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Papst Franziskus widmet die Osterfeierlichkeiten dieses Jahr dem Leiden der Migranten. Am Gründonnerstag will das Kirchenoberhaupt zwölf jungen Asylbewerbern unterschiedlicher Religionen in einem Aufnahmezentrum in der Nähe von Rom die Füße waschen.

Er wird das Ritual nach Angaben des Kurienerzbischofs Rino Fisichella auch an einer Frau vollziehen.

In den vergangenen Jahren hatte er Gefangenen, darunter auch einer Muslimin, die Füße gewaschen. Franziskus hatte die von ihm eingeführte Praxis, auch Frauen die Füße zu waschen, kürzlich im Kirchenrecht festgeschrieben. Seine Vorgänger wuschen am Gründonnerstag im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der römischen Lateranbasilika ausschließlich Priestern die Füße.

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Auch die Meditationen für den Kreuzweg mit dem Papst am Freitagabend am Kolosseum in Rom weisen auf Flüchtlinge hin. Die Gläubigen sollten in Migranten das leidende Antlitz von Jesus Christus wiedererkennen, forderte der Erzbischof von Perugia, Gualtiero Bassetti. Er verfasste die Meditationen im Auftrag des Papstes. "Wir haben Angst vor dem Anderen, vor dem Fremden, vor dem Migranten", heißt es in dem Text des Geistlichen, den Franziskus wegen dessen sozialen Engagements entgegen vatikanischer Gepflogenheiten ohne wichtiges Kirchenamt zum Kardinal ernannte.

In den Texten zu den 14 Kreuzwegstationen in der Arena, in der nach der Überlieferung zahlreiche Christen getötet wurden, geht es zudem um das Leiden der Opfer des Holocaust, um missbrauchte Kinder sowie um Arbeitslose und zerbrochene Familien.

Nach dem Karfreitag, dem einzigen Tag im Jahr, an dem in der katholischen Kirche in Erinnerung an den Tod von Jesus Christus keine Messe gefeiert wird, begeht Franziskus am Samstagabend im Petersdom die Osternacht. Am Sonntag wird er nach der Ostermesse auf dem Petersplatz den Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) spenden. In seiner Osterbotschaft wird er voraussichtlich erneut auf die Flüchtlingskrise eingehen.

(Quelle: epd)