Steven Furtick: „Unbrauchbar? Warum Gott Verlierer braucht, um große Dinge zu tun“

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Es ist zweifellos ein wichtiges Anliegen, das Steven Furtick hier aufgreift. Gerade in der westlichen Welt wird an geistliche Leiter oft ein hoher Maßstab gesetzt. Dazu gibt es auch immer wieder Leiterpersönlichkeiten, die entsprechend hohe Maßstäbe setzen, wie z. B. der jüngst verstorbene Billy Graham, der bis heute als besonders integer gilt, vor besonders vielen Menschen gesprochen und auf viele großen Einfluss ausgeübt hat.

Steven Furtick schreibt als ein Mann, der sich selbst zumindest nicht für überragend begabt hält und auch schon von anderen für unbrauchbar gehalten wurde. Trotzdem hat er in vergleichsweise jungen Jahren eine neue Gemeinde mit mehreren Standorten und zahlreichen Gottesdienstbesuchern aufgebaut.

Als biblisches Beispiel für einen unbrauchbaren Versager wählt er durchaus aus gutem Grund Jakob, der sich fast ein Leben lang den anderen immer wieder beweisen wollte und dabei oft krumme Wege eingeschlagen hat. Für den Autor ist es wichtig, Gottes Gnade mit Versagern zu betonen. Insgesamt hätte ich dem Buch allerdings sowohl mehr Tiefgang als auch einen etwas schwungvolleren Schreibstil gewünscht.

Einerseits will er teilweise jugendlich wirken, andererseits konterkariert er das dann wieder mit einer durchgehenden Sie-Anrede, was aber vermutlich der Übersetzerin zuzuschreiben ist. Als neutestamentliches Pendant zu Jakob hätte sich in jedem Fall Petrus angeboten. Ihn erwähnt er dann allerdings nur am Rande, seinen Kollegen Thomas als Prototyp aller Zweifler sogar überhaupt nicht. Dafür greift er sich dann als eher willkürliches Beispiel den Radfahrer Lance Armstrong, erst Krebs-Besieger, dann umjubelter Tour-de-France-Seriensieger, später ertappter Dopingsünder. So bleibt das Buch insgesamt doch etwas an der Oberfläche.

Von Johannes Renz

Leseprobe (PDF)

Verlag: Brendow Verlag
ISBN: 978-3-9614003-0-0
Seitenzahl: 272
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