Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Griechenland wegen Verletzung der Religionsfreiheit verurteilt.Griechenland wegen Verletzung der Religionsfreiheit verurteilt

 Die Straßburger Richter gaben am Donnerstag vier Beschwerdeführern Recht, die in griechischen Strafprozessen als Zeugen, Verdächtige oder Kläger aufgetreten waren. Die Personen mussten dabei ihre religiösen Überzeugungen offen legen, um zu begründen, wieso sie keinen Eid auf die Bibel leisten wollten.

 Die griechischen Behörden seien von vornherein davon ausgegangen, dass alle Bürger orthodoxe Christen seien, so das Menschenrechtsgericht. Die Betreffenden hätten vor den Gerichten Überzeugungsarbeit leisten müssen, um zu belegen, dass sie etwa Juden oder Atheisten seien. Dabei handele es sich um einen Eingriff in die Menschenrechte: «Die Religionsfreiheit schließt auch das Recht ein, seinen Glauben nicht offen zu legen.»

 Die vier Betroffenen erhalten gemeinsam 15.000 Euro Schadenersatz vom griechischen Staat. Mit einem anderen Beschwerdepunkt setzten sich die Kläger aber nicht durch. Unter Berufung auf das «Recht auf einen fairen Prozess» hatten sie beanstandet, dass in den Gerichtssälen Kruzifixe hingen. Dies wecke Zweifel an der Unparteilichkeit der Richter, ebenso wie die Tatsache, dass die Richter Orthodoxe seien. Diesem Argument wollte das Menschenrechtsgericht jedoch nicht folgen.

(Quelle: epd)