Richard Rohr: „Der göttliche Tanz“

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Die Trinität, „die Dreieinigkeit Gottes“, fasziniert Menschen seit vielen Jahrhunderten. Auch wenn sie biblisch nie direkt so bezeichnet wird, lässt sie sich doch schlüssig aus der Heiligen Schrift ableiten. Der Franziskanerpater Richard Rohr hat sich intensiv mit dem einen Gott, der sich in drei Personen uns vorstellt, auseinandergesetzt.

Gott ist der Einzige, der in keine Identitätskrise gerät, weil er die Liebe schlechthin verkörpert und in seiner Dreieinigkeit auch lebt. Für Richard Rohr ist es der „Tanz des Lebens“ (angelehnt an Aussagen der Wüstenväter aus dem 4. Jahrhundert), der aus seiner tiefsten Bestimmung – der Liebe – heraus, gar nicht anders kann, als die Grenzen der Trinität zu überwinden und die Liebe auf andere Menschen auszugießen.

In seinem Buch erklärt der Pater eingehend, was das „Geheimnis“ Trinität bedeutet und lässt dabei die (leider im nicht-akademischen Kontext fast vergessenen) theologische Perspektiven aus den ersten Jahrhunderten der Christenheit miteinfließen.

Es passiert nicht oft, dass ein christliches Buch sich mit der Trinität beschäftigt. Richard Rohr gelingt dies auf zweifache Weise ganz ausgezeichnet: Einerseits malt er dem Leser die Vollkommenheit der göttlichen Liebe vor Augen, was unwillkürlich ins Staunen über die Größe und das Ausmaß seines Beziehungsgeschehens mündet. Andererseits wird deutlich, dass wir Menschen durch das Kreuz Jesu in diesen Tanz mithineingenommen werden können.

Wenn ich das Buch mit einem Satz zusammenfassen müsste, wäre es dieser: Glaube ist ein Beziehungsgeschehen, in dem wir „über Liebe und Staunen zu Gott“ kommen und Anteil bekommen an seiner vollkommenen trinitarischen Beziehung.

Von Andreas Schmierer

Leseprobe (PDF)

Verlag: Adeo
ISBN: 978-3-86334-139-8
Seitenzahl: 256
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1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Oh, das ist ja interessant! Ob Euch in diesem Buch nicht die Gottheit Shiva untergejubelt wird?!
    Nataraja (Sanskrit: नटराज Naṭarāja = „König des Tanzes“) ist eine Erscheinungsform des Hindu-Gottes Shiva. In seiner Form als Nataraja führt Shiva einen kosmischen Tanz (tandava) auf, welcher den Prozess von Schöpfung, Zerstörung und Wiedererschaffung des Universums symbolisiert. Wikipedia
    Seit wachsam !! Prüfet und das gute behaltet! Die Betonung liegt auf prüfet!!!
    Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden. (2. Timotheus 4,3-4)

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