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Der Verfassungsrechtler Gerhard Robbers (60) hat die Präsidentschaft des Deutschen Evangelischen Kirchentags übernommen und steht dem nächsten Protestantentreffen 2013 in Hamburg vor.

 Der Trierer Jura-Professor folgt auf die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt, die den Kirchentag im Juni dieses Jahres in Dresden geleitet hatte. Die Amtsübergabe erfolgte am Freitag in Fulda bei der Präsidialversammlung, dem Parlament des Kirchentags.

 In das 30-köpfige Präsidium des Kirchentags wurden turnusgemäß sechs Mitglieder neu gewählt. Frank-Walter Steinmeier, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, gehört dem Leitungsgremium nun ebenso an wie Jan-Hendrik Olbertz, der Präsident der Berliner Humboldt-Universität und frühere Kultusminister von Sachsen-Anhalt. Gewählt wurden auch Uwe Schneidewind, der Präsident des Wuppertal Instituts, der Heidelberger Physiker und Theologe Thorsten Moos, die Berliner Friedensforscherin Martina Fischer und Ministerialdirektorin Simone Schwanitz aus dem Stuttgarter Wissenschaftsministerium.

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 Die Präsidialversammlung wählte auch elf Mitglieder neu in das eigene Gremium. Darunter sind der Journalist Hans Leyendecker von der «Süddeutschen Zeitung», die Berliner Umweltforscherin Susanne Dröge, die Medizinsoziologin Julika Loss von der Universität Regensburg, der frühere ZDF-Redakteur Uli Röhm, Günther Metzges von der Online-Bürgerbewegung Campact und der Diplomat Boris Ruge, der Leiter des Nahost-Referats im Auswärtigen Amt. Fünf weitere neue Mitglieder in dem 100-köpfigen Kirchentagsparlament werden von verschiedenen evangelischen Werken und Verbänden in die Präsidialversammlung entsandt.

 Der neue Kirchentagspräsident Robbers lehrt Öffentliches Recht, Kirchenrecht, Staatsphilosophie und Verfassungsgeschichte in Trier. Zuvor war er an der Universität Heidelberg tätig. Der Jurist gehört seit 2007 dem vierköpfigen Präsidiumsvorstand des Kirchentags an. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag, den Robbers leiten wird, findet vom 1. bis 5. Mai 2013 in Hamburg statt.

 Für 2015 steht Stuttgart als Veranstaltungsort bereits fest. Offen ist noch, wo das Protestantentreffen 2017 im Jahr des 500. Reformationsjubiläums stattfindet. In der Diskussion sind Berlin und Wittenberg. Offizielle Einladungen liegen bislang allerdings erst aus Hannover für die niedersächsische Hauptstadt und aus Westfalen für Dortmund vor. Es gilt inzwischen als unwahrscheinlich, dass es 2017 den dritten Ökumenischen Kirchentag nach Berlin 2003 und München 2010 gibt.

(Quelle: epd)