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Der emeritierte Pfarrer Ulrich Zurkuhlen darf in beschränktem Maße wieder Gottesdienst feiern. Er hatte im Juli des vergangenen Jahres in einer Predigt dafür geworben, Priestern zu vergeben, die Kinder missbraucht haben. Auch in einem Fernsehbeitrag hatte er Missbrauch relativiert. Daraufhin war ihm die Predigterlaubnis entzogen worden. In einem Brief an Bischof Felix Genn hat sich Zurkuhlen nun dafür entschuldigt, wie das Bistum Münster berichtet. Darin schreibt er, dass er seine Äußerungen ausdrücklich bedauere und alle Menschen, die er verletzt habe, um Entschuldigung bitte. Von seinen Äußerungen distanziere er sich „absolut“. Seine Aussagen hätten „die Opfer wieder zu Opfern“ gemacht.

Nach dem Schreiben hatte es erneut ein Gespräch mit dem Interventionsbeauftragten Peter Frings, Bischof Genn und Zurkuhlen gegeben. Nun ist klar: Der Pfarrer darf in begrenztem Rahmen wieder bei Gottesdiensten vorstehen, allerdings nicht bei üblichen Pfarrgottesdiensten. „Der Interventionsbeauftragte wird hierzu zeitnah Gespräche mit Einrichtungen führen, wo dies möglich sein könnte“, heißt es dazu auf der Seite. Möchte Zurkuhlen zukünftig als Seelsorger an anderen Gottesdiensten oder kirchlichen Veranstaltungen teilnehmen, muss er das Bistum im Vorfeld informieren.

Zum Thema sexuellem Missbrauch darf er sich auch weiterhin nicht mehr äußern, die Entgegennahme der Beichte ist ihm für ein weiteres Jahr untersagt. Ulrich Zurkuhlen bleibt in den Ruhestand versetzt und bezieht die dafür vorgesehenen, abgesenkten Bezüge. (nate)

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Sexueller Missbrauch beschäftigt die Missbrauchten ein Leben lang. Deshalb gehören Täter für mindestens 10 Jahre eingesperrt…

  2. Soviel ich die Predigt des Pfarrers Ulrich Zurkuhlen verstanden habe, bat er, *darüber nachzudenken*, ob die Vaterunser-Bitte „Vergib uns unsere Schuld, wie [= in demselben Masse] auch wir vergeben unseren Schuldigern“ auch hier gelten könnte (conjunctivus deliberativus).

    Ich vermag nicht zu erkennen, warum eine solche Anregung (als Einladung zum Nachsinnen) „ein Schlag ins Gesicht der Opfer“ darstellt.

    Denn damit ist doch weder die Übeltat gutgeheißen, noch wird das Leid der Opfer im geringsten geleugnet.

    Oder sehe ich das falsch?

    • Lieber Paul,

      das Predigtverbot wurde erst erteilt, nachdem Herr Zurkuhlen sich in einem WDR-Beitrag abermals zum Thema Missbrauch geäußert hatte. Damals sagte er, dass Missbrauch „vielleicht nicht so tragisch für die Kinder war.“ Später fügt er hinzu: „Wenn die Kinder immer wieder dahin gingen, hatten sie ja offenbar auch ein positives Verhältnis zu dem Mann [dem Jugendvikar, Anm. d. Red.], finde ich, sonst würden sie ja nicht hingehen.“
      Wahrscheinlich bezieht er sich auch bei seiner Entschuldigung auf ebenjenen Beitrag.

      Liebe Grüße
      dein Jesus.de-Team

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