Der Weltkirchenrat hat die Ermordung von zwei Laienpastoren auf den Philippinen scharf verurteilt.

 Die Regierung müsse die mutmaßlichen paramilitärischen Täter zur Rechenschaft ziehen, verlangte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) am Freitag in Genf. Benjamin Bayles, ein Anwalt für Menschenrechte, und Jovelito Agustin, ein Rundfunksprecher, der sich für die Rechte der Arbeiter einsetzte, waren Mitte Juni getötet worden.

 Beide hätten für die Philippinische Unabhängige Kirche gearbeitet, so der ÖRK. Dabei seien sie «als offene Verteidiger der Menschenwürde und der Rechte der am meisten Benachteiligten bekannt» gewesen. Die Philippinische Unabhängige Kirche ist eine von 349 Mitgliedskirchen des ÖRK. Bewaffnete Gruppen töten und verschleppen auf den Philippinen im Auftrag von Großgrundbesitzern seit Jahren Menschenrechtsverteidiger, die sich für die Rechte der Landbevölkerung einsetzen.

 Der Weltkirchenrat kritisierte die anhaltende Straflosigkeit in dem asiatischen Staat. Die paramilitärischen Gruppen müssten für ihre Taten bezahlen. Die Regierung des neuen Präsidenten Benigno Aquino habe die Pflicht, Recht und Ordnung zu garantieren, forderte der ÖRK. Nach UN-Angaben sind die Philippinen eines der Länder mit der höchsten Zahl sogenannter außergerichtlicher Hinrichtungen. Die Kirchen des ÖRK repräsentieren rund 560 Millionen Gläubige. Die katholische Kirche ist kein Mitglied in dem Kirchenbund.

(Quelle: epd)