Stefan Jung: Was Gott daraus macht – Vertrauen lernen mit Josef

1

Stefan Jung erzählt die biblische Geschichte von Josef in eigenen Worten und moderner Sprache.

Es beginnt mit den schwierigen Familienverhältnissen, in die Josef hineingeboren wird. Der Autor beschreibt seine Kindheit und Jugend inklusive aller Bevorzugungen und der Sonderstellung, die Josef in seiner Familie hatte. Eines Tages wird Josef zwar im Traum klar, dass er einmal über seine Geschwister herrschen wird, doch zunächst einmal nimmt sein Schicksal einen ganz anderen Lauf. Er wird von den eigenen Brüdern verkauft, in Ägypten zu Unrecht beschuldigt und inhaftiert und verbringt so etliche Jahre in Gefangenschaft. Erst viel später beginnen sich Gottes Verheißungen zu erfüllen, denn Josef ist die ganze Zeit treu geblieben, auch als es nicht danach aussah.

So kommt Jung vermutlich auch zu dem Titel des Buches „Was Gott daraus macht – Vertrauen lernen mit Josef“. Denn in diesem Buch geht es darum, Josefs Handeln zu verstehen. Die biblische Darstellung ist deutlich kürzer als die von Stefan Jung. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, dass er Details hinzudichtet oder verdreht. Er schafft es einfach, die Szenen so auszumalen, dass man sich als Leser wirklich gut in Josefs Lage hineinversetzen und beinahe zu fühlen glaubt, was er damals fühlte.

In die Josefsgeschichte eingestreut sind auch einige andere Geschichten und Bibelstellen, die das jeweilige Thema noch einmal aus einer anderen Perspektive beleuchten. Gegen Ende des Buches beschreibt Jung, wie Jakob Josefs Söhne mit überkreuzten Armen segnet. Er sieht dies als Bild dafür, wie Gottes Segenslinien in unserem Leben oft verlaufen: „Anders, als wir das wollen oder uns vorstellen. Und wenn sie kreuz und quer verlaufen – sie verlaufen nach einem genialen und souveränen Plan“ (S. 119). Und genau dieser Plan ist es, den der Autor uns hier an Josefs Leben verdeutlicht.

Von Nadine Schliesky

Verlag: Neufeld Verlag
ISBN: 978-3-86256-064-6
Seitenzahl: 128
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Bewertung