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Spanische Abgeordnete, die für eine Reform des Abtreibungsrechts gestimmt haben, leben für die Bischofskonferenz des Landes «in Sünde».

Sie seien nicht von der Gemeinschaft ausgeschlossen, dürften aber nicht am Abendmahl teilnehmen, erklärte der Sprecher der spanischen katholischen Bischofskonferenz, Juan Antonio Martínez Camino, am Freitag in einer Pressekonferenz. Bis sie nicht öffentlich Reue zeigten, könnten sie auch keine weiteren Sakramente empfangen, so der Kirchensprecher.

  Am Donnerstag hatte das spanische Parlament einen Regierungsentwurf zur Einführung einer Fristenlösung grundsätzlich angenommen. Dem Text zufolge sollen Frauen künftig bis zur 14. Schwangerschaftswoche abtreiben dürfen. Dafür stimmten nicht die Abgeordneten der Linksparteien, sowie auch bürgerliche Nationalisten aus Katalonien und dem Baskenland.

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  Der Text wird nach der Abstimmung nun in beiden gesetzgebenden Kammern beraten. Umstritten ist auch unter den grundsätzlichen Befürwortern einer Fristenlösung die Frage der Entscheidungsfreiheit von Minderjährigen. Dem Regierungsentwurf zufolge sollen 16- bis 18-Jährige auch ohne Wissen ihrer Eltern abtreiben dürfen. Gleichstellungsministerin Bibiana Aído hat in Aussicht gestellt, die Eltern sollten zumindest Kenntnis von der Entscheidung ihrer Töchter haben, ihr Einverständnis solle aber nicht notwendig sein.

(Quelle: epd)