Sarah Lauser: „Happy New Wir“

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Fast jedes Paar, das zum ersten Mal Eltern wird, sucht nach der Anleitung zur richtigen, guten, perfekt coolen Papa- oder Mama-Werdung. So steht es dann in der örtlichen Buchhandlung vor dem Erziehungsregal und bleibt am Ende zurück mit dem Gefühl der Ratlosigkeit und einer Art Enttäuschung. So auch bei mir.

Mit „Happy New Wir“ folgt ein weiteres Werk über das Elternwerden und -sein. Doch die Autorin hat ihre eigene Agenda. Der rote Faden ist noch sehr nahe an den klassischen Ratgebern: Die Autorin folgt ihrem Erleben. Die Stationen sind die einzelnen Entwicklungsschritte des Kindes. Sarah Lauser umgibt das Erleben der Schwangerschaft bis zum Kleinkindalter mit zwei größeren Rahmen. Zum einen schreibt sie über die Ehe mit ihren Eigenschaften und Stärken und ihre Familienvision, die über das Kleinkindalter herausragt. Dieser Rahmen wird zum anderen umgeben, geschmückt und verstärkt durch ihre Version einer persönlichen Beziehung zu Gott.

Ungeschönt und natürlich

Die Bloggerin beschreibt mit viel Ehrlichkeit und Humor ihren Weg und leitet daraus Lehren und Empfehlungen ab. Darin unterscheidet sich ihr Buch dann doch vom Mainstream: Sie stellt uns nicht die nächste, noch perfektere Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse vor. Sie erzählt, wie sie die Herausforderungen gemeistert hat. Ihr Erleben ist entscheidend, egal ob wissenschaftlich korrekt oder nicht. Daher kennt sie keine Tabus. Mit einer ansteckend wirkenden Natürlichkeit schreibt sie über Probleme in der Paarbeziehung, über Babys, die weinen und ein Mysterium bleiben, über Sexualität, eigene Wutausbrüche und stolze Mamas. Ebenso natürlich wirkt der verstärkende Rahmen. Ihre Gottesbeziehung mit der Berufung des Kindes und der Elternteile beschreibt sie, als sei es das Normalste der Welt.

Sarah Lauser betont, dass sie kein sozialpädagogisches Buch schreiben wollte. Die Sozialpädagogin kann ihre Herkunft jedoch nicht leugnen. So stellt sie Fragen vor allem an die Leserin. Diese sind für die Vertiefung sinnvoll. Auch sind die zusammenfassenden Listen sehr gut, vorausgesetzt, die entsprechenden Kapitel wurden gelesen. Wer diese ohne Kontext umsetzt, wird vermutlich wenig Nutzwert daraus ziehen.

Eine große Schwäche des Werks ist der postulierte Leserkreis: Paare, die ein Kind erwarten. Ehrlicher wäre gewesen: Frauen, die ein Kind erwarten. Das ist eine Folge des Konzeptes, dem die Autorin folgt, nämlich aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz zu berichten. Es ist zwar nett, dass ihr Mann auch mal zu Wort kommt. Dennoch wirkt er eher wie Beiwerk denn wie ein wesentlicher Bestandteil.

Von Björn Röhrer-Ertl

Leseprobe (PDF)

Verlag: SCM Hänssler
ISBN: 978-3-7751-5893-0
Seitenzahl: 208
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Da das baby schon da ist, wenn auch im Bauch sollte man m.E.nicht von werdenden Eltern sprechen,sie SIND schon Eltern

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