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Clint Eastwood, mittlerweile 80-jährige Hollywood-Legende, hat einen Film über den Tod und ein mögliches Leben danach gemacht. Zwei Menschen werden darin von der Frage getrieben, was nach dem Tod kommt. Ein Dritter kennt die Antwort: Matt Damon spielt einen "Psychic", jemand, der Kontakt mit verstorbenen Personen aufnehmen kann.

Es ist kein besonders theologischer Film, der am Donnerstag in die Kinos kommt, so viel sei vorweg gesagt. Eastwoods Vorstellung vom Leben nach dem Tod ist von keiner speziellen religiösen Richtung geprägt. Und seine Darstellung von einer Nahtoderfahrung entspricht nicht genau den gängigen Berichten, von denen es Tausende auf der Welt gibt, und die sich erstaunlich ähneln. Dennoch wirft der erfolgreiche Schauspieler, Regisseur, Produzent und Filmkomponist interessante Fragen auf. Vor allem greift er ein Problem auf, das mit Nahtoderfahrungen zusammenhängt: eine "Verschwörung des Schweigens".

Die erfolgreiche französische Fernsehjournalistin Marie Lelay ist zu Beginn des Films Opfer einer Tsunami-Katastrophe am Strand von Indonesien. Mit der sehr realistischen Darstellung der Flutwelle, die an den Tsunami im Dezember 2004 erinnert, wird Maries altes Leben ins Meer, und der Zuschauer in den Film hineingesogen. Sie überlebt die Wasserflut, allerdings stirbt sie fast und hat in diesem Moment eine "Vision", wie sie sagt. Offenbar bereits im Jenseits, sieht sie verschwommen Personen, die schon verstorben sind.

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Die zweite Hauptperson des Films ist Marcus, ein Junge aus einem Londoner Arbeiterviertel. Sein Zwillingsbruder Jason stirbt bei einem Autounfall, und daraufhin ist auch Marcus‘ Leben nicht mehr das, was es zuvor war. Der Verlust seines geliebten Bruders, der zwölf Minuten älter und ein Vorbild für Marcus war, zwingt ihn auf eine Suche nach dem, was hinter dem Tod steckt. Beide, Marie und Marcus, suchen dort, wo man heutzutage als erstes nach Informationen sucht: bei Google. Sie stoßen jeweils unabhängig voneinander auf verschiedene "Experten" in Sachen Nach-Tod: Geistliche, Wissenschaftler, Pseudo-Psychologen und Quacksalber. Augenzwinkernd führt Eastwood den "Markt" vor, der auf diesem Gebiet existiert. Wenn ein enger Angehöriger stirbt, verblasst alles andere im Leben. Was zuvor an erster Stelle stand, rückt in den Hintergrund, und viele sind zum ersten Mal gezwungen, sich mit dem Tod (auch dem eigenen) zu beschäftigen. Kein Wunder, dass Menschen versuchen, mit den Sehnsüchten und Fragen Geld zu machen.

Marie, die eine steile Karriere im Fernsehen erklimmt und allseits beliebt ist, muss feststellen, dass nichts so tiefgründig ist wie die Frage nach dem Tod. Nach ihrer Nahtoderfahrung kann sie sich nicht mehr auf das Alltagsgeschäft konzentrieren, sie verliert sogar ihren Job. Anstatt wie geplant eine Biographie über den französischen Staatspräsidenten François Mitterrand zu schreiben, will sie ihre Erlebnisse und aktuelle Forschungen zum Thema Tod aufschreiben. Sie stößt auf Widerstand in ihrer Kollegschaft und bugsiert sich ins Aus. "Verschwörung des Schweigens" nennt sie ihr Buch, da offenbar niemand bereit ist, sich dem Thema zu öffnen, obwohl es alle betrifft. Sie ist bereit, dafür ihre Fernsehkarriere aufzugeben.

Dritter Erzählstrang ist George Lonegan (Matt Damon), der die Fähigkeit besitzt, durch Berührung in Kontakt mit den Verstorbenen von Menschen zu treten, die ihnen nahe standen. Für viele ist er die letzte Hoffnung in Zeiten großer Trauer, für ihn selbst ist die Gabe jedoch ein Fluch. Denn diese Fähigkeit verhinderte es bislang, dass er eine Beziehung zu einer Frau haben konnte, seine Gabe stand immer im Weg. Lonegan kann zwar den Suchenden im Film helfen, dem Zuschauer aber gibt er wenig konkrete Antworten auf die Frage, was nach dem Tod kommt. Aus christlicher Perspektive wünschte man sich hier mehr. Immerhin wirft der Film Fragen auf, behandelt das Thema mit großem Ernst und stichelt etwas gegen die Scharlatane, die damit Geld verdienen.

"Was auf der anderen Seite ist, wissen wir nicht, doch das Ende auf dieser Seite ist nicht verhandelbar", sagt Regisseur Clint Eastwood. Nichts ist so sicher wie der Tod, darum lag eigentlich nichts näher, als einen Film darüber zu machen. Die Ko-Produzentin Kathleen Kennedy sagte: "Das Leben wird oft erst im Angesicht des Todes richtig definiert." Der Film erinnert immer wieder auch daran, dass es jeden selbst permanent treffen könnte, bei einer Explosion in der Londoner U-Bahn, auf der Straße oder im Urlaub am Strand. Es wäre traurig, wenn die Menschen, die von einer Welt nach dem Tod berichten, nur belächelt oder ignoriert würden.

(Quelle: Christliches Medienmagazin Pro)