Marsch fürs Läbe - Demonstranten auf einer Straße.
Marsch fürs Läbe 2019 (Foto: Marsch fürs Läbe)
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Der Vorstand der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) fordert einen Personalwechsel im Verein „Marsch fürs Läbe“. Eine Zusammenarbeit mit dessen Präsident Daniel Regli sei „nicht mehr glaubwürdig zu vertreten“, heißt es auf der SEA-Homepage.

Regli hatte sich in den vergangenen Wochen im Bürgerforum Schweiz mit teils scharfer Kritik gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Behörden engagiert. In einem idea-Interview hatte Regli am 15. Oktober gesagt: „Um 400 hochbetagten Menschen noch etwas zusätzliche Lebenszeit zu ermöglichen, mutet der Bundesrat also der ganzen Bevölkerung einschneidende Maßnahmen und unermessliche Schäden zu.“

Das nicht offen kommunizierte Engagement im Bürgerforum und die „widersprüchliche Haltung im Lebensschutz“ sei mit der Rolle als integrative Führungsperson „nicht vereinbar“, kritisiert die Schweizerische Allianz. (dw)

7 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Sich für den Schutz des ungeborenen Lebens engagieren, aber bestehendes und verdientes Leben wegen kruder Ideen abwerten… klassischer Fall von Eigentor, würde ich mal sagen.
    Richtig so, dass die Allianz da ein Auge darauf hat!

  2. Vor der Geburt, während Krankheiten, am Ende des Lebens: Lebensschutz ist unteilbar und unvereinbar mit einem schnell dahingeplapperten Zynismus, der obendrein Wirklichkeitsverweigerung ist. Denn schon jetzt sind in der Schweiz fast 2000 Menschen an Chrona gestorben, darunter ca. 30%, deutlich mehr als die 400, unter 80. Die Zahlen drohen auch in der Schweiz zu explodieren und was das bedeutet, können wir in vielen Staaten der Erde sehen: Dann klappen auch die Wirtschaft und das Gesundheitssystem richtig zusammen. Es folgen großer langfristiger medizinischer Aufwand und Frühverrentungen wegen Spätfolgen. Und dass es um menschliches Leid wie beispielsweise bei der Triage geht, mag man angesichts des Zynismusses dieser Äußerungen erwähnen. Wer verbal derart über Leichen geht, hat beim „Marsch fürs Läbe“ nichts zu suchen.

  3. Als Betroffene (69 J.), also mit einer Vorerkrankung, stimme ich Daniel Regli zu. Denn ich weiß mich selber zu schützen. Für mich und viele andere Betroffene die ich kenne braucht der jüngeren Generation nicht die Existenz
    genommen zu werden. Ganz fürchterlich und gesundheitsgefährdend finde ich die Anordnung für Schüler das Tragen einer Maske bis zu 8 Stunden am Tag. Oft auch für Jüngere. Mir sind genug Fälle bekannt, die schlimmste gesundheitliche Probleme bekommen haben. Das macht mich sehr sehr traurig.
    Außerdem gibt es sooo viele Erkrankungen welche durch die unverhältnismäßig angstmachende Politik hervorgerufen wird.
    Würde Jesus Christus von uns Älteren so einen Egoismus zum Schutz vor einer möglichen Erkrankung wollen ?

