Michele Rigby Assad: Unter dem Radar – Gott, die CIA und ich

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Michele Rigby ist ein typisches Südstaatenmädchen. Die hübsche junge Frau liebt Tanz und Ballett. Ihre einzige Verbindung zur großen, weiten Welt findet sie zunächst nur in Zeitschriften. Die fremden Länder, die sie dort entdeckt, faszinieren sie. Obwohl sie mit ihrer zierlichen Statur nicht dem Bild einer Spionin entspricht, entscheidet sie sich nach ihrem Studium für eine Karriere bei der CIA, dem Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten. Mühsam lernt sie, sich in dieser Männerdomäne zu behaupten.

Durch ihren Mann, der aus Ägypten stammt und ebenfalls für die CIA arbeitet, ist ihr die arabische Welt nicht fremd. Das Ehepaar wird an wechselnden Einsatzorten eingesetzt. Oft arbeiten sie in Krisenzonen, umgeben von Bombenangriffen und Unruhen. Da Michele Assad über gute Menschenkenntnis verfügt, ist sie immer wieder dafür zuständig zwischen echten und falschen Informanten zu unterscheiden. Neben solchen Aufgaben, die sie erfüllen und durch die sie ihre Gaben entdeckt, müssen aber auch unzählige Formulare ausgefüllt werden. Das Leben als Spionin besteht nicht nur aus adrenalingesteuerten Einsätzen, sondern oft aus lästigen Formalitäten.

Irgendwann ist der Punkt gekommen, an dem Michele Assad und ihr Mann ausgelaugt sind. Die wechselnden Einsatzorte, die ständige Lebensgefahr, das Leben weitab von Familie und Freunden zehren an ihnen. Sie entscheiden sich für den Ausstieg aus dem Dienst und machen sich mit ihrem erworbenen Können selbstständig. Da kommt eine Anfrage, die genau zu ihren Kenntnissen und Gaben passt. Eine irakische Gruppe von Christen ist vor der Terrororganisation Islamischer Staat geflohen und sucht eine neue Heimat. Können die Assads diesen verfolgten Christen helfen?

Es ist interessant, einen Insiderbericht über die Arbeit in der CIA zu lesen. Dabei ist die einzigartige Perspektive der Autorin bereichernd, denn sie ist nicht nur als Frau in der Minderheit, sie ist auch überzeugte Christin. Sie beschreibt im Detail ihre Ausbildung und Aspekte ihrer Arbeit, dabei wirkt der Bericht leider an manchen Stellen etwas langatmig, und das gelegentliche Eigenlob stört. Enttäuschend ist auch, dass sie wenig über ihre Umgebung im Nahen Osten schreibt. Die CIA Mitarbeiter scheinen die meiste Zeit in einem abgeschotteten Bereich gelebt und gearbeitet zu haben mit wenig Kontakt zu Land und Leuten.

Positiv sind die selbstverständlichen Hinweise auf ihren Glauben. Vor allem die letzte beschriebene Aktion lebt vom Gebet vieler Freunde, wie immer wieder herausgestellt wird. So ermutigt dieses Buch gewöhnliche Menschen etwas mit Gott zu wagen, da er es ist, der Gelingen schenkt.

Von Marianne Müller

Leseprobe (PDF)

Verlag: SCM Hänssler
ISBN: 978-3-7751-5891-6
Seitenzahl: 336
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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