Ilse Härter, evangelische Theologin und Vorkämpferin für die Frauenordination, ist am Donnerstag (12. Januar) 100 Jahre alt geworden. Härter war Mitglied der Bekennenden Kirche in der NS-Zeit. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, würdigte sie als «Wegweiserin für spätere Generationen». Die seit 1972 pensionierte Theologin lebt in Goch am Niederrhein.
Ilse Härter wurde 1912 in Asperden am Niederrhein geboren. 1941 bis 1944 arbeitete sie als Vikarin der Bekennenden Kirche in Berlin-Wannsee. Die Theologin unterstützte verfolgte Juden und Zwangsarbeiter. 1943 wurde Härter als eine der ersten Frauen zum vollen Pfarramt durch den Präses der Bekennenden Kirche, Kurt Scharf, ordiniert.
Nach ihrem Eintritt in den Ruhestand 1972 forschte Härter über die Entwicklung des Amtes und legte dazu verschiedene Publikationen vor. Dafür erhielt sie von der Kirchlichen Hochschule Wuppertal 2006 den theologischen Ehrendoktor. Zu ihrem 100. Geburtstag ist die Festschrift «Auf Gegenkurs» erschienen, unter anderem mit Beiträgen von Nikolaus Schneider und den früheren Bischöfinnen Margot Käßmann und Maria Jepsen.
(Quelle: epd)
