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Drei Tipps, um sich von der Leidenschaft Gottes anstecken zu lassen

Leidenschaftlich von Gottes Liebe erzählen – welcher Christ möchte das nicht? Drei Geschenke Gottes können dabei helfen.

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Von Dirk Ahrendt

Ich bin vergesslich und das nervt mich. Oft frage ich meine Frau, ob sie mein Portemonnaie, meine Brille oder Hausschuhe gesehen hat. Mittlerweile vergesse ich auch schon mal Namen, was mich noch viel mehr nervt, weil ich hin und wieder während des Gesprächs im Hinterkopf überlege, wie diejenige Person heißt, die mir da gerade gegenübersteht.

Geistlich vergessen geworden?

Ich erinnere mich auch an Phasen, da habe ich Gottes Liebe vergessen. Mir sind solche Erfahrungen nicht fern, die Gründe vielschichtig. Anders als der Psalmbeter rufe ich nicht, „Herr, warum hast du mich vergessen?“ (Psalm 13,1; 42,10). Vielmehr musste ich bekennen: „Vater, ich habe dich vergessen.“

Wenn ich mir ansehe, wie Jesus die Leute geliebt und was er alles eingesetzt hat, damit sie erleben und begreifen, wie tief seine Liebe geht, dann bin ich fasziniert. Gott hat uns so viel geschenkt, hat uns so viel gegeben, hat uns das Beste, was er hat, nicht vorenthalten – seine Liebe in Jesus Christus.

Gottes Geschenke wahrnehmen

Über die Jahre habe ich gelernt, mir immer mehr und immer wieder seine Geschenke anzuschauen und sie in mir wirken zu lassen. Ich spüre die Liebe Gottes in mir, ich mache sie mir nicht nur gedanklich bewusst, sondern sie geht viel tiefer. Im Kontakt mit ihm werde ich von Gottes Liebe bewegt, inspiriert und getragen.

Drei Geschenke sind es im Besonderen, die ich fast täglich feiere:

  1. Ich habe einen Vater im Himmel, der mich unvoreingenommen liebt, ich bin sein Kind: „Aber allen, die ihn aufnahmen und ihm Glauben schenkten, verlieh er das Recht, Kinder Gottes zu werden.“ (Johannes 1,12 | GNB).
  2. Außerdem weiß ich, dass ich erlöst bin und mir vergeben ist: „Durch ihn sind wir erlöst, unsere Sünden sind vergeben.“ (Kolosser 1,14 | HfA).
  3. Und zuletzt, dass ich in Gottes Augen sehr bedeutungsvoll bin. Ich bin erwählt und bestimmt, bleibende Frucht zu bringen: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu bestimmt, reiche Frucht zu bringen, Frucht, die Bestand hat.“ (Johannes 15,16 | GNB).

Menschen zu Gott hinlieben

Das alles und noch viel mehr können wir sehen, wenn wir uns die Begegnungen von Jesus mit den Menschen anschauen. Und wir können es selbst erleben. Diese Begegnungen, in denen er voller Liebe und Hilfsbereitschaft den Leuten begegnet und sie mit Haut und Haaren in den Himmel lieben will. Denn das ist sein Wille, auch heute noch: Menschen zu Gott hinzulieben.

Ich bin ein geliebtes Kind Gottes.

Das lässt mich nicht kalt, das löst in mir große Entlastung aus, Freude und Motivation. Es liegt nicht an mir, nicht ich muss ackern, liebenswert sein oder mir krampfhaft alles merken. Ich bin ein geliebtes Kind Gottes. Ich wünsche mir, dass andere Menschen, die Jesus noch nicht kennen, das ebenfalls erleben. Dass sie meine drei Lieblingspräsente entgegennehmen und die vielen anderen auch, die Gott freigiebig verschenkt. Dass sie glauben, das wünsche ich mir.

Gottes Leidenschaft ist ansteckend

Seine Gnade ist so unvorstellbar groß, so weit außerhalb unserer Vorstellungskraft. Gott hat sich selbst hingegeben, er hat alles aufgegeben. Für mich, für uns, für alle. Das ist so unglaublich großartig, dass es kaum in Worte zu fassen ist. Das motiviert mich, diese Erfahrung auch an andere weiterzugeben.

Wenn ich einen Wunsch freihätte, dann wäre es, dass wir wieder (neu) angesteckt werden von der Leidenschaft Gottes. Ich wünsche mir, leidenschaftlich zu sein für ihn, um daraus leidenschaftlich zu sein für Andere.

