Rassismusvorwurf: Ulmer Münster verteidigt Krippendarstellung

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Traditionelle Krippenszene (Symbolbild) RyanJLane / iStock / Getty Images Plus

Für die Entscheidung, die Heiligen Drei Könige nicht in der Krippe zu zeigen, wurde den Verantwortlichen rassistisches Vorgehen vorgeworfen. Nun verteidigen sie ihren Beschluss.

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Das evangelische Dekanatamt Ulm hat in einer Pressemitteilung die Hintergründe für den Verzicht noch einmal erläutert. Es sei nie strittig gewesen, dass nach kirchlicher Tradition auch ein schwarzer König an die Krippe gehöre, heißt es dort. Vielmehr sei die Art der Darstellung des schwarzen Königs problematisch. Er sei „mit einer Fratze, wulstigen Lippen, einer grotesken Körperhaltung sowie unschönen Beinen abgebildet“, außerdem diene ein schwarzes Kind als Schleppenträger einer der weißen Könige. Aus Rücksicht auf die Betrachter wolle man die Königsfiguren deshalb in diesem Jahr nicht in der Krippe zeigen und das weitere Vorgehen in Ruhe mit den Gemeindemitgliedern diskutieren.

Dekan Ernst-Wilhelm Gohl merkt zu der Debatte an: „Evangelium und Rassismus sind unvereinbar. Wir scheuen uns nicht vor der Diskussion, inwieweit diese Figur rassistisch zu verstehen ist. Jedoch ist das ein Nebenschauplatz. Wirklich wichtig ist nicht die Krippe mit ihren Geschichten, sondern der Rassismus im Alltag. Und den gibt es – auch in Ulm.“ Diese Tatsache sei das eigentlich Thema, so Gohl.

Auf der Website des Evangelischen Kirchenbezirks Ulm steht ein Dokument mit 14 Fragen und 14 Antworten um die Krippe im Ulmer Münster zur Verfügung.

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Link: Rassismusdebatte: Ulmer Münster will im Advent keinen schwarzen König zeigen

5 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Das Evangelium nach Matthäus im Kapitel 2, Verse 1-12, berichtet uns wahrheitsgemäß folgendes:

    Drei Magier vom Morgenland, Hautfarbe und Namen unbekannt, reisten nach Bethlehem, also weder Heilige,
    noch drei Könige.

    Auch trafen sie nicht unmittelbar nach der Geburt JESU ein, hier an der Krippe in der Herberge.

    Sie gingen auch nicht zur Krippe einer Herberge, sondern in ein Haus. Dort trafen sie nur das „Knäblein“ , d. h. „Kleinkind“, mit seiner Mutter Maria an.

    Bemerkung: Die Bezeichnung „Knäblein“ wird nicht für einen frischgeborenen Säugling verwendet.
    Bez. Krippe und Herberge: Siehe auch Lukas 2, 7 !

    Schriftstellen: EBF und KNT

    KaRo

  2. Wenn sie in Ulm (und anderswo) pfiffig wären, würden sie getreu den biblischen Berichten „Weise aus dem Morgenland“ zeigen, keine Könige (von denen in der Bibel nirgends die Rede ist) und ohne festgelegte Zahl (von dreien ist in der Bibel ebenfalls nirgends die Rede, also vielleicht ein Grüppchen aus 5-8 Leuten) und mit Kleidung und Aussehen wie es zu Herkunft und Zeit eben passt. Das wäre mal originell, historisch korrekt und definitiv ein interessanter Gesprächsanlass.

    • Danke Martin für die Korrektur! Von „drei Personen“ steht ebenfalls nichts geschrieben – Irrtum meinerseits. A. L. KaRo

    • „von dreien ist in der Bibel ebenfalls nirgends die Rede“

      Genau. Ich plädiere für 7 – oder eben für 5 (ich finde, 5 passt zu „Weisen“ ;)).

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