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Laut einer Umfrage des christlichen Verlages "LifeWay" unter amerikanischen Pastoren befürwortet die überwiegende Mehrheit eine wörtliche Auslegung der biblischen Schöpfungsberichte. Zugleich zeigte die Studie, dass das Thema Schöpfung/Evolution in den Gemeinden selten behandelt wird.

Für die im Mai 2011 per Telefon durchgeführte Umfrage bezüglich der Entstehung des Lebens wurden 1.000 protestantische Gemeinden per Zufallsprinzip ausgewählt und deren hauptamtliche Pastoren befragt. Diese mussten angeben, ob sie Aussagen zur Erschaffung der Welt zustimmen und wie sie die Haltung zu diesem Thema in ihrer Gemeinde einschätzen.

Die Aussage "Ich glaube, Gott erschuf den Menschen mittels der Evolution" lehnten laut der Umfrage 72 Prozent der Pastoren ab. 64 Prozent sagten, sie würden diese Aussage strikt ablehnen, während acht Prozent eine offene Haltung einnehmen. Jeder vierte Pastor stimmte der Aussage zu, davon jeweils die Hälfte mit voller Überzeugung oder mit Vorbehalt. Vier Prozent waren sich bei diesem Thema "unsicher".

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Die Mehrheit der Pastoren versteht sich als Kreationisten

Die Frage, ob Adam und Eva tatsächlich gelebt haben, bejahten 82 Prozent der Befragten, während 17 Prozent sie verneinten. Dazu erklärte Ed Stetzer, der Präsident der Forschungsabteilung von "LifeWay": "Neuerliche Diskussionen haben gezeigt, dass es Zweifel gibt, ob es Adam und Eva tatsächlich gab, sowie bei der Frage des Erdalters und weiteren Fragen über die Herkunft des Menschen. Doch der überwiegende Teil der protestantische Pastoren sind Kreationisten und glauben, dass Adam und Eva tatsächlich gelebt haben."

Kreationisten lehnen die Vorstellung einer allmählichen und eigenständigen Entwicklung des Lebens ab. In Anlehnung an eine wörtliche Lesart der biblischen Schöpfungsberichte vertreten sie die Ansicht, Gott habe die Erde und den Menschen in der Form geschaffen, wie sie heute vorzufinden sind. Damit verbunden ist oft die Vorstellung eines Erdalters von etwa 6.000 Jahren, eine Zahl, die sich aus der Addition der Lebensalter von Personen ergibt, wie sie in den Stammbäumen der Bibel festgehalten sind.

Die Umfrage von "LifeWay" ergab, dass 43 Prozent der Pastoren ein höheres Erdalter annehmen, während 39 Prozent von den 6.000 Jahren ausgehen. Zwölf Prozent waren bei diesem Thema unschlüssig. "Das Alter der Erde ist das einzige Thema, das bei der Umfrage zu einem ausgeglichenen Ergebnis unter den Pastoren führte", sagte Stetzer. Doch sei der Glaube an ein hohes Erdalter nicht mit dem Glauben an die Evolution gleichzusetzen. "Viele, die glauben, Gott habe die Menschen in ihrer gegenwärtigen Gestalt geschaffen, glauben auch, dass die Erde älter als 6.000 Jahre ist", erklärte Stetzer.

Schöpfung/Evolution in den Gemeinden selten behandelt

Nur ein Drittel der Pastoren thematisiert die Frage nach der Erschaffung der Welt mehr als einmal im Jahr, ergab die Umfrage. Jeder Vierte befasst sich damit einmal im Jahr, acht Prozent der Pastoren sprechen es gar nicht an. Ein Fünftel der befragten Pastoren gab an, dass die Mehrheit ihrer Gemeindemitglieder von einer Evolution ausgehen.

"Bedenkt man, über was die Menschen reden, denke ich, dass Pastoren klar lehren müssen, was sie glauben, und warum das wichtig ist", sagte Stetzer der amerikanischen Online-Zeitung "Christian Post". "Kirchenferne Leute fragen nach, und Christen brauchen klare und gut durchdachte Antworten." Aus diesem Grund müssten Pastoren das Thema Schöpfung/Evolution in ihren Gemeinden mehr thematisieren.

Die Studie zitiert auch eine Gallup-Umfrage vom Dezember 2010, um zu zeigen, dass es unter den Pastoren anteilig mehr Kreationisten gibt als in der amerikanischen Gesamtbevölkerung. Demnach verstehen sich 40 Prozent der Amerikaner als Kreationisten. Fast ebenso viele, 39 Prozent, glauben, dass Gott die Welt mittels der Evolution erschaffen hat. An eine Evolution, bei der Gott nicht eingreift, glauben 16 Prozent.

"LifeWay" ist einer der größten christlichen Verlage in Amerika und hat seinen Sitz in Nashville im amerikanischen Bundesstaat Tennessee. Der Verlag gehört der "Southern Baptist Convention" an, der größten protestantischen Denomination in den USA. Neben klassischen Medien wie Bücher bietet er Materialien für die Gemeindearbeit und Seminare an.

(Quelle: Christliches Medienmagazin Pro)