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In ihren Osterbotschaften haben die Kirchen zum Umdenken aufgerufen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, ermutigte zu einem nachhaltigen Lebensstil.

 «Eine spürbare Änderung des Lebensstils besonders in unseren reichen Ländern ist unvermeidbar, denn die Ressourcen der Erde sind begrenzt», schreibt der Präses der Rheinischen Kirche in seiner Osterbotschaft. «Wer sich der Befreiung zum Leben durch Jesus anvertraut, der muss sich für ein nachhaltiges Leben auf Gottes Welt einsetzen.»

 Gleichzeitig begrüßte Schneider das Umdenken in Deutschland im Blick auf die Zukunft der Energieversorgung. Welche politischen Maßnahmen getroffen werden müssten, ließ Schneider offen. «Über die konkreten politischen Maßnahmen, die anstehen gibt es verschiedene Auffassungen», erklärte er. «Entscheidend aber ist, dass sich die Bereitschaft, ja der Geist eines ehrlichen Wandels Bahn bricht.»

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 Das christliche Fest sei eine Chance für Neuanfang, erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und braunschweigische evangelische Landesbischof Friedrich Weber in einem Osterbrief. Der Osterglaube verändere die Welt und bringe Licht in sie hinein.

 Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann kritisierte, in der von immer größerer Beschleunigung und Hektik geprägten «Wegwerfgesellschaft» werde auch der Mensch austauschbar. Der oft rücksichtslose und unmenschliche Lebenshunger sei insgeheim eine Lebens- und Todesangst. Durch seinen Tod und seine Auferstehung habe Jesus das Leben der Menschen verwandelt. Es sei ein Leben, «das frei geworden ist von der Angst, zu kurz zu kommen», erklärt der frühere langjährige Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in Mainz in seiner Osterpredigt laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript.

 Die Botschaft von Ostern mahne dazu, so der badische evangelische Landesbischof Ulrich Fischer, das tödliche Lied des «Immer weiter so» und die deprimierende Melodie des «Fortschritts um jeden Preis» nicht mitzusingen. Die gelte noch mehr nach dem Atomunfall von Fukushima, sagte Fischer, der auch Mitglied der Ethikkommission Sichere Energieversorgung ist.

 Der Magdeburger katholische Bischof Gerhard Feige warnte vor einer grenzenlosen Erlaubnis der Präimplantationsdiagnostik (PID). Der Wunsch betroffener Eltern nach einem gesunden Kind sei zwar durchaus verständlich, schreibt Feige in einem Gastbeitrag zum bevorstehenden Osterfest in der «Magdeburger Volksstimme». In Frage stehe für ihn jedoch, ob deshalb Embryonen vernichtet werden dürften. Auch das deutsche Recht betrachte sie bisher als menschliches Leben von Anfang an und als genetisch schutzwürdig.

 Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, forderte zur Unterstützung verfolgter christlicher Minderheiten weltweit auf. Auch bekräftigte er seine Ablehnung von Gentests an menschlichen Embryonen, weil damit das Leben instrumentalisiert zu werden drohe. Des Weiteren sollten Christen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vor der eigenen Haustüre entgegentreten.

(Quelle: epd)