  4. Mit christlichen Werten unvereinbar

    Meiner christlichen Überzeugung ist imanent, dass Leben wertvoll und schützenswert ist unabhängig von Alter, Lebenserwartung, Geschlecht, Religion und Wohlverhalten in der Gesellschaft. Unser Grundgesetz betrachtet die Würde des Menschen als unveräußerbar. Welcher Teufel hat Herrn Regli geritten, gravierende Coronaschutzmaßnahmen gegenüber 400 hochbetagten Menschen mit geringer Lebenserwartung für unangemessen zu halten ? Im übrigen scheint mir auch die Leugnung von Realität beispielsweise beim Klimawandel und der Coronapandemie zu einer neuentstandenen Irrationalität auszuufern, die manche noch mit aberwitzigen Verschwörungstheorien zu begründen versuchen. Glaubte man im angeblich so düsteren und unwissenden Mittelalter an den bösen Blick von Menschen, die ein Sterben der Kühe oder der Hühnerküken bewirkten, so sind es heute die „Nichtidee“ von Menschen, die losgelöst von der normalen Vernunft Unglück säen mit Gedanken, die sich auch wie ein Virus verbreiten können. Es ist beliebt zu behaupten, die angeblich so maßlosen Schutzmaßnahmen dienten den Regierenden nur dazu, einen Machtexzess auszuüben. Dann ist man ganz schnell bei der Bewegung von Qanon. Oder einer antichristlichen Weltregierung. Es ist ein schmaler Grat von Wahrheit, den man wie ein Seilakrobat zu bewältigen hat, wenn man das Jesuswort als Maßstab nimmt: Gib Gott, was Gottes ist und dem Kaiser, was dem Kaiser ist. Will sagen: Auch die Wissenschaft bzw. die Medizin hat es verdient, dass man Vertrauen hat und es den Parlamenten und Regierenden zugesteht, sich an die Erkenntnisse der Virologen zu halten. Dann aber muss man alle Menschen vor dem Virus schützen und es zählen Menschenleben und Gesundheit im Abwägungsfalle mehr als die Wirtschaft. Ich würde jedem, der ältere Menschen nicht mehr schützen will, weil die sowieso bald sterben, jedenfalls empfehlen sich einmal auf eine Intensivstation zu legen und unter akuter Luftnot zu leiden. Etwas schlimmeres gibt es nicht.

    • Ich stimme völlig zu!. Das Problem ist, dass viele Menschen seit den 50er Jahren ihr Leben lang nur
      „auf dem Ponyhof“ und nicht in genügendem Maß gelernt haben, mit Einschränkungen zu leben, die Ihnen oder Ihrem direkten sozialen Umfeld nichts nützen. Die Frustrationstoleranz ist oft ebenso gering wie die Impulskontrolle. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er oft sein „Denkhirn“ nutzt, um verantwortungsloses Verhalten im Nachhinein zu rechtfertigen statt vernünftig zu handeln oder zumindest seien Irrtum einzugestehen. Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann hat diese „kognitive Verzerrung“ in seinem Buch „Schnelles Denken – Langsames Denken“ eindrucksvoll beschrieben. Wirre bis wahnhafte Konstukte führen dann in Gedankenmustern. Beispiel ist die Hexen und Zauberer-Verfolgung im ausgehenden Mittelalter und der Neuzeit (ca. 1700), in katholischen und evangelischen Regionen, mit oder ohne Zustimmung der Kirchen. Seit 1960 sind vermutlich mehr Menschen wegen Hexerei hingerichtet oder umgebracht worden als während der gesamten europäischen Verfolgungsperiode. All dies möge uns eine Mahnung zur Menschlichkeit sein, wobei die Würde des Lebens auch eine Würde des Sterbens beinhaltet: Dass ein Mensch auch zu seiner Zeit streben darf, statt mühsam am Leben gehalten zu werden. Wenn dagegen das Gesundheitssystem wegen zuvieler Corna-Patienten, auch jüngerer kollabiert, gehört ein enormer Zynismus dazu dies zu wollen. Was dann geschieht lässt sich in Tschechien, Belgien, Frankreich sehen. Corona haben wir nicht in der Hand, dennoch bin ich froh über Politker, die zumindest in diesem Bereich zwischen verschiedenen Erkenntnissen abwägen und einen Weg des Lebens suchen. Auch hier gilt ora et labora – ich möchte es mit bete! und handele! übersetzen.

  5. Vielen Dank, Frau Ingrid Kater! Ich kann mich Ihren Worten nur anschließen! Mein erster spontaner Gedanke war: recht hat er (Daniel Regli)! Es braucht noch viel mehr mutige Leute, die den Mund aufmachen! Wir sollten und müssen Corona unaufgeregt und nüchtern einreihen in all die Krankheiten, mit denen wir es nun mal zu tun haben, bis unser Herr wieder kommt.
    Liegt nicht unsere Lebenszeit in Seiner Hand!? Können wir ihr auch nur einen Tag hinzufügen, ohne dass Er es möchte!?

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