der am Sonntag von der hannoverschen Landeskirche vorgelegt wurde.

 Fünf Frauen und Männer aus Uganda, Indien, Südafrika, Großbritannien und den USA waren von mehreren deutschen Kirchen und kirchlichen Einrichtungen im Mai eingeladen worden. Sie besuchten Projekte und Institutionen in Hamburg, Schwerin, Güstrow, Hannover, Verden, Erfurt, Weimar und Jena. Initiatoren des Projektes waren vier evangelische Landeskirchen im Norden und Osten Deutschlands sowie der Evangelische Entwicklungsdienst, «Brot für die Welt», Misereor und die «Plattform Dalit Solidarität in Deutschland».

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 Die Kirchen sollten sich deutlich gegen rassistische Diskriminierung von Menschen muslimischen Glaubens aussprechen, fordern die Experten. Zugleich müssten sie verstärkt gegen Antisemitismus vorgehen. Die evangelischen Kirchen und die katholische Kirche müssten sich besonders um die Einbeziehung von Christen und christlicher Gemeinschaften mit ausländischen Wurzeln bemühen. Die Beobachter aus dem Ausland sehen sowohl die Aufarbeitung der NS-Zeit als auch der DDR-Geschichte nicht abgeschlossen. Neue Konzepte für eine Gedenkkultur müssten gefunden werden, um auch jüngere Menschen anzusprechen.

(Quelle: epd)