Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat einen Grundlagentext zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 veröffentlicht. Anliegen der Schrift sei es, "wesentliche theologische Einsichten der Reformationszeit im aktuellen Kontext zu erläutern", so der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider.

Der Thesenanschlag Martin Luthers jährt sich 2017 zum 500. Mal. Als offene Lerngeschichte bleibe die Reformation "Gestaltungsaufgabe für jede Generation“" sagte Schneider bei der Vorstellung. Der Grundlagentext mit dem Titel "Rechtfertigung und Freiheit. 500 Jahre Reformation 2017" wurde von einer ad-hoc-Kommission des Rates der EKD unter Vorsitz von Prof. Dr. Christoph Markschies erarbeitet.

 Im Text wird der enge Zusammenhang zwischen der Rechtfertigungslehre und dem reformatorischen Freiheitsbegriff betont. "Das reformatorische Freiheitsverständnis macht in den gegenwärtigen Debatten über Freiheit einen unverzichtbaren Akzent von Freiheit deutlich", betonte Markschies. "Die Einsicht, dass wahre Freiheit nicht schrankenloses Freisein von etwas oder gar von allem bedeutet." Luthers reformatorische Entdeckung wird im Grundlagentext anhand von fünf traditionellen Formulierungen entfaltet: Allein Christus, allein aus Gnade, allein im Wort, allein aufgrund der Schrift, allein durch den Glauben. "Die klassischen Formeln fassen die Erfahrung zusammen, dass Christenmenschen sich frei gesprochen fühlen von Gott, angenommen trotz aller Fehler und Versäumnisse, nicht reduziert auf ihre Taten oder Leistungen", so Markschies.

 "Wir hoffen, dass von diesem Grundlagentext Anregungen ausgehen, das Reformationsjubiläum 2017 mitzugestalten und als ein Fest zu feiern, das über die Grenzen von Konfessionen und Kirchen hinaus Menschen berührt und verbindet", sagte Nikolaus Schneider.

 Der EKD-Grundlagentext steht hier als Download zur Verfügung. Der Text "Rechtfertigung und Freiheit" ist ab dem 21. Mai im Buchhandel erhältlich.