Werbung

Die Südlichen Baptisten, die größte protestantische Kirche der USA, haben einen neuen Präsidenten gewählt. Die Jahresversammlung der „Southern Baptist Convention“ entschied sich am Mittwoch für den 58-jährigen Steve Gaines. Der Pastor der „Bellevue Baptist Church“ gilt als Traditionalist.

Sein Gegenkandidat, der eher als Reformer geltende Pastor J.D. Greear (43) aus North Carolina, hatte seine Kandidatur vor dem dritten Wahlgang überraschend zurückgezogen. Er wolle verhindern, dass es zu einer knappen Entscheidung kommt, erklärte Grear laut der „ChristianPost“. Der neue Präsident sollte mit breiter Mehrheit gewählt werden. Im zweiten Wahlgang hatten beide Kandidaten fast gleichauf gelegen.

Die größten moralischen Probleme in den USA sind aus Sicht des neuen Präsidenten Steve Gaines Abtreibung, sexuelle Unmoral und Rassismus. Der scheidende Kirchenpräsident Ronnie Floyd geißelte bei der Jahresversammlung Rassismus als in den USA tief verwurzelte Sünde. Die Delegierten beschlossen zudem eine Resolution gegen die umstrittene Konföderiertenfahne. Christen sollten diese Fahne nicht mehr zur Schau stellen. Sie ist Symbol der südlichen Bundesstaaten, die im Bürgerkrieg (1861-1865) für den Erhalt der Sklaverei kämpften.

Werbung

Eine weitere Resolution verurteilte den Terrorakt von Orlando, bei dem in einem bei Homosexuellen beliebten Club 50 Menschen starben. In der entsprechenden Resolution fehlt ein Hinweis, dass es sich bei den Opfern um Homosexuelle handelte. Alle Mitgliedskirchen der SBC verurteilen gelebte Homosexualität. Dementsprechend hielten die Baptisten auch an ihrem Nein zur Homo-Ehe fest. Diese sei unbiblisch und verfassungswidrig. Eine weitere resolution Erklärung versprach Solidarität mit Menschen, denen Schaden drohe, weil sie „unbiblische Ehen“ ablehnten.

Der als konservativ eingestufte Südliche Baptistenverband war 1845 gegründet worden – damals noch zur Verteidigung der Sklaverei. Baptisten im Norden der USA setzten sich damals für ihre Abschaffung ein.

(Quelle: Mit epd-Material)