Heinrich Christian Rust: Tröstungen. Ein Gebetsweg durch die Offenbarung

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„Ein Buch mit sieben Siegeln“, so wird die Offenbarung des Johannes gerne beschrieben – und auf den ersten Blick ist sie das sicherlich: Verschiedene Symbole, apokalyptische Szenen und Gerichtsvorstellungen – das ist keine leichte Kost für das letzte Buch der Bibel.

Der freikirchliche Pastor Heinrich Christian Rust kennt all diese Herausforderungen in der Offenbarung, legt aber zugleich einen anderen Schwerpunkt: Für ihn ist es ein Buch des Zuspruchs mit zahlreichen tröstlichen Elementen geworden, die angesichts der persönlichen und globalen Herausforderungen auch jetzt mit der Corona-Situation, umso nötiger erscheinen. So schreibt Rust im Blick auf Offenbarung 7 und das Abwischen aller Tränen durch Gott: „Die leidende Gemeinde ist nicht erst in Gottes Zukunft die lobende, sondern sie wird durch diesen Ausblick schon jetzt eingeladen, in den anbetenden Lobgesang einzustimmen.“

Die einführenden Worte des Autors zum Buch, der Entstehung und bekannten Interpretationen innerhalb der Kirchengeschichte helfen mir als Leser, einen ersten Eindruck von der Offenbarung zu bekommen.

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Bemerkenswert finde ich den „Gebetsweg“, bei dem der Autor neben seinen kommentierenden Äußerungen direkt das Gespräch mit Gott sucht. Dabei setzt er sich mit dem jeweiligen Kapitel des Buches auseinander, bringt seinen Dank über Gottes Wirken, eigene Erfahrungen, Hoffnungen und Wünsche vor Gott und – ähnlich wie man es etwa von Sarah Young kennt – wechselt der Autor dann zur Perspektive Gottes und gibt kursiv gedruckt mögliche Antworten, wie Gott auf das Gebet reagieren könnte. So entwickelt sich ein niedergeschriebenes Gespräch mit Gott, dem man gerne beiwohnt. Was mich beim Lesen etwas gestört hat: Der Text ist nicht in schwarz, sondern in grün geschrieben.

Mir hat das Buch geholfen, das letzte Buch der Bibel neu schätzen zu lernen und nicht davor zurückzuschrecken. Die vom Autor zitierten Worte des Theologen Johann Albrecht Bengel scheinen sich dabei zu bewahrheiten: „Ohne Tränen wurde die Offenbarung nicht geschrieben, sie wird auch ohne Tränen nicht verstanden.“

Von Andreas Schmierer

Leseprobe (PDF)

Verlag: SCM R.Brockhaus
ISBN: 978-3-417-26960-4
Seitenzahl: 224
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