Dirk Ahrendt ist Leiter des FeG Praxisinstituts Evangelisation.


Fragen zum Weiterdenken:

persönlich | in der Gemeindegruppe

1. Welche Geschenke Gottes sind Ihnen/Euch die wichtigsten? Versucht, sie durch Verse oder Geschichten aus der Bibel zu untermauern.

2. Zählt Beispiele von „Geistlicher Demenz“ in Eurem Leben oder Eurer Gemeinde auf.

3. Lest gemeinsam Matthäus 9,35-38: Warum war Jesus so angerührt von dem Zustand der Menschen um ihn herum? Welche Konsequenzen zieht er daraus (Kapitel 10)?

4. Wie bekommen wir persönlich und als Gemeinde die Herzenshaltung Jesu? Tauscht Euch darüber aus. Sammelt Ideen und formuliert drei konkrete Schritte.

5. Tägliches Gebet: „Jesus, lass mich die Menschen so sehen, wie du sie siehst!“


Ausgabe 11/21

Dieser Artikel ist in der Zeitschrift Christsein Heute erschienen. Christsein Heute wird vom SCM Bundes-Verlags herausgegeben, zu dem auch Jesus.de gehört.

3 Kommentare

  1. Das Leben hat einen tiefen Sinn

    Hallo Joerg: Da gebe ich Dir vollkommen recht. Niemand ist vollkommen, auch der frömmste Mensch nicht. Denn sonst bräuchten wir nicht so dringend jemand, der uns erlöst und neben uns die ganze Menschheit, sogar die gesamte Natur und das unendliche Universum. Warum überhaupt etwas existiert und nicht das Nichts ist, wer/wie Gott ist, wozu wir leben und was der fundamentale Sinn des Lebens ist, lässt sich ja im und mit dem Christentum nicht konkret beantworten. Es geht ja nicht um ein in sich geschlossenes Erklärsystem von Religion, welches widerspruchsfrei ist. So könnte man ja auch fragen, warum wir nicht einfach da geblieben sind wo wir (als Endziel) hingehören, bei Gott, im Paradies bzw. in Gottes Neuem Himmel und Neuer Erde. Warum der Umweg über eine Existenz in einem Leben, welches sogar die Existenz Gottes infrage stellt. Dies alles lässt sich – schon gar nicht perfekt – nicht konkret beantworten. Ich bin zutiefst wie jeder andere Mensch ein Sünder, wie alle Mitmenschen habe ich meinen eigenen Abgrund und trotzdem kann ich jeden Tag aus der Vergebung (Gottes) leben und mir meine leeren Hände füllen lassen. Ich glaube, wenn wir dies perfektionieren könnten, nämlich unsere Vergebungsbereitschaft, die Werte der Bergpredigt, dass wir etwas Licht in diese Welt bringen, dann wären wir viel glaubwürdiger. „Aber trotzdem sind wir allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den wir vor Gott haben sollten“! Denn gerade deshalb ist es so faszinierend, dass Gott sich mit uns versöhnt hat und (eigentlich) kann niemand tiefer fallen als in die Hand Gottes. Und es kann sich auch am Ende des Lebens niemand an Gott vorbeimogeln. Dabei ist das Gericht Gottes eines der Liebe. Dies ist mein Credo und eine sicherlich (nur) vorläufige Antwort. Die endgültige Antwort werden wir in Gottes neuer Schöpfung erfahren und ich ahne, es wird eine phantastische Erklärung der Motive Gottes sein, dass unser Leiden an uns selbst, an unseren Mitmenschen und der Beschaffenheit des Lebens einen tiefen Sinn besitzt. Wir Christen haben schon vor 2000 Jahren begriffen, dass die Geburt einer neuen Existenzweise (Gottes Neuer Welt) sich anfühlen kann wie das Gefühl einer schwangeren Frau, die ein Kind gebären wird. Wir alle müssen durch einen dunklen Tunnel, nicht immer und ständig, aber tendenziell in diesem Leben. Und in diesem Leben ist es eben wichtig, dass sich die Christ*innen auch mit anderen Menschen unterhaken und so was wie eine Hoffnungskolonne werden. Leider ist heute das Leben so extrem individualisiert, dass alleine dieses Bild schon ein Problem darstellt. Christsein hat nicht unerheblich auch mit einem „Leben teilen“ zu tun, mit viel Kommunikation und alles auf Augenhöhe. Ein hoher Anspruch. Es geht aber nicht darum, möglichst glaubwürdig sein zu MÜSSEN, sondern sich nach Kräften danach auszustrecken. Denn die Liebe (Gottes) ist nicht die Bezahlung für unser Bemühen, sondern sie gilt um unserer selbst willen.

