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Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat am Donnerstag auf der Sinai-Halbinsel einen koptischen Priester ermordet. Der Geistliche sei exekutiert worden, weil er den Islam bekämpfe, hieß es in einem Bekennerschreiben.

Wie die "New York Times" berichtet, wurde der 46 Jahre alte Priester Raphael Moussa von der St. Georg-Kirche in der Stadt El Arish von einem maskierten Täter gezielt niedergeschossen. Ein Vertreter der koptisch-orthodoxen Kirche teilte der "New York Times" mit, dass Moussa bereits das achte Todesopfer sei. In allen Fällen habe es sich um gezielte Anschläge gehandelt.

"Dieser Terroranschlag macht deutlich, wie sehr die Kopten in Ägypten von allen Seiten bedrängt und in ihrer Glaubensfreiheit und Existenz bedroht werden", sagte Ulrich Delius, Afrikareferent der "Gesellschaft für bedrohte Völker". Es käme immer wieder zu Attacken islamistischer Extremisten. So sei am 17. Juni das in der Nähe der Stadt Alexandria im Nildelta gelegene christliche Dorf Qarayat al Bayda nach dem Freitagsgebet angegriffen worden. Bei dem Angriff seien 80 von Kopten bewohnte Häuser zerstört und der koptische Geistliche tätlich angegriffen worden.

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Aus Angst vor gewaltsamen Protesten islamischer Extremisten hätten die Behörden bisher regelmäßig die Erteilung von Baugenehmigungen für Kirchen verweigert. Im September 2016 soll das Parlament nun endlich ein neues Gesetz verabschieden, in dem die Errichtung und die Renovierung von Kirchen so geregelt sind, dass die Glaubensfreiheit der im Land leben Christen gewährleistet wird.