IS bekennt sich zu Osteranschlägen in Sri Lanka

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Baby Joseph Gomes steht neben den Särgen seiner Familie und hat die Hände zum Beten zusammengefaltet.
Baby Joseph Gomes trauert um seine Familienmitglieder, die er bei den Anschlägen verloren hat. Foto: Picture Alliance/AP Photo/Eranga Jayawardena
321 Menschen sind bei Anschlägen in Sri Lanka ums Leben gekommen. Unter anderem sind Sprengsätze in drei Kirchen explodiert. Nun melden sich die vermeintlichen Attentäter.

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat sich am Dienstag zu den Osteranschlägen in Sri Lanka bekannt. Das Terrornetzwerk lieferte allerdings auf ihrem Nachrichtenkanal Amaq keinerlei Beweise für seine Behauptung. Sri Lankas Regierung hatte zuvor die blutigen Anschläge auf Kirchen und Hotels am Ostersonntag mit über 320 Toten als einen Racheakt islamischer Terroristen für das Moschee-Massaker Mitte März im neuseeländischen Christchurch bezeichnet.

Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene erklärte vor dem Parlament in Colombo, „das Attentat sei ein Vergeltungsakt für den Angriff auf Muslime in Christchurch“ gewesen. Sri Lanka werde alles tun, um alle Terrorgruppen im Lande auszulöschen, sagte der Minister laut der Zeitung „Daily Mirror“. Bei dem Anschlag eines Rechtsextremisten in Neuseeland waren 50 Menschen ums Leben gekommen.

Die Regierung hatte die Attentate in Sri Lanka zuvor als eine „völlig neue Art von Terrorismus“ bezeichnet. Am Montag hatte sie eine wenig bekannte, islamistische Terrorgruppe dafür verantwortlich gemacht. Die örtliche Organisation National Thowheeth Jamath (NTJ) soll mit Hilfe eines internationalen Netzwerkes Drahtzieher der Terrorserie sein.

Am Dienstagmorgen gedachte ganz Sri Lanka mit drei Schweigeminuten der Opfer der blutigen Anschläge, bei denen auch 500 Menschen verletzt wurden. Schulen und Geschäfte blieben geschlossen. Mehr als 70 Prozent der 22 Millionen Einwohner Sri Lankas sind Buddhisten, zwölf Prozent Hindus, zehn Prozent Muslime und gut sieben Prozent Christen.

Ausnahmezustand im Land

Die Regierung hatte am Montag den Notstand verhängt, der Polizei und Justiz umfassende Rechte einräumt. Die Polizei in Colombo warnte vor einem mit Sprengstoff beladenen Auto. Inzwischen sind mindestens 40 Personen im Zusammenhang mit den Attentaten festgenommen worden. Offenbar hatten die USA und Indien Sri Lanka bereits Anfang April gewarnt, dass Islamisten Anschläge über Ostern geplant hätten. Die Regierung in Colombo setzte eine Untersuchungskommission ein.

Unter den Todesopfern der insgesamt acht Anschläge vom Sonntag in Sri Lanka sind mindestens 39 ausländische Touristen aus neun Ländern. Nach Informationen des Auswärtigen Amts starb auch ein Deutsch-Amerikaner. Sri Lankas Regierung blockierte eine Reihe sozialer Medien wie Facebook, Instagram und Whatsapp, um Gerüchte und Fake News zu stoppen.

Am Sonntag hatten Selbstmordattentäter fast drei Kirchen und drei Luxus-Hotels attackiert. Mehrere Bomben explodierten in den Hotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury. Fast gleichzeitig gingen Sprengsätze in der katholischen St.-Antonius-Kirche in Colombo, der katholischen St.-Sebastian-Kirche im Touristenort Negombo und in einer evangelikalen Kirche in Batticaloa, im Osten der Insel hoch. Die Gotteshäuser waren während des Ostergottesdienstes gut besucht.

