Die Aufgabe von Kirche kann nicht ausschließlich sein, Trost und Kraft zu spenden, meint Kerstin Menzel. Genauso müsse es Raum für Klage, Spannungen und ehrliche Emotionen geben, schreibt sie im Theologischen Feuilleton „feinschwarz.net“.

„Es bräuchte also in den kommenden Wochen und Monaten Räume, in denen die ambivalenten und widersprüchlichen Betroffenheitserfahrungen nebeneinander stehen dürfen. Ohne Leiden zu bemessen und gegeneinander aufzuwiegen. In denen man herausfindet aus der gesellschaftlichen Anklage an andere Gruppen oder die politischen Entscheidungsträger:innen in die gemeinsame Klage vor Gott, ins Aushalten der Situation und der eigenen Ohnmacht.“

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3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Das ist ein interessanter Artikel und es lohnt sich, tiefer gehend darüber nachzudenken. Und ja, es muss einen Raum zum Klagen geben, definitiv. Klare Zustimmung. Nur: Mir fehlt hier Jesus. Er ist das Licht am Ende des Tunnels. Ohne seine Hoffnung wäre alles hoffnungslos. Oder anders ausgedrückt: Das Klagen muss zu einem Ziel führen, einen Sinn haben. Ich klage meine Klage einer Person: Gott. Einer sehr mächtigen Person, die auch in der Lage ist, unser Schicksal zu verändern. Ohne jegliche Hoffnung zu klagen wäre einfach nur grausam…Und ER ist unser Friede, auch in dieser schwierigen Zeit. Das sollten wir bei allem berechtigten Klagen nicht vergessen…Sela.

    • Lieber Dirk Grote,

      das von dir Geschriebene sehe ich auch so. Manches Leid lässt sich ohne Gott nicht aushalten. Aber ein Gott der Mensch wird und sich in das Leid von Jesus am Kreuz begibt – oder in meines und deines oder das Leid der ganzen Welt hinein begibt, ist von unendlicher Liebe, Barmherzigkeit und Klugheit. Es ist so, als wolle er sagen, er sei mit uns nicht nur solidarisch, sondern er habe echtes Mitleid. Selbiger Wortsinn Mitleid ist ja wohl ursprünglich als ein Mitleiden verstanden worden. Auch wenn ich das Buch Hiob lese, wo Hiob sein Unglück letztlich doch nicht seinen eigenen Sünden – oder Gott zuschiebt, darf ich schon erkennen, dass Vertrauen in den Schöpfer uns nicht zweifeln lässt an seiner Gerechtigkeit. Aber erst am Kreuz wird die Gerechtigkeit, wie Gott sie versteht, geradezu revolutionär. Denn erstens geht Gott selbst in der Person von Jesus Christus – an unserer Stelle – in den Tod, und er bestraft nicht uns, sondern sich selbst. Zweitens ist damit, zumindest indirekt, die Strafe Gottes seine Liebe. Ich denke da ganz naiv, dass wenn ich im Ewigen Leben all jene Augenblicke vielleicht nochmals durcherlebe, wo ich mich nicht auf den Wegen Jesus gegangen bin, dann werde ich mich wohl sehr schämen. Seine Strafe für mich hängt auf Golgatha und damit ist das Kreuz wie in einer notariellen Urkunde – die mich freispricht.

      Dies alles ist die geistig-geistliche Grundlage für unser aller Klagen vor Gott. Wenn ich vor ihm klage, weil ich nicht verstehen kann, dass mein Leben vielleicht sehr defizitär verläuft, oder meine Lieben plötzlich versterben, sage ich dies gewisser-rmassen jemand, der in einem höheren Sinne mein himmlischer Vater und meine himmlische Mutter ist. Ich darf das Klagen, sogar das Anklagen, etwa Gott seine (angeblich) nicht eingetroffenen Versprechen, ebenso vorhalten. Er ist eben nach völlig anderen – göttlichen – Maßstäben zu messen. Es gibt viele ungelöste Fragen, auf die auch die Philosophen sowie die Theologen keine Antworten wissen. Meine eigenen Rätsel, die vielleicht mit Leid befrachtet sind, darf ich Gott vorwerfen. Obwohl ich selbst wissen muss, dass es hier auf auf Erden, (zumindest keine perfekte) Antwort gibt. Ich glaube auch nicht, dass ein Himmlischer Vater, der uns alle liebt, uns mit Krankheit und anderer schlimmer Ungemach bestraft. Aber ich bin genauso auch davon überzeugt, dass er alles was uns persönlich niederdrückt, auch wegnehmen kann. Aber die Gründe, warum dies bei mir vielleicht nicht eintrifft, bleiben möglicherweise im Dunkel. Eine Krankenschwester sagte mir unlängst, und das war geradezu eine geniale Antwort: „Gott hat immer Gründe !. Aber es gibt keine Sprech- und Klageverbote. Zudem gibt uns der Himmel keinen Stein, wenn wir um ein Stück Brot oder grundlegende Hilfen bitten. Nur oft nicht nach unserem Gusto.

    • Lieber Bernd,
      “…der in einem höheren Sinne mein himmlischer Vater oder himmlische Mutter ist…”

      JESUS CHRISTUS ist da sehr eindeutig, in Sachen, wie man als Gläubiger mit SEINEM WORT (BIBEL) umgehen darf!
      Nämlich, gar nichts hinzufügen
      (siehe Ihre Aussage “himmlische Mutter”), oder wegnehmen.

      “ICH BEZEUGE ALLEN, DIE DA HÖREN DIE WORTE DER WEISSAGUNG IN DIESEM BUCH:
      WENN JEMAND JEMAND ETWAS HINZUFÜGT, SO WIRD GOTT IHM DIE PLAGEN ZUFÜGEN, DIE IN DIESEM BUCH GESCHRIEBEN STEHEN.
      UND WENN JEMAND ETWAS WEGNIMMT VON DEN WORTEN DES BUCHS DIESER WEISSAGUNG, SO WIRD GOTT IHM SEINEN ANTEIL WEGNEHMEN AM BAUM DES LEBENS UND AN DER HEILIGEN STADT, VON DENEN IN DIESEM BUCH GESCHRIEBEN STEHT.”
      Offenbarung 22,18+19/BIBEL

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