In der riesigen Spendenbereitschaft nach dem Brand in der Kathedrale Notre-Dame zeigt sich einmal mehr, wie groß die Bewunderung der Bevölkerung für Sakralbauten ist. Die WELT wirft nun einen deutlich kritischeren Blick auf die französischen Kirchengebäude. Denn sie könnten das Mittelalter um Jahrhunderte verlängert haben.

Der Bau der riesigen Monumente habe, so die These, das ohnehin geringe Wirtschaftswachstum im Mittelalter noch weiter verlangsamt. Der Kirchenbau verbrauchte Geld, Arbeitszeit und Ressourcen. Zwischen 1100 und 1250 wurde in Frankreich mehr Stein gehauen als im alten Ägypten während seiner ganzen Geschichte, heißt es im Artikel. Fast ein Viertel der regionalen Wertschöpfung sei den Bauaktivitäten der Kirche zum Opfer gefallen.

LINK: So teuer war der Bauwahn der katholischen Kirche

 

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich habe den Artikel gelesen und selten so viel Unsinn in so wenigen Zeiten komprimiert gesehen. Wie kann man denn allen ernstes von „Bauwahn“ reden? Der Kirchenbau war ein riesiges Investitionspaket. Wo eine Kathedrale wie ND gebaut wurde, da entstand Infrastruktur, Dörfer wurden zu Städten, da blühten ganze Landstriche auf. Es brachte tausende in Arbeit, brachte das Handwerk und die Baukunst voran. Kirchen und deren Reliquien waren dank der Pilger wichtige Einnahmequellen und trugen sehr wohl zu „Wirtschaftswachstum“ bei, auch wenn dieser Begriff sehr schwer auf die damalige Zeit anwendbar ist. Und dann die These, es hätte lieber in Schulen, Infrastruktur und Bildung investiert werden sollen! Das ist ja lachhaft! Die einzigen Schulen, die es im angegebenen Zeitraum gab, waren Klosterschulen. Kein Mensch hätte um 1100 in eine private Schule investiert, weil kein Kind dahin geschickt worden wäre. Straßen und Brücken wurden gebaut, damit man solche Bauwerke wie ND überhaupt verwirklichen konnte.
    Was wird diese Baukultur mit dem neoliberalen Wirtschatsgedanken angeurteilt? Als ob unser Wirtschaftsgefüge der Weisheit letzter Schluss wäre! Die Kathedralen dienten der Ehre Gottes und waren allemal maßvoller als so manches, was heute aus dem Boden gestampft wird.
    Wenn etwas das Mittelalter verlängert hat, dann war es der 100jähige Kireg zwischen Frankreich und England, aber ganz sicher nicht der Bau gotischer Kathedralen.

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