Samuel Koch hat nach seinem Unfall bei «Wetten, dass..?» schwer mit Gott gehadert. «Ich weiß noch, wie ich dachte: Wo bist du, Gott? Hat das bald ein Ende? Wann bin ich im Himmel?» zitiert die «Bild»-Zeitung (Samstagsausgabe) vorab aus der Biografie des seit dem Unfall im Dezember 2010 vom Hals abwärts gelähmten 24-Jährigen. Am Sonntag ist er bei Günther Jauch zu Gast.

Bei einer Untersuchung im Magnetresonanztomografen (MRT) habe er angesichts der starken Schmerzen erstmals das Gefühl gehabt, dass es mit ihm zu Ende gehe: «Noch nie hatte ich mich Gott so nah gefühlt – oder so fern.» «Wenn ich auf diese Phasen zurückblicke, ist es für mich selbst wirklich erstaunlich, dass ich nicht durchdrehte und auch nicht depressiv oder zornig wurde», schreibt Koch, der aus einer in der evangelischen Kirchen stark engagierten Familie im südbadischen Efringen-Kirchen stammt.

 

Koch schildert in dem Buch, dass er kurz nach dem Unfall von einem Freund gefragt worden sei, ob er eigentlich noch das «Vaterunser» beten könne. Den auf Gott bezogenen Satz «Dein Wille geschehe» könne er doch so nicht mehr unterschreiben.

 

Koch war während der ZDF-Fernsehshow am 4. Dezember 2010 vor einem Millionen-Publikum bei dem Versuch verunglückt, mit Sprungstelzen über ein fahrendes Auto zu springen. Durch den Sturz erlitt er Verletzungen an der Halswirbelsäule und am Rückenmark. Die Live-Show in Düsseldorf wurde nach dem schweren Unfall erstmals in ihrer 29-jährigen Geschichte abgebrochen.

 

Kochs Biografie wird am Montag in Berlin vorgestellt. Am Sonntagabend ist Koch unter anderem zusammen mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, in der ARD-Sendung «Günther Jauch» zu Gast.

(Quelle: epd)