Am Nachmittag folgten zwei weitere Explosionen in der Hauptstadt Colombo in einem Hotel und einem Privathaus. Am Abend wurde auf der Zufahrtsstraße zum internationale Flughafen von Colombo eine zwei Meter lange Rohrbombe entdeckt. Spezialisten entschärften den Sprengsatz. Am Montag wurden weitere Sprengsätze an einem Bus-Bahnhof in Colombo und in einem Auto in der Innenstadt entdeckt.

 

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Es treibt mir die Tränen in die Augen: der x-te Anschlag auf eine Kirche, in der Christen Gottesdienst feiern. Wie schon so oft in Indonesien, in Ägypten, in Nigeria, in Kenia, in Nordfrankreich, und jetzt in Sri Lanka …

    Dabei geht es nur in zweiter Linie um die Schwächung der Regierung. In erster Linie geht es dabei um den Herrn der Kirche. Und damit um die Wahrheit. Sie lässt sich nicht wegbomben.

  2. UNFASSBAR–FAMILIEN–VÄTER und MÜTTER die mit ihren KINDERN den OSTERGOTTESDIENST besuchen um die Auferstehung von JESUS CHRISTUS zu feiern—um zu singen um GOTT zu loben—werden einfach so—-mir nichts dir nichts in STÜCKE und in den TOD gesprengt—auch die unschuldigen und AHNUNGSLOSEN MENSCHEN in den HOTELS—fanden den TOD durch gemeine MÖRDER und TERRORISTEN die sich IS–nennt! WAS ist das für ein GOTT dem diese MENSCHEN dienen—-DER MENSCHEN das MORDEN verordnet!
    UND die nennen das MORDEN von KINDERN und ERWACHSENEN christlichen MENSCHEN was GUTES was ist das nur für ein GOTT dem sie dienen der wahre GOTT ISRAELS kann das nicht SEIN!

    • Gewalt und Mord ist das Gegenteil eines Gottesglaubens

      Abscheulich ist nicht nur die Tat selbst, sondern auch wenn der Terror im Namen einer Religion auftritt. Die Absicht des IS oder anderer Terrorgruppen unter religiösem Deckmäntelchen verfolgen auch die perfide Taktik, den Religionskrieg zu ininiieren. Jedweder Anschlag, von wem auch immer, richtet sich nach meinem christlichen Verständnis immer gegen alle Menschen, Menschlichkeit, Stabilität von Gemeinden, Gemeinschaften und Staaten sowie nicht zuletzt gegen Gott selbst. Wer einen Menschen manipuliert, versklavt, verschleppt, tötet und Hass sät, schlägt Jesus Christus erneut ans Kreuz. Gott ist Liebe und er will, daß die Menschen achtsam und geschwisterlich miteinander umgehen. Gewalt und Niedertracht hat mit Glauben und Religion so wenig zu tun wie der Arzt mit dem Beerdigungsunternehmer. Wer die Religion von Menschen verachtet, verachtet auch Menschen. Wer Menschen hasst, braucht nur ihren Glauben in den Schmutz zu treten. Wer Religion missbraucht, um in ihrem Namen Menschen zu unterdrücken, handelt ebenso. Unsere Kreuzzüge im Mittelalter sind die Muster, nach denen sich noch brutalere Heutige im Namen des Islam ausrichten. Wir tun den Anhängern des IS und gleichartigen Bewegungen einen großen Gefallen, wenn wir die Anhänger des Propheten unter Generalverdacht stellen, wenn wieder von Religionskriegen gesprochen wird und Menschen zu dem absurden Schluß kommen, der Glaube an einen Gott, egal an welchen, sei bereits die Wurzel allen Übels. Dies alles sind Rezepte einer satanisch anmutenden Verschwörung. Jesus Christus ist das Gesicht eines menschlichen Gottes. Das Gesicht der Islamisten ist Unmenschlichkeit.

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