Mit orangefarbenen Rettungswesten an ihren Kirchtürmen machen evangelische Kirchen in Hannover auf das Schicksal von Flüchtlingen im Mittelmeer aufmerksam. In den kommenden Wochen werden sich insgesamt 16 Kirchen an der Aktion beteiligen, wie Pastor Axel Kawalla von der hannoverschen Landeskirche am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Am Sonntag wurden die ersten Westen an den Türmen aufgehängt. Damit unterstützten die beteiligten Kirchen die Arbeit des internationalen Aktionsbündnisses „Seebrücke“, das sich für sichere Fluchtwege nach Europa und eine Entkriminalisierung der Seenotrettung einsetzt.

„Unsere Solidarität gilt allen Menschen auf der Flucht und in Seenot“, sagte Kawalla. Die vom Turm leuchtenden Westen sollten diese Botschaft vermitteln. Mitinitiatorin Marina Röthlinger vom Bündnis „Seebrücke“ in Hannover sagte, die Aktion sollte Menschen dazu bewegen, sich näher über die Anlässe der Flucht zu informieren und die Hintergründe zu verstehen. „Vor allem aber sollten sie ihre Herzen dafür öffnen, dass am anderen Ende des Mittelmeers Menschen in großer Not sind.“ Allein in diesem Jahr sind nach Angaben der „Seebrücke“ mindestens 350 Menschen im Mittelmeer ertrunken.