Werbung

Die Gründung eines neuen Staates Südsudan in Afrika ist beschlossene Sache. Wie die Referendumskommission am Montagabend bekanntgab, stimmten 98,8 Prozent der Wähler bei der Abstimmung Mitte Januar für eine Loslösung vom islamisch-arabisch geprägten Norden.

  Im Südsudan leben vorwiegend Christen und Anhänger afrikanischer Religionen. Die Region ist reich an Ölvorkommen. Bereits vor Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses hatte Präsident Omar Al-Baschir versichert, die Abspaltung zu akzeptieren. Im staatlichen Fernsehen sagte er, das Ergebnis repräsemtiere den Willen der Südsudanesen.

 Die Vereinten Nationen haben die Ergebnisse des Unabhängigkeits-Referendums im Südsudan begrüßt. «Der friedliche und glaubwürdige Verlauf der Abstimmung ist ein bemerkenswerter Erfolg aller Sudanesen», teilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach Bekanntwerden der Ergebnisse am Montag (Ortszeit) in New York mit. Gleichzeitig verwiesen die UN auf zahlreiche ungelöste Fragen, die vor der Entstehung des neuen Staates im Juli geklärt werden müssten.

Werbung

 Die Volksabstimmung war Bestandteil eines Friedensabkommens von 2005, mit dem ein zwei Jahrzehnte währender Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südsudan beendet wurde. Der Name des neuen Staates ist noch nicht bekannt. Ein hochrangiger Sprecher der südsudanesischen Regierungspartei sagte jedoch im südafrikanischen staatlichen Rundfunk, dass es voraussichtlich bei Südsudan bleiben werde.

 Zudem müssen nun Grenzen zwischen Nord- und Südsudan demarkiert werden, um festzulegen, zu welchem Land weite Teile der Ölreserven liegen. Staatszugehörigkeit, Arbeitsrecht und die Aufteilung der Staatsverschuldung sind weitere ungeklärte Fragen. In der Grenzregion Abiyei und rund um die Stadt Malakal gab es in den vergangenen Wochen bereits gewalttätige Auseinandersetzungen bei denen über 80 Menschen starben.

 Nach bisherigem Zeitplan wird Afrikas 54. Staat am 9. Juli ins Leben gerufen. Der Südsudan mit der Hauptstadt Juba umfasst rund ein Viertel der sudanesischen Landesfläche und ist doppelt so groß wie Italien. Die acht Millionen Menschen im Süden stellen ein Fünftel der 42 Millionen Sudanesen.

(Quelle: epd)