„Die Gesellschaft für bedrohte Völker“ kritisiert Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Einschätzung der Religionsfreiheit in Ägypten. In ihrer Videobotschaft vom Wochenende sagte Merkel, wie Christen in Ägypten ihre Religion ausleben könnten, sei beispielhaft für ein muslimisches Land. Dies einen „Schlag ins Gesicht der Kopten“, so die Gesellschaft.
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Die Lage der ägyptischen Christen sei sehr viel schlechter als ihre vermeintlich positive rechtliche Situation erwarten lasse. Merkel hofiere Ägyptens Staatsführung, um das Land zu mehr Kooperation in Flüchtlings- und Migrationsfragen zu bewegen, warf der Afrikareferent der Menschenrechtsorganisation, Ulrich Delius, der Kanzlerin vor. Merkel will am Donnerstag nach Ägypten reisen.

„Ägyptens Christen leiden auch unter Staatspräsident Abdel Fatah al Sisi noch immer unter Diskriminierung, Willkür und Straflosigkeit“, sagte Delius weiter am Sonntag in Göttingen. Statt sich für eine Verbesserung der Lage der Christen einzusetzen, nutze die Kanzlerin die Kopten-Frage, um die katastrophale Menschenrechtsbilanz Ägyptens zu beschönigen.

Link zum Merkel-Podcast.