  2. Christsein ohne genug Liebe ist trostlos

    Gerade habe ich einen anderen geteilten Text gelesen in Facebook und da geht es thematisch darum, dass nicht nur in den beiden großen Mitgliedskirchen, sondern auch den Freikirchen nicht wenige Menschen abhanden gekommen sind. Ein Effekt der Coronazeit sicherlich, in der man sich aus einer engen sozialen Bindung entfernen konnte, wegen der Kontakteinschränkung sogar legitimiert, auch aufgrund bohrender Glaubenszweifeln. Dass freikirchlich auch ein Traditionsabbruch (auch ohne Corona) stattfindet, wird auch dort gar nicht mehr bestritten. Ich halte es aber nicht für unabänderlich, wenn die Gemeinde bröselt, sich manche Mitglaubende rar machen oder gar ganz verschwinden. Dies hat immer auch mit uns als Christinnen und Christen zu tun und vielleicht ist dies sogar überwiegend hausgemacht. Wir merken nicht, wie unsere Liebe langsam erkaltet ist, weniger Achtsamkeit gepflegt wird, die Frohe Botschaft eher wie eine Drohbotschaft ankommt (auch nicht immer wirklich absichtlich) und wie der alte Wahlspruch der nachösterlichen Urgemeinde keine Relevanz mehr besitzt: „Glaube, Hoffnung und Liebe, aber die Liebe ist die Größte unter ihnen“! Wir dürfen Gott lieben mit all unseren Kräften und auch unseren Nächsten wie uns selbst. Dabei ist die Psychologie der Bibel einfach: Wenn es meinem Nächsten gutgeht und er auch dafür sorgt dass es mir gut geht, auch seelisch, dann ist die Goldene Regel auch der Bergpredigt erfüllt. Gott ist sicherlich noch viel mehr und völlig unerklärlich in seinem Wesen und in seiner Macht, aber seine Regierungsmethode ist Liebe. Wenn wir dies vergessen oder nicht berücksichtigen, dann schmilzt unsere Hoffnung dahin wie Schnee unter der Sonne. Mich tröstet am meisten, dass Gott mir jeden Tag meine leeren Hände füllt und mich liebt. Und weil er nicht nur mich, sondern das ganze Universum in seinen Händen hält. Wir Christen habe die größte Botschaft im Weltall zur Verfügung und sollten eigentlich die wirkmäßigste Befreiungsbewegung sein unter der Sonne. Aber da wo die Sichtweise eng wird und mit dem Glaube Macht über andere Menschen ausgeübt wird, kann auch das Bild der Fußwaschung Jesu an seinen Jüngern in uns verblassen. Das schlimmste Virus gegen den christlichen Glauben ist ein Erkalten der Liebe und dann wird die Verkündigung nicht zu einer Befreiung, sondern gesetzlich. Sicherlich war Jesus auch zornig, aber wenn er es war dann gegen alle Ungerechtigkeit, Scheinheiligkeit oder wenn der Glaube vergegenständlicht wird. So hat er hat die Tische der Wechsler im Tempel umgeworfen, aber nicht wie Don Camillo die Leute an den Tischen verprügelt. Jesus hat nicht gerichtet, sondern vergeben. Das ist auch Liebe. Jesus Christus ist der Sündenbock der Welt für das Unheil, was wir als Einzelne und als Menschheit täglich anrichten.

    • Könnte es nicht auch sein, dass Glauben immer mehr Menschen als unglaubwürdig erscheint. Wenn man mal einen Schritt zurück tritt und sich anschaut, was z.B. beim christlichen Glauben alles geglaubt wird, so hat das ja mit heutigem Wissen und Verstand oft wenig zu tun.

      Dazu fällt durch immer mehr Nichtglaubende auch der soziale Druck weg. Kinder bekommen (sprich Taufe), Ehe und auch Tod/Beerdigung waren früher geradezu zwangsläufig mit Kirche verbunden. Das geht heute alles auch gut ohne.

      Und wenn Du von Liebe zum Nächsten u.ä. schreibst, nun ja, auch diesbezüglich muss man ehrlich zugeben, dass da die Gläubigen häufig nicht gut aufgestellt sind.

      Von den Skandalen ganz zu schweigen. Wobei ich die bei Austritten eher als letzten Tropfen sehe.

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