Angriff auf die philippinische Stadt Marawi
dpa / picture-alliance

Der katholische Priester Chito Soganub wurde im Mai 2017 bei einem Angriff auf die philippinische Stadt Marawi von Islamisten entführt. Gegenüber der BBC berichtet er jetzt von seiner Zeit in Geiselnahme und wie sehr ihn diese Erfahrung, auch in seinem Glauben, erschüttert hat.

Fünf Monate dauerte die Belagerung der Provinzhauptstadt auf der südphilippinischen Insel Mindanao. Vier davon wurde Pater Chito mit 100 weiteren Geiseln im Keller der Bato Moschee festgehalten. Während seiner Zeit als Geisel, erlebte er über 100 Luftangriffe. „Es gab Momente, da wusste ich nicht mehr wie ich noch beten soll“, sagt Soganub. Er habe Gott Vorwürfe gemacht und zeitweise gehofft, von der nächsten Bombe getroffen zu werden. Unter Androhungen von Folter wurden die Geiseln gezwungen, für die Islamisten zu arbeiten. Sie kochten, putzten – und bauten Bomben für deren bewaffnete Angriffe gegen die philippinischen Truppen. Am Ende konnte er fliehen, über 1.000 Menschen verloren jedoch ihr Leben während der Belagerung.

In Marawi wurden mehr als 3.000 Gebäude komplett, weitere rund 2.000 Gebäude teilweise zerstört. Auch zwei Jahre danach geht es mit dem Wiederaufbau der Stadt nur langsam voran. Das damals umkämpfte Gebiet ist bis heute eine Sperrzone. Hunderttausende sind immer noch obdachlos. Soganub ist weiterhin in Therapie: „Ich habe mein psychisches Gleichgewicht verloren.“ Der Priester wurde vor 23 Jahren ursprünglich nach Marawi geschickt, um einen interreligiösen Dialog zwischen Christen und Muslimen aufzubauen. Trotz seiner Erfahrungen hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, dass beide Religionen irgendwann in Frieden leben können.

LINK: The priest who survived the siege of Marawi

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