In Südkorea beginnt heute die 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Bis 8. November sollen in der Hafen-Metropole Busan Wege für eine soziale, gerechte und friedliche Gestaltung der Globalisierung gesucht werden.

Der Weltkirchenrat will zudem ein Zeichen für eine friedliche Wiedervereinigung des politisch geteilten Landes setzen. In Busan werden rund 3.000 Teilnehmer aus Asien und der pazifischen Region, Afrika, Europa, dem Nahen und Mittleren Osten, Nord- und Lateinamerika sowie der Karibik erwartet. Weitere Themen der Tagung sind der Klimawandel und die Kluft zwischen Arm und Reich.

 Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied des Weltkirchenrates, arbeitet aber auf einigen Arbeitsfeldern mit ihm zusammen. Die Tagung steht unter dem Motto "Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden". Aus Deutschland wollen daran unter anderen der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte, die Bischöfe Martin Hein (Kassel) und Heinrich Bedford-Strohm (München) sowie der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms teilnehmen.

 Die ÖRK-Vollversammlung ist das höchste Gremium des rund 500 Millionen Mitglieder zählenden Weltkirchenrates. Sie kommt etwa alle sieben Jahre zusammen, zuletzt in Harare (Simbabwe) 1998 und Porto Alegre (Brasilien) 2006. In Porto Alegre hatten sich rund 4.000 Teilnehmer mit den Themen Globalisierung, Menschenrechte und dem interreligiösen Dialog beschäftigt.

 Die 10. Vollversammlung des Weltkirchenrates in Busan soll auch eine neue ökumenische Vision für die Zukunft entwickeln. Der Weltkirchenrat hatte in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung verloren. Der Umgang mit der Homosexualität hatte wiederholt zu Konflikten zwischen einzelnen Mitgliedskirchen geführt. Eine Finanzkrise zwang den ÖRK zu schmerzhaften Personaleinschnitten.

 Offiziell gegründet wurde der Ökumenische Rat der Kirchen 1948 auf der ersten Vollversammlung in Amsterdam (Niederlande). Die ÖRK-Vollversammlung ist auch ein Spiegel der Spiritualität der weltweiten Kirchen. Dies wird mit gemeinsamen Gottesdiensten, Bibelstudien und Gebet zum Ausdruck gebracht.