Sebastian Rochlitzer will Kindern mit Musik, Puppenspiel und Kleinkunst das Evangelium näherbringen. Seit 2015 ist er auf Tour. Jetzt ist er als Newcomer beim diesjährigen SPRING-Festival mit dabei. Ein Interview.  

Von Nathanael Ullmann

Wie würdest du dein Christsein definieren, wenn du nur eine Aufzugfahrt Zeit hättest?
Christsein heißt für mich, das Privileg zu haben, erlöst und geliebt zu sein. Das alles wird einem durch Jesus Christus geschenkt. Man muss es sich nicht erarbeiten.

Wann wusstest du, dass du für Kinder arbeiten willst?
Das habe ich relativ spät herausgefunden. Ich habe Religionspädagogik studiert. Da war natürlich auch die Arbeit mit Kindern ein Thema. Aber ich habe mir gesagt: Das ist nicht mein Ding, ich mache Jugendarbeit. Nach dem Studium habe mit meiner Frau zusammen ein Jahr lang auf den Philippinen missionarisch gearbeitet. Und da habe ich entdeckt, dass ich doch das Herzblut habe, mit Kindern zu arbeiten.

Gab es da einen prägenden Moment?
Abends vor dem Zubettgehen haben wir Andachten mit den Kindern abgehalten. Wir haben eine Bibelgeschichte gelesen und gebetet. Ich fand es spannend, dabei zu entdecken, dass Kinder schon einen persönlichen Glauben leben. Wenn die Kinder krank waren, haben sie zum Beispiel gegenseitig für sich gebetet, dass sie wieder gesund werden.

Egal, ob es dir gut geht, ob es dir schlecht geht, du kannst dich immer an Jesus klammern.

Wie ging es dann weiter?
Ich habe einen Job bei der Evangelikalen Stiftung bekommen. Dort konnte ich verschiedene Begabungen einbringen: Kleinkunst, Bauchreden, Musik. In der Stiftung durfte ich dann herumexperimentieren, was wir damit machen. Zuerst habe ich überlegt, ein geistliches Bauchreden-Comedy-Programm für Erwachsene zu machen. Die Nachfrage war allerdings nicht so groß. Und dann habe ich gemerkt: Es gibt wenige Leute, die beruflich mit Kindern arbeiten. Immer wieder müssen Veranstalter eine Vorstellung absagen, weil kein Künstler Zeit hat. Vielleicht ist es also für mich dran, nicht auf mehreren Hochzeiten zu tanzen und voll in die Arbeit für Kinder einzusteigen.

Was ist dabei deine Hauptbotschaft?
Egal, ob es dir gut geht, ob es dir schlecht geht, du kannst dich immer an Jesus klammern.

Was motiviert dich bei der Arbeit?
Ich bin überzeugt davon, dass Gott mich berufen hat, flächenübergreifend Kindern den Glauben nahezubringen und ihnen Vorbild zu sein. Die Studie „Generation Lobpreis“ hat gezeigt, dass Jugendliche aus Lobpreis mehr gewinnen als aus der Predigt des Pfarrers. Ich glaube, das ist auch bei Kindern so. Wenn jemand kommt und auf der Bühne steht, dann glänzen die Kinderaugen.

Sebastian mit seiner Puppe Ulfie
Auf der Bühne sind Ulfie und Sebastian ein eingespieltes Team. Foto: Privat

Dein treuer Begleiter ist deine Handpuppe Ulfie. Woher kommt die?
Handpuppe? Ulfie wäre ziemlich beleidigt, wenn du ihn so nennen würdest. Er ist vor dreieinhalb Jahren aus einem Ei in meinem Wohnzimmer geschlüpft. Woher das Ei kam, weiß ich nicht. Sein blaues Fell und die großen Augen hatte er schon immer. Die Nase war dafür am Anfang klein und grün. Je älter er wurde, umso größer und orangefarbener wurde sie. Auch die grünen Haare sind ihm erst später gewachsen. Was er genau ist und woher er kommt, wissen wir beide leider bis heute nicht.

Was zeichnet Ulfie aus?
Er liebt es, stinkende Socken zu essen. Das geht mittlerweile so weit, dass Kinder mir stinkende Socken zuschicken. Außerdem meint er oftmals Dinge gut, tritt dann aber trotzdem ins Fettnäpfchen. Zum Beispiel, wenn ich eine Pizza backe und Ulfie die nicht essen will, weil er lieber Socken isst. Dadurch wird die Verschiedenheit und der Umgang miteinander immer wieder Thema.

Kannst du von deiner Kunst leben?
Ich hatte ja das Privileg, durch die Stiftung supportet zu werden. Die haben am Anfang meine Negativzahlen aufgefangen. Mittlerweile könnte ich davon leben.

Ich bin keine Daniel-Kallauch-Kopie, sondern eben Sebastian Rochlitzer.

Hast du Sorgen, dass sich das irgendwann ändern könnte?
Gerade nicht. Im Kinder- und Familienbereich ist die Nachfrage relativ groß. Da gibt es Daniel Kallauch, der großartige Arbeit leistet, Mike Müllerbauer, Uwe Lal. Mehr sind mir nicht bekannt. Bei Daniel und Mike habe ich mich gemeldet. Und bei beiden war kein Konkurrenzgedanke zu spüren. Vielmehr war die Reaktion: „Oh, schön, dann können wir denen, denen wir absagen müssen, deine Kontaktdaten weiterleiten.“

Stichwort Daniel Kallauch. Dessen Programm ist deinem sehr ähnlich. Ist er für dich ein Vorbild, oder willst du es ganz anders machen?
Ich glaube beides. Den Vergleich höre ich öfter. Ich mache noch ein wenig mehr Kleinkunst als er, ich jongliere zum Beispiel. Sonst ist unser Programm schon sehr ähnlich. Daniel ist jetzt fast drei Jahrzehnte im Geschäft, natürlich ist er mir da ein Vorbild. Ich habe mir auch eine Show von ihm angeguckt, um von ihm zu lernen. Und dennoch höre ich immer wieder, dass ich eine ganz eigene Note habe. Ich bin keine Daniel-Kallauch-Kopie, sondern eben Sebastian Rochlitzer. Außerdem gibt es geistliche Unterschiede und daraus resultierend Unterschiede in der methodischen Konsequenz.

Was meinst du damit?
Daniel geht mit seinem aktuellen Programm „Ganz schön stark!“ den Kurs, dass er auch Leute ansprechen will, die mit dem Glauben wenig Berührungspunkte haben. Dadurch sind seine Inhalte oft seichter. Meine CD heißt „Jesus nur Er“, und der Name ist Programm. Ich möchte ganz klar in Konzerten das Evangelium verkünden. Das soll keine Wertung sein, es ist nur ein Unterschied.
Außerdem ist Daniel zwei Generationen älter als ich. In meiner Generation gibt es noch gar niemanden, der Kindermusik macht. Und es ist notwendig, dass da Leute nachrücken.

Falls Daniel mal in Rente geht?
So könnte man es auch ausdrücken, ja. Da entsteht keine Lücke, die ist schon besetzt.

Das SPRING ist bisher die größte Veranstaltung für mich.

Du bist in diesem Jahr zum ersten Mal als Mitarbeiter beim SPRING dabei. Was hast du da für Erwartungen?
Ganz unterschiedliche. Ich mache ja nicht nur das Familienkonzert, ich begleite auch die Kindergartengruppe die ganze Woche über musikalisch. Bei der Begleitung erwarte ich mir, dass ich die Kinder erreiche und auch kleine Inhalte durch die Musik transportieren kann. Beim Familienkonzert am Freitag will ich Kindern das Evangelium erklären: Was hat das für dich zu bedeuten? Und natürlich erhoffe ich mir, dass ich mehr wahrgenommen werde.

Das ist deine bisher größte Veranstaltung, richtig?
In Sachsen bin ich schon seit einigen Jahren auf dem sächsischen Gemeindebibeltag. Ich bin Großveranstaltungen also schon gewohnt. Aber ja, es ist bisher die größte.

Du hast zu deiner CD jetzt auch ein Buch rausgebracht. Was ist die Idee dahinter?
Das Buch ist auf Nachfrage entstanden. Erstens haben mich Leute gefragt, ob es zu der CD auch Noten gibt. Zweitens gibt es Kinder, die in ihrer Familie wegen der CD Fragen zum Glauben und an die Bibel stellen. Da gab es dann viele Eltern, die fragten: Kannst du da nicht was machen? Und drittens kam die Frage nach Ausmalbildern.

Steht schon eine neue CD an?
Direkt als die erste fertig war, habe mich mir Gedanken über ein zweites Bühnenprogramm und die damit verbundene CD gemacht. Eine konkrete Planung gibt es jedoch noch nicht. Ich mache mir Gedanken, schreibe sie auf, aber noch ohne Releasedatum.


Die CD von Sebastian Rochlitzer „Jesus nur Er“ ist bei SCM Hänssler erschienen. Es gibt sie hier zu kaufen.

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