Aktive Gemeindemitglieder sind tendenziell glücklicher und gesellschaftlich engagierter als inaktive Gemeindemitglieder oder Menschen, die sich zu keiner Religion bekennen. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie des Pew Research Centers aus diesem Jahr. 

Bezogen auf Deutschland spricht die Studie davon, dass 30 Prozent der regelmäßigen Kirchenbesucher angeben, dass sie „sehr glücklich“ sind. Bei den passiven Gläubigen waren es in Deutschland 24 Prozent, bei den Nichtgläubigen gerade einmal 20 Prozent. Auch rauchen und trinken religiöse Menschen weniger. Wenn es um sportliche Betätigung und Fettleibigkeit geht, ist allerdings kein Unterschied zwischen religiösen und nicht-religiösen Menschen zu bemerken. Allgemein haben religiöse Menschen keinen besseren Gesundheitszustand.

Was das Zivilengagement angeht, liegen religiöse Menschen laut der Studie wiederum vorn. So gehen sie öfter wählen und sind öfter ehrenamtlich in Vereinen tätig. In Deutschland sind 47 Prozent der aktiven Gläubigen in mindestens einer nichtreligiösen Organisation tätig und stehen 38 Prozent religiös ungebundenen Menschen und 36 Prozent inaktiven Gläubigen gegenüber. Bei der Wahlbereitschaft liegen die religiös Aktiven mit 77 Prozent vor den Nicht-Aktiven (73 Prozent) und den Ungebundenen (69 Prozent).

Keine zwingende Korrelation zwischen Gesundheit und Religiosität

Ob Glück und Zivilengagement direkt mit der Religiosität zusammenhängen, lässt die Studie allerdings offen. So sei es ebensogut möglich, dass manche Leute generell für verschiedene Aktivitäten offener seien, von denen eine unter vielen eine religiöse Aktivität sei. Hier seien weitere Nachforschungen nötig. Insgesamt sieht die Studie weniger große Unterschiede zwischen inaktiven Gläubigen und religionsfreien Menschen, dafür umso mehr zwischen aktiv Gläubigen und den anderen beiden untersuchten Gruppen. Wenn es Unterschiede gäbe, fielen diese fast immer positiv für die religiös Aktiven aus.

Als „aktiv religiös“ wurden Menschen beschrieben, die sich mit einer Religion identifizieren und mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst oder eine äquivalente Veranstaltung besuchen. Nicht aktiv religiöse Menschen sind die, die sich zwar mit einer Religion identifizieren, aber religiöse Veranstaltungen seltener besuchen. Als religiös ungebunden werden diejenigen Befragten bezeichnet, die sich nicht mit einer Religion identifizieren.

Hintergrund der Studie waren vorausgegangene Untersuchungen über das Verhältnis von Gesundheit und Religiosität. Diese waren zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Während viele Studien zu dem Ergebnis kamen, es gebe einen positiven Zusammenhang und religiöse Amerikaner lebten länger, sahen andere keine Korrelation von Religiosität und Gesundheit oder gar negative Auswirkungen von Religion. In der aktuellen Studie wurden Teilnehmende aus 26 Ländern einbezogen. Die Daten stammen aus internationalen Untersuchungen der vergangenen zehn Jahre.

 

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Gelassenheit ist auch erwähnenswert

    ‚Dem sehr guten Artikel „religiöse Menschen sind glücklicher“ wäre meinerseits nur hinzuzufügen: „Sie sind auch gelassener.
    Gelassenheit vorallem deshalb, weil ich nicht tiefer fallen kann als in den geöffnete Hand Gottes. Ich kann mich für die guten und richtigen Ideen und Dinge einsetzen – also mich in geeigneter Weise gegen den Klimawandel engagieren – ohne in völliger Überforderungen zu resignieren. Ich darf auch heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen, wenn morgen die Welt untergeht. Wenn ich heute noch hundertfünfzig eMail schreiben müsste, und Donald Trump ins Gewissen reden wollte – hätte ich meinen Glauben nicht verstanden und könnte weder heute noch morgen die Welt retten. Gott rettet auch diese irdische Welt, wenn wir unsere ehrliche Mitarbeit vermehren und nicht in Destruktion verwandeln. Dann brauchen wir nämlich ein wirkliches Wunder.

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