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In den Niederlanden sorgen Medienberichte über ein Verbot des populären Weihnachtsliedes "Stille Nacht" für Irritationen. "Man darf sie zwar noch singen, aber wir dürfen die Lieder nicht mehr abdrucken oder in die Gesangbücher aufnehmen", sagte Joost Jansen von der zuständigen Kirchendruckerei.

Der Grund sei die große Sorge der Bischöfe, was die Qualität der Liturgie angeht. Damit ist gemeint, dass die geläufigen texte dieser Lieder allein der Ehre Gottes dienen sollen. Diese Sorge sei berechtigt. "Aber gleichzeitig finde ich, dass sie schon ein wenig rigoros vorgehen", so Jansen. 

Die römisch-katholische Bischofskonferenz reagierte am Wochenende. Gerüchte über ein Verbot einiger traditioneller Weihnachtslieder träfen nicht zu, heißt es in einem Kommunique von Bischof Jan Liesen, der in der Bischofskonferenz für Liturgiefragen zuständig ist.

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 In der Weihnachtszeit würden seit langem Lieder traditioneller Frömmigkeit gesungen, "das kann auch so bleiben", ergänzte Bischof Liesen von Breda. Insgesamt geht es um mehr als 200 Lieder, die nicht in den kirchlichen Gebets- und Gesangbüchern aufgenommen sind. Aktuell habe dies kaum Auswirkungen, den Gemeinden stehe es frei, "Stille Nacht" an Weihnachten trotzdem zu singen, sagte Joost Jansen, Direktor der offiziellen Druckerei. "Wenn Lieder aber nicht mehr gedruckt werden, gehen sie verloren – auf lange Sicht könnte ‚Stille Nacht‘ deshalb verschwinden."

 Bischof Liesen räumte ein, dass eine Anzahl traditioneller Lieder noch nicht in die Liste für den liturgischen Gebrauch aufgenommen seien. Diese Liste werde jedoch nach und nach ergänzt. Von einem Verbot, beliebte Lieder zu singen, könne keine Rede sein, argumentierte Liesen. 

(Quelle: epd)