Die Flut in Deutschland und der Taifun "Haiyan" auf den Philippinen haben die Spendenbereitschaft der Deutschen im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau steigen lassen.

 Die Bundesbürger gaben 2013 insgesamt 4,7 Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke, wie aus einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Deutschen Spendenrats hervorging. Das waren 13 Prozent mehr als 2012. Das Ergebnis überstieg sogar die Summe aus dem Jahr 2005, als die Deutschen 4,5 Milliarden Euro für die Betroffenen der Tsunami-Katastrophe an Weihnachten 2004 spendeten.

 Die Ergebnisse sind Teil der Studie, für die die GfK den Angaben zufolge 10.000 Menschen zu ihrem Spendenverhalten befragte. 2013 stieg danach die Zahl der Spender um knapp vier Prozent auf 23,3 Millionen. Die durchschnittliche Spendensumme lag bei 33 Euro pro Spende (2012: 29 Euro). Dafür zückten die Deutschen allerdings seltener Portemonnaie oder Überweisungsträger: Die Häufigkeit ging den Angaben zufolge von 6,5 Spenden pro Jahr auf 6,2 zurück.

Die katholische Kirche war mit ihren Organisationen vergangenes Jahr eindeutig größter Verlierer bei der Spendenwerbung. Die Studie verzeichnet einen Rückgang um 2,6 Prozentpunkte oder rund 40 Millionen Euro, wie Bohrer betonte. Diskussionen um dieMissbrauchsskandale, die Verweigerung der Pille danach für Vergewaltigungsopfer in einer katholischen Klinik und die Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wurden als Gründe angegeben.

 Im Gegensatz dazu konnten "evangelische Organisationen" wie die Diakonie Katastrophenhilfe und World Vision ihr Spendenniveau gegenüber dem Vorjahr halten (plus 0,3 Prozentpunkte). Die 30 umsatzstärksten, nicht konfessionell gebundenen Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen und Aktion Deutschland Hilft erzielten im vergangenen Jahr knapp ein Viertel der Gesamteinnahmen (24,1 Prozent, minus 0,2 Prozentpunkte). Weiter gewachsen ist wie bereits in den Vorjahren der Spendenanteil kleiner und lokaler Organisationen gegenüber 2012 um 2,5 Prozentpunkte auf 46,4 Prozent.

(Quelle